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Die deutsche Fußball-Bundesliga der Frauen wurde nach dem Vorbild der Fußball-Bundesliga der Herren 1991 durch den DFB eingeführt.

Modus


Jede Mannschaft trifft im Laufe der Saison in einem Heim- und einem Auswärtsspiel zweimal auf jeden Gegner. Ein Sieg wird mit drei, ein Unentschieden mit einem Punkt belohnt. Die Mannschaft mit den meisten Punkten am Saisonende ist Deutscher Frauenfußballmeister und nimmt in der folgenden Saison am UEFA Women's Cup, dem Europapokal im Frauenfußball teil. Die zwei letztplatzierten Mannschaften steigen in die 2. Fußball-Bundesliga (Frauen) ab. Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Torverhältnis. Es steigen die Meister der beiden 2. Bundesligastaffeln auf.

Von 1990 bis 1997 war die Bundesliga in zwei Gruppen mit jeweils zehn Mannschaften (1991/1992: je elf Mannschaften) geteilt. Die zwei bestplatzierten Mannschaften beider Gruppen ermittelten im Halbfinale (Hin- und Rückspiel) und Finale (ein Spiel) den Deutschen Meister. Die zwei (1991/1992: drei) letztplatzierten Mannschaften mussten absteigen.

Bundesliga-Meisterinnen


Siehe auch: Deutscher Fußballmeister der Frauen

Bundesliga-Torschützenköniginnen


Gründungsmitglieder


Gruppe Nord

Gruppe Süd

Geschichte


Nachdem die Nationalmannschaft die Europameisterschaft 1989 gewonnen hatte beschloss der DFB die Einführung der Bundesliga. Die Nordgruppe wurde anfangs vom Serienmeister TSV Siegen dominiert, der sich die ersten vier Staffelsiege holte und darüber hinaus drei Meistertitel einfuhr. Der 1.FC Neukölln aus Berlin verlor in der Premierensaison alle 18 Meisterschaftsspiele; ein einmaliger Minusrekord. In der Südstaffel waren der FSV Frankfurt und der TuS Niederkirchen die Ton angebenden Vereine. Niederkirchen fiel zurück, nachdem ihre Torjägerin Heidi Mohr 1994 zum TuS Ahrbach wechselte. Im Zuge der Wiedervereinigung wurden 1991 der USV Jena und der FC Wismut Aue aus den neuen Bundesländern aufgenommen. Die Bundesliga wurde für eine Saison auf zwei Gruppen zu je elf Mannschaften aufgestockt. Jena stieg postwendend ab, während Aue aus finanziellen Gründen die Mannschaft zurückzog.

In den ersten Jahren der Bundesliga wurden die einstigen Pioniere des Frauenfußballs durch aufstrebende Newcomer abgelöst. 1994 stiegen der Meister von 1985, der KBC Duisburg und Rekordmeister SSG Bergisch Gladbach zusammen aus der Bundesliga ab, während sich Vereine wie der FC Rumeln-Kaldenhausen und Grün-Weiß Brauweiler in der Spitzengruppe etablieren konnten. In der Südgruppe spielte sich der FSV Frankfurt nach oben. 1995 gewannen die Bornheimerinnen bis auf das Halbfinal-Hinspiel gegen Rumeln-Kaldenhausen alle Spiele.

Zur Saison 1997/1998 wurde die Bundesliga auf eine Gruppe mit zwölf Mannschaften verkleinert. Die Leistungsunterschiede waren immer noch zu groß. Automatisch qualifiziert waren die ersten vier Mannschaften beider Gruppen. Die Mannschaften auf den Plätzen fünf bis acht bildeten zusammen mit acht Mannschaften der jeweiligen zweiten Ligen vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften. Die vier Gruppensieger qualifizierten sich ebenfalls für die eingleisige Bundesliga. Fortuna Sachsenroß Hannover hatte sich zwar sportlich qualifiziert, zog jedoch aus finanziellen Gründen zurück. Dafür rückte der Hamburger SV nach.

Die erste Meisterschaft der eingleisigen Bundesliga sicherte sich der FSV Frankfurt. Damit begann der Niedergang des Vereins. Erst fiel man ins Mittelfeld zurück, dann verließ im Sommer 2005 die komplette Mannschaft den Verein. In der laufenden Saison hagelte es bis auf ein Unentschieden teilweilse deftige Niederlagen. Nach Ablauf der Saison 2005/06 löste der Verein die Frauenfußballabteilung auf. Auch die Sportfreunde Siegen fielen zurück und zogen sich 2001 schließlich in die Regionalliga West zurück. Im selben Jahr wurde dem FFC Flaesheim-Hillen als bisher einzigen Verein die Lizenz für die Bundesliga entzogen. Ein Beitritt zum FC Schalke 04 war im Gespräch, konnte allerdings nicht realisiert werden. Kleine Vereine wie der TuS Niederkirchen oder der SC Klinge Seckach konnten ebenfalls nicht mehr mithalten und stiegen ab.

Vom Niedergang des FSV Frankfurt profitierte in erster Linie die SG Praunheim (später 1.FFC Frankfurt), die viele Spielerinnen, u.a. Birgit Prinz, vom Lokalrivalen abwerben konnte. Zwischen 1999 und 2005 konnte sich der Verein fünf Meisterschaften sichern. Nach der Jahrtausendwende schob sich der 1.FFC Turbine Potsdam langsam aber sich an die Spitze der Bundesliga und konnte mit den Frankfurterinnen konkurrieren. In den letzten Jahren dominierten der 1.FFC Frankfurt und der 1.FFC Turbine Potsdam die Bundesliga und stellten den Großteil der Nationalmannschaft. Mittlerweile konnte sich der FCR Duisburg zur Spitzengruppe dazugesellen.

Nach dem Abstieg des FSV Frankfurt ist der 1.FFC Frankfurt der einzige Verein, der noch nie aus der Bundesliga abgestiegen ist.

Finanzen


Die Bundesliga ist trotz der Leistungskonzentration eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Die Spitzenmannschaften dominieren die Liga nach Belieben und fahren häufig hohe Siege ein. Der Grund hierfür liegt im professionellen Management der Spitzenvereine und der daraus resultierenden üppigen Budgets von ca. einer halben Millionen Euro. Das Gros der Bundesliga muss mit 150.000 bis 250.000 Euro pro Jahr auskommen.

Zuschauer


Die Zuschauerzahlen konnten in den letzten Jahren gesteigert werden, dennoch liegt der Ligaschnitt bei etwa 500. Der Zuschauerrekord bei einem Spiel liegt bei ca. 8.000, aufgestellt am letzten Spieltag der Saison 2002/03 beim Spiel Potsdam-1.FFC Frankfurt.

Die Bundesliga in den Medien


Während die Länderspiele der Nationalmannschaft seit einigen Jahren live im Fernsehen übertragen werden sind TV-Bilder über die Bundesliga eine Rarität. Der Hessische Rundfunk und der Ostdeutsche Rundfunk Berlin-Brandenburg zeigen in ihren regionalen Sportsendungen Ausschnitte aus den Spielen des 1.FFC Frankfurts bzw. des 1.FFC Turbine Potsdams. Das Kicker Sportmagazin würdigt als Fußball-Fachzeitschrift die Frauen-Bundesliga mit einer halben Seite und informiert die Leser mit Ergebnissen, Torschützinnen, der Tabelle und Meldungen.

Rekorde


  • Höchste erreichte Punktzahl: 1.FFC Frankfurt (63 Punkte, Saison 2004/05)
  • Höchste Punktzahl eines Vizemeisters: 1.FFC Frankfurt (57 Punkte, Saison 2003/04)
  • Größter Vorsprung eines Meisters: FCR Duisburg (15 Punkte, Saison 1999/2000)

  • Niedrigste Punktzahl: 1.FC Neukölln (0 Punkte, Saison 1990/91)
  • Höchste Punktzahl eines Absteigers: FFC Heike Rheine (22 Punkte, Saison 1998/99)
  • Niedrigste Punktzahl eines Nichtabsteigers: WSV Wolfsburg-Wendschott (17 Punkte, Saison 2001/02)

  • Größte Verbesserung in zwei Spielzeiten: FCR Duisburg (+24 Punkte, Saison 2004/05)
  • Größte Verschlechterung in zwei Spielzeiten: FSV Frankfurt (-27 Punkte, Saison 1998/99)

  • Höchster Sieg: 1.FFC Frankfurt - FSV Frankfurt 17:0 (Saison 2005/06)

Vereinsumbennungen und -übertritte


Im Verlaufe der Bundesligageschichte kam es häufiger zu Vereinsumbenennungen und -übertritten. Einige Vereine machten sich selbständig und traten aus ihren Stammvereinen aus. Meistens erhofften sich die Vereine bessere Vermarktungsmöglichkeiten. In Rheine und Wolfsburg wurde jeweils unter drei verschiedenen Namen gespielt. Hier eine Übersicht:

  • 1994 : VfB Rheine > FC Eintracht Rheine
  • 1996 : TSV Siegen > Sportfreunde Siegen
  • 1997 : FC Rumeln-Kaldenhausen > FCR Duisburg
  • VfR 03 Saarbrücken > 1.FC Saarbrücken
  • VfR Eintracht Wolfsburg > WSV Wolfsburg-Wendschott
  • 1998 : FC Eintracht Rheine > FFC Heike Rheine
  • 1999 : SG Praunheim > 1.FFC Frankfurt
  • 2001 : Grün-Weiß Brauweiler > FFC Brauweiler Pulheim
  • 2003 : WSV Wolfsburg-Wendschott > VfL Wolfsburg

Teilnehmende Mannschaften 2006/07


Weblinks


Fußballwettbewerb für Vereinsmannschaften | Fußball-Bundesliga | Liste (Fußball) | Bundesliga (women) | Championnat d'Allemagne de football féminin

 

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