Allianz Arena Pahu.jpg | SC Freiburg ringt BVB Unendschieden ab.JPG Arena auf schalke_gelsenkirchen_germany.JPG Fußball ist die in Deutschland beliebteste Sportart. Sechs Millionen Menschen (etwa sieben Prozent der Bevölkerung) sind in über 27.000 Fußballvereinen aktiv. Es besteht ein Ligasystem, an dessen Spitze die 1. und 2. Bundesliga stehen. In der ersten Bundesliga wird der Deutscher Meister ermittelt. Zugleich gibt es nationale Turniere wie den DFB-Pokal und den Ligapokal.
Konrad Koch, einem fortschrittlichen Lehrer des Gymnasiums Martino-Katharineum in Braunschweig gelang es als erstem, die dem Fußball entgegengebrachten Vorbehalte auszuräumen. Das erste Fußballspiel auf deutschem Boden wurde im Herbst 1874 von Schülern des Martino-Katharineums unter der Leitung Kochs und seines Kollegen August Hermann ausgetragen. 1875 legte Koch das erste Fußball-Regelwerk für dieses in Deutschland neue Spiel vor und gründete noch im selben Jahr an seiner Schule den ersten Fußballverein Deutschlands.
Die Zahl der Fußballspieler, die zunächst immer noch einige Widerstände zu überwinden hatten, wuchs seitdem ständig. Anfang der 1880er Jahre entstanden in Norddeutschland die ersten bedeutenden Vereine. Berlin war in dieser Zeit ein Zentrum des deutschen Fußballspiels, der erste Fußballclub Deutschlands ist BFC Germania 1888 aus Berlin-Tempelhof. Und so wurde 1890 der Bund Deutscher Fußballspieler gegründet. Auch im Süden Deutschlands entstanden die ersten Vereine, und 1893 wurde die Süddeutsche Fußball-Union gegründet. Beinahe wäre es bereits jetzt zu einer Vereinigung des Süddeutschen und des Berliner Verbandes gekommen. Jedoch verlangten die Berliner, dass Berlin auf Dauer Sitz des neuen Verbandes werden sollte, was von den Schwaben abgelehnt wurde. So dauerte es bis zum 28. Januar 1900 als es in Leipzig mit der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes zu einem Zusammenschluss sämtlicher zwischenzeitlich gegründeter deutschen Fußballverbände kam.
Nach der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde dann bereits 1903 die erste Endrunde um die deutsche Meisterschaft ausgetragen, die der VfB Leipzig gewann. Mit dem VfB Leipzig und anderen, wie beispielsweise Britannia Berlin, dem Karlsruher FV, Viktoria Berlin, dem Duisburger SV oder Holstein Kiel wuchsen die ersten großen Mannschaften heran. Am 5. April 1908 fand das erste offizielle Länderspiel statt. Gegen die Nationalmannschaft der Schweiz gab es eine 3:5 Niederlage in Basel. In den Anfangsjahren war die deutsche Nationalmannschaft wenig erfolgreich. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 trug die DFB Auswahl dreißig Spiele aus, von denen lediglich sechs gewonnen wurden. Eines dieser sechs gewonnenen Spiele fand während der Olympischen Spiele 1912 in Stockholm statt - Deutschland gewann am 1. Juli 1912 gegen Russland mit 16:0, dies ist bis heute der höchste Sieg der deutschen Fußball-Auswahlmannschaft. Gottfried Fuchs erzielte in diesem Spiel insgesamt 10 Tore - dieser Weltrekord hielt bis zum Jahr 2001.
Das erste Länderspiel nach dem Krieg am 27. Juni 1920 in Zürich gegen die Schweiz ging mit 1:4 verloren. Auch in der Folgezeit der 1920er Jahren verlor die deutsche Nationalmannschaft öfter als sie gewann. Doch in den deutschen Klubs wurde bereits ausgezeichneter Fußball gespielt. Ein deutlicher Schwerpunkt in dieser Zeit war Franken, denn von 1920 an bestimmten der 1.FC Nürnberg und die SpVgg Fürth beinahe zehn Jahre lang den deutschen Spitzenfußball.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde auch der Fußball seiner Freiheit beraubt. Der DFB wurde als Fachamt Reichsfußball in den Reichsbund für Leibesübungen integriert, und der Sport wurde als Propagandamittel genutzt. Die damit einhergehende finanzielle Unterstützung erlaubte es der deutschen Nationalmannschaft jedoch zwischen 1933 und dem Zusammenbruch 1945 insgesamt 105 Länderspiele zu bestreiten. Der dritte Platz bei der Weltmeisterschaft 1934 in Italien blieb aber der einzig große Erfolg. Beim olympischen Turnier in Berlin schied man gleich zu Beginn durch ein 0:2 gegen Norwegen aus, und auch bei der Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich scheiterte die Vertretung des Großdeutschen Reiches durch ein 1:1 und 2:4 gegen die Schweiz. Auf nationaler Ebene war dies die Zeit der Gauligen und des FC Schalke 04, der von 1933 bis 1942 bis auf eine Ausnahme (1936) jedesmal im Endspiel stand, und die Deutsche Meisterschaft sechsmal gewinnen konnte.
Recht schnell nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Oberligen als höchste deutsche Spielklasse gegründet. Am 10. Juli 1949 wurde in Stuttgart die Wiedergründung des Deutschen Fußball-Bundes proklamiert. Das erste Nachkriegsendspiel um die deutsche Meisterschaft 1949 gewann der VfR Mannheim gegen Borussia Dortmund. Beim FIFA-Kongress 1950 in Rio de Janeiro wurde Deutschland dank der Fürsprache der Schweiz, Englands und des Deutsch-Amerikanischen Fußball-Bundes wieder in den Weltverband aufgenommen. Am 22. November 1950 fand daraufhin das erste Nachkriegsländerspiel statt. Wieder machte die Schweiz den Anfang. Diesmal gewann Deutschland jedoch mit 1:0.
Eine Sternstunde im deutschen Fußball war der erstmalige Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, als der krasse Außenseiter Deutschland das über Jahre hinweg ungeschlagene Team Ungarns mit 3:2 besiegte. Obwohl Deutschland 1958 in Schweden lediglich Vierter wurde und 1962 in Chile bereits im Viertelfinale ausschied, bestimmte der Sieg im als Wunder von Bern bekannten WM-Finale den weiteren Weg des Fußballs in Deutschland. Gute Mannschaften wie der 1.FC Kaiserslautern, der VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und der 1. FC Köln wuchsen heran. Immer neue Stars wurden geboren. Mit der Einführung der Fußball-Bundesliga im Jahr 1963 schnellte das Leistungsniveau nach oben. Der Fußball in Deutschland wurde professioneller. und es stellten sich weitere Erfolge ein. 1966 scheiterte die Nationalmannschaf im Weltmeisterschaftsfinale gegen England nur unglücklich, 1970 in Mexiko wurde man nach mitreißenden Spielen Dritter, 1972 konnte man die Europameisterschaft und 1974 die Weltmeisterschaft gewinnen. In der Bundesliga und im Europapokal kamen die legendären Mannschaften von Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München auf, welcher sich seit den 1970er Jahren zum erfolgreichsten deutschen Fußballverein entwickelt hat.
Mit dem Gewinn der Europameisterschaften 1980 und 1996, sowie der Weltmeisterschaft 1990 in Italien und zahlreicher Erfolge deutscher Vereinsmannschaften im Europapokal demonstrierte der deutsche Fußball auch in der Folgezeit weiterhin seine Qualität, wobei sich das Leistungsniveau in den letzten Jahren unter dem anderer großer Fußballnationen eingependelt hat.
1904 trat der Deutsche Fußball-Bund dem Weltfußballverband FIFA bei. Der Beitritt zur europäischen Fußball-Union UEFA erfolgte im Jahr 1954. Mit seinen insgesamt über sechs Millionen Mitgliedern in 26.000 Vereinen ist der fünf Regional- und 21 Landesverbände umfassende Deutsche Fußball-Bund heute der größte nationale Sportfachverband der Welt.
Der DFB stellt die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft zusammen und organisiert die unter seinem Dach ausgetragenen nationalen Wettbewerbe zur Deutschen Meisterschaft, DFB-Pokal, DFB-Liga-Pokal sowie weiterer Frauen-, Jugend- und Amateurfußball-Wettbewerbe.
Nach Brasilien ist die DFB-Auswahl die erfolgreichste Fußballnationalmannschaft der Welt.
Die Deutsche Fußballnationalmannschaft wurde bisher dreimal Fußball-Europameister, war 1988 auch Gastgeber des Wettbewerbs. Fußball-Weltmeister wurde Deutschland ebenfalls dreimal, dabei 1974 auch im eigenen Land. Ein zweites Mal wird Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 austragen.
| Jahr | Gastgeber | Ergebnis | S | U | N | Tore |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1934 | Italien | Dritter Platz | 3 | 1 | 11:8 | |
| 1938 | Frankreich | Runde 1 | 0 | 1 | 1 | 3:5 |
| 1954 | Schweiz | Weltmeister | 6 | 1 | 25:14 | |
| 1958 | Schweden | Vierter Platz | 2 | 2 | 2 | 12:14 |
| 1962 | Chile | Viertelfinale | 2 | 1 | 1 | 4:2 |
| 1966 | England | Zweiter Platz | 4 | 1 | 1 | 15:6 |
| 1970 | Mexiko | Dritter Platz | 4 | 1 | 1 | 17:10 |
| 1974 | Deutschland | Weltmeister | 6 | 0 | 1 | 13:4 |
| 1978 | Argentinien | 2. Gruppenphase | 1 | 4 | 1 | 10:5 |
| 1982 | Spanien | Zweiter Platz | 3 | 2 | 2 | 12:10 |
| 1986 | Mexiko | Zweiter Platz | 3 | 2 | 2 | 8:7 |
| 1990 | Italien | Weltmeister | 5 | 2 | 0 | 15:5 |
| 1994 | USA | Viertelfinale | 3 | 1 | 1 | 9:7 |
| 1998 | Frankreich | Viertelfinale | 3 | 1 | 1 | 8:6 |
| 2002 | Japan und Südkorea | Zweiter Platz | 5 | 1 | 1 | 14:3 |
| 2006 | Deutschland | Dritter Platz | 5 | 1 | 1 | 14:6 |
| Jahr | Gastgeber | Ergebnis | S | U | N | Tore |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1972 | Belgien | Europameister | 2 | 0 | 5:1 | |
| 1976 | Jugoslawien | Zweiter Platz | 1 | 1 | 0 | 6:4 |
| 1980 | Italien | Europameister | 3 | 1 | 0 | 6:3 |
| 1984 | Frankreich | Vorrunde | 1 | 1 | 1 | 2:2 |
| 1988 | BRD | Halbfinale | 2 | 1 | 1 | 6:3 |
| 1992 | Schweden | Zweiter Platz | 2 | 1 | 2 | 7:8 |
| 1996 | England | Europameister | 4 | 2 | 0 | 10:3 |
| 2000 | Belgien und Niederlande | Vorrunde | 0 | 1 | 2 | 1:5 |
| 2004 | Portugal | Vorrunde | 2 | 1 | 2:3 |
| Jahr | Gastgeber | Ergebnis | S | U | N | Tore |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1999 | Mexiko | Vorrunde | 1 | 2 | 2:6 | |
| 2005 | Deutschland | Dritter Platz | 3 | 1 | 1 | 15:11 |
Der deutsche Meister wurde in dieser Zeit ebenfalls in einer Endrunde ermittelt. Die Gaumeister wurden zunächst in 4 Gruppen zu vier Mannschaften eingeteilt, die jeweils in Hin- und Rückspiel gegeneinander antraten. Die Erstplazierten bestritten anschließend auf neutralen Plätzen Halbfinals und Endspiel, sowie ab 1936 auch ein Spiel um den dritten Platz. Durch die neu entstandenen Gauligen in den hinzugewonnenen Gebieten, und die Unterteilung der größeren Gaue im Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Endrundenteilnehmer auf bis zu 31 an. Ab 1942 wurde daher der deutsche Meister ohne Gruppenspiele im K.O.-System ermittelt. Die Gegner wurden einander dabei nicht durch das Los, sondern nach geographischen Gesichtspunkten zugeteilt.
Aufgrund des Zweiten Weltkrieges beendeten die Gauligen die Spielzeit 1944/45 nicht mehr. Mit der Kapitulation des Deutschen Reiches wurden die Gauligen aufgelöst.
Als zweite deutsche Vertragsspielerklasse existierte unterhalb der Oberligen im Süden, Südwesten und Westen eine 2. Oberliga. Nur im Norden und in Berlin gab es diese "alten" zweiten Ligen nicht. Hier folgten unterhalb der Oberliga gleich die Amateurligen. Die höchsten Ligen im Amateurbereich wurden als 1. und 2. Amateurliga bezeichnet. Unter ihnen folgten die A-, B- und C-Klassen.
Zur Erhöhung der Leistungsdichte ersetzte 1974 die Zweite Bundesliga die Regionalligen als Unterbau der Bundesliga. Im Amateurbereich erfolgte 1978 eine Konzentration der Kräfte durch die Einführung der Amateuroberligen als höchste Amateurklasse. 1994 wurden die Regionalligen als dritthöchste Spielklasse wiedereingeführt.
Bundesliga-Landkarte.png Der Fußball in Deutschland ist, ähnlich wie dessen Bevölkerung, ungleichmäßig über das Land verteilt. Im Fußball-Ballungsraum Nordrhein-Westfalen sind mit dem VfL Bochum, Arminia Bielefeld, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, dem Alemannia Aachen sowie dem FC Schalke 04 sieben Bundesliga-Klubs im Westen des Landes vertreten. Der FC Bayern München, 1. FC Nürnberg, VfB Stuttgart, FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt sind über die südliche Hälfte des Landes verteilt. Im Norden sind mit Werder Bremen, dem Hamburger Sportverein, Hannover 96 und VfL Wolfsburg vier Vereine zu finden. Nur Schleswig-Holstein, das Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern haben keine Fußballmannschaft in der höchsten deutschen Fußballliga. Nach der deutschen Wiedervereinigung gab es zunächst einen Absturz der Ostvereine. Seit 1991 spielten Hansa Rostock (elf Jahre), Dynamo Dresden (vier Jahre), Energie Cottbus (drei Jahre) sowie VfB Leipzig (ein Jahr) in der Fußball-Bundesliga. Energie Cottbus als Wiederaufsteiger in die Bundesliga der Saison 2006/07 zeigt, dass sich der Fußball im Osten längst stabilisiert hat.
Die Gründe für die Verteilung des Fußballs in Deutschland sind in komplexeren Zusammenhängen zu finden. Die finanziellen Probleme der Fußballvereine im Osten Deutschlands spiegelt die wirtschaftliche Situation der Region wieder. Es ist für die Vereine schwierig, in den wirtschaftlich schwachen Bundesländern mit hoher Arbeitslosigkeit und großen Wirtschaftsproblemen Sponsoren zu finden. Es liegt auch auf der Hand, dass junge Fußballtalente aufgrund der Perspektivlosigkeit in den Westen abwandern. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht die Hauptgründe für den Absturz der Vereine aus den neuen Bundesländern in der wirtschaftlichen und sozialen Struktur der Region.
Die „Ligen-Pyramide“ stellt den Aufbau des deutschen Ligensystems schematisch dar.
| 1. Fußball-Bundesliga | |||||||||
| Die 1. und 2. Liga | Drei Absteiger | ||||||||
Aufstieg und Abstieg innerhalb des Ligensystems sind nur grundsätzlich geregelt und werden von Saison zu Saison neu definiert. Der sportliche Auf- und (vor allem) Abstieg, also das Erreichen einer bestimmten Platzierung zum Saisonende wird immer öfter durch nicht-sportliche Entscheidungen ergänzt und vorweggenommen:
Für die 1. Fußball-Bundesliga und 2. Fußball-Bundesliga vergibt die Deutsche Fußball Liga nach einem Lizenzierungsverfahren die Profilizenz, für die Ligen ab der Regionalliga sind die jeweiligen Regionalverbände für die Lizenzvergabe zuständig.
Die 1. Fußball-Bundesliga ist die höchste Fußballklasse im deutschen Fußballsystem. 18 Profimannschaften spielen um die deutsche Meisterschaft. In 17 Spielen pro Hin- und Rückrunde spielen alle Teams gegeneinander, jedes Team hat in der gesamten Saison 17 Heim- und 17 Auswärtsspiele. Jede Saison steigen die letzten drei Mannschaften ab.
Die nächst niedrigere Liga ist die 2. Bundesliga, die ebenfalls zum Profifußball zählt. Auch in der zweiten Liga in Deutschland spielen 18 Mannschaften in einer Hin- und einer Rückrunde gegeneinander. Während am Ende der Saison die letzten drei Mannschaften der 1. Bundesliga in die 2. Bundesliga absteigen, spielen die ersten drei Mannschaften der 2. Bundesliga in der Folgesaison in der 1. Bundesliga. Die Mannschaften, die am Saisonende die Plätze 15 bis 18 belegen, steigen in die jeweilige Regionalliga ab.
Unterhalb der beiden Profiligen befindet sich die dritte deutsche Liga, die Fußball-Regionalliga, die höchste Amateurliga in Deutschland. Seit der Saison 2000/01 wird in zwei Staffeln (Süd und Nord) gespielt. Die Regionalliga Nord spielt derzeit mit 19 Mannschaften, die Regionalliga Süd mit 18 Vereinen. Die Meister und Vizemeister der beiden Staffeln steigen jeweils in die 2. Bundesliga auf, wobei Amateurmannschaften von Erst- und Zweitligisten nicht aufstiegsberechtigt sind. Belegen sie einen der ersten beiden Plätze, rücken nächstplatzierte Mannschaften nach. Aus der Regionalliga Nord steigen 5 Mannschaften in die Oberligen ab, in der Regionalliga Süd sind dies 4 Mannschaften.
Die Oberliga ist die vierthöchste Spielklasse in Deutschland. Seit der Saison 2004/2005 ist diese Amateurspielklasse noch in neun Oberligen eingeteilt:
Die fünfthöchste Fußball-Amateurspielklasse ist in Deutschland je nach Regionalverband die Landesliga bzw. Verbandsliga.
In die „Oberliga Hessen“ steigen je vier Mannschaften auf, die Meister der Landesliga Hessen Nord, Landesliga Hessen Mitte, Landesliga Hessen Süd. Die drei Tabellenzweiten der Landesliga spielen den vierten Aufsteiger aus. Es steigen je der Meister aus der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern, Verbandsliga Berlin, Verbandsliga Brandenburg in die „Oberliga Nordost (Nord)“ und die Meister der Verbandsliga Sachsen-Anhalt, Landesliga Sachsen und der Landesliga Thüringen in die „Oberliga Nordost (Süd)“ auf.
In die „Oberliga Bayern“ steigen je vier Mannschaften auf, die Meister der Landesliga Bayern Nord, Landesliga Bayern Mitte, Landesliga Bayern Süd. Die Zweiten der Landesligen spielen zusammen mit dem Verein, der in der Bayernliga direkt über den direkten Abstiegsplätzen platziert ist, in einen KO-System-Turnier, den vierten Aufsteiger aus.
In die „Oberliga Baden-Württemberg“ steigen der Meister der Verbandsliga Nordbaden, der Verbandsliga Südbaden und der Verbandsliga Württemberg auf. Die Zweiten der Verbandsligen spielen eine Relegation um den vierten Aufstiegsplatz aus.
Je nach Verband ist die sechsthöchste Spielklasse eine Landesliga, falls die fünfhöchste eine Verbandsliga war. Ist jedoch die fünfthöchste eine Landesliga so befindet sich darunter die Bezirksliga. In Bayern und Hessen gibt es zwischen Landesliga und Bezirksliga noch die Bezirksoberliga.
Unter der Bezirksliga befindet sich in einigen Regionalverbänden die Bezirksklasse. Die nächstniedrigere Spielklasse der Landesverbände ist die Kreisliga (A, B, C) oder Kreisklasse.
Am Ligapokal (oder auch "Premiere-Ligapokal") nehmen der Deutsche Meister, der Vizemeister, die nächstfolgenden 5 bestplatzierten Vereine der Bundesliga-Abschlusstabelle der vorangegangenen Spielzeit sowie der DFB-Vereinspokal-Sieger teil. Ist ein Verein doppelt qualifiziert, so wird der freibleibende Startplatz an einen nachrückenden Bundesligisten übertragen. Eine gleichzeitige Teilnahme am UEFA Intertoto Cup und am Premiere-Ligapokal ist ausgeschlossen.
Deutsche Vereinsmannschaften waren in der Vergangenheit bei den europäischen Pokalwettbewerben recht erfolgreich. Seit dem ersten Europapokalgewinn durch Borussia Dortmund im Jahr 1966 konnten acht weitere deutsche Mannschaften insgesamt 17 europäische Titel erringen:
- bgcolor="#CCDDEE" | Verein | Champions League | Europapokal der Pokalsieger | UEFA-Pokal | - bgcolor="#DDEEFF" | FC Bayern München | 4 | 1 | 1 | - bgcolor="#DDEEFF" | Borussia Dortmund | 1 | 1 | 0 | - bgcolor="#DDEEFF" | Hamburger SV | 1 | 1 | 0 | - bgcolor="#DDEEFF" | 1. FC Magdeburg | 0 | 1 | 0 | - bgcolor="#DDEEFF" | Werder Bremen | 0 | 1 | 0 | - bgcolor="#DDEEFF" | Borussia Mönchengladbach | 0 | 0 | 2 | - bgcolor="#DDEEFF" | Bayer Leverkusen | 0 | 0 | 1 | - bgcolor="#DDEEFF" | FC Schalke 04 | 0 | 0 | 1 | - bgcolor="#DDEEFF" | Eintracht Frankfurt | 0 | 0 | 1 |
|---|
Neben Borussia Dortmund gewannen als weitere deutsche Mannschaften Bayern München (1967), der Hamburger SV (1977) und Werder Bremen (1992) den Europapokal der Pokalsieger. Zudem konnte der 1. FC Magdeburg 1974 als einzige Mannschaft im DDR-Fußball mit dem Europapokal der Pokalsieger den Gewinn eines europäischen Cupwettbewerbes feiern.
Der europäische Pokalsieger-Wettbewerb wurde nach der Saison 1998/99 eingestellt. Der letzte deutsche Verein in einem Finale des Europapokal der Pokalsieger war der VfB Stuttgart, der dieses in der Saison 1997/98 jedoch gegen den FC Chelsea unglücklich mit 0:1 verlor.
| Jahr | Gastgeber | Ergebnis | S | U | N | Tore |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1991 | China | Vierter Platz | 4 | 2 | 13:10 | |
| 1995 | Schweden | Zweiter Platz | 4 | 0 | 2 | 13:6 |
| 1999 | USA | Viertelfinale | 1 | 2 | 1 | 12:7 |
| 2003 | USA | Weltmeister | 6 | 0 | 0 | 25:4 |
| Jahr | Gastgeber | Ergebnis | S | U | N | Tore |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1984 | Schweden/England | keine Qualifikation für die Endrunde | - | - | - | |
| 1987 | Norwegen | keine Qualifikation für die Endrunde | - | - | - | |
| 1989 | Deutschland | Europameister | 3 | 8:3 | ||
| 1991 | Dänemark | Europameister | 4 | 0 | 0 | 12:2 |
| 1993 | Italien | Halbfinale | 1 | 1 | 1 | 8:1 |
| 1995 | Deutschland | Europameister | 5 | 14:4 | ||
| 1997 | Norwegen | Europameister | 3 | 2 | 6:1 | |
| 2001 | Deutschland | Europameister | 5 | 13:1 | ||
| 2005 | England | Europameister | 5 | 15:2 |
Die größte Spielstätte ist das Olympiastadion in Berlin, welches 76.000 Sitzplätze bietet. Der Signal Iduna Park in Dortmund fasst einschließlich Stehplätzen sogar 81.264 Zuschauer (bei reiner Sitzplatzbelegung 65.000). Die am 30. Mai 2005 Eröffnete Allianz Arena in München hat eine Gesamtkapazität von 69.901 (bei reiner Sitzplatzbelegung 66.000) und zählt damit zu den Größten in Deutschland.
Die Qualität der deutschen Stadien ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Dies lässt sich unter anderem daran ablesen, dass alleine sechs deutsche Arenen das Prädikat Fünfsternestadion tragen und somit berechtigt sind, Championsleague- sowie Welt- und Europameisterschaftsendspiele auszutragen. Die meisten Bundesligastadien wurden in den Jahren ab 2000 (teilweise im Rahmen der WM-Vorbereitung) umfassend modernisiert.
Durch die strengen Richtlinien der DFL sind auch die Spielstätten der zweiten Bundesliga in einem guten Zustand. Die Stadien in Köln und Kaiserslautern genügten den strengen FIFA-Kriterien und zählten zu den Austragungsorten der WM 2006. Nachdem der Bauboom zunächst hauptsächlich in den Stadien der ersten Liga zu beobachten war, werden inzwischen auch in der zweiten und dritten Liga neue, moderne Stadien errichtet.
Zwar gibt es in Deutschland keine Sitzplatzpflicht, doch ist der Stehplatzanteil in den großen Stadien in den letzten Jahren gesunken. Gleichzeitig werden aus wirtschaftlichen Gründen vermehrt VIP-Logen in die Fußballstadien einbezogen. Die Ticketpreise in Deutschland sind deutlich niedriger als in Italien und England, allerdings steigen die Eintrittspreise in Deutschland stärker als das durchschnittliche Preisniveau.
Dies änderte sich ab den 1970er Jahren, als die Fans mehr und mehr Bestandteil des Spiels wurden und die zwei Hauptkulturen die vor allem aus England und Italien stammen in Deutschland ausbreiteten. Das eine waren die Hooligans, das andere die Ultrà-Bewegung. In den 1970er und 80ern waren die meisten Fans sogenannte "Kutten" oder "Kuttenträger". Es gab keine Sicherheitsmaßnahmen, und so vermischten sich die verschiedenen Gruppen vor und nach den Spielen, und es kam zu Kämpfen zwischen den rivalisierenden Fangruppen. Dies war die Keimzelle der Hooligans in Deutschland, welche zwischenzweitlich jedoch an Bedeutung verloren haben.
Mit dem verschwinden der "Kuttenträger" und Hooligans begann die Ultrà-Bewegung in deutschen Stadien. Im Unterschied zu Hooligans steht bei Ultras der Fußball im Vordergrund und nicht die Gewalt. Schlägereien und Kämpfe sind aber auch ein Bestandteil der Ultra-Kultur, einige deutsche Gruppen distanzieren sich jedoch, teilweise unter dem Eindruck des polizeilichen Vorgehens gegen die Gewalttäter, von Gewalt. Allerdings gerät das Klauen von gegnerischen Fanutensilien, insbesondere von Schals und Zaunfahnen, immer mehr in Mode.
Deutschland erreichte die Ultra-Bewegung erst Anfang der 1990er. Mittlerweile existieren bei fast allen Vereinen der oberen drei Ligen, aber auch in hierarchisch tieferen Spielklassen Gruppen, die sich selbst als Ultras sehen. In vielen Fanszenen spielen die Ultras allein schon deswegen eine dominante Rolle, weil es keine weiteren Gruppierungen gibt, die ihnen diesen Platz streitig machen können. Das daraus resultierende Missverständnis, die Ultras hätten einen Alleinvertretungsanspruch der Kurve und Befehlsgewalt über den Fanblock, führt immer wieder zu Konflikten zwischen Ultras und unorganisierten Fans.
Die Mehrheit der deutschen Ultra-Gruppierungen verhält sich unpolitisch. Im Osten Deutschlands haben sich jedoch einige rechte Element, vor allem bei Dynamo Berlin etabliert. Im Westen ist der Anarchismus in zusammenhang mit dem FC St. Pauli am bekanntesten. Ultras in Deutschland geht es hauptsächlich um die "Verbesserung der Stimmung" und das Wachsen der eigenen Gruppe. Ultras fungieren quasi als "Gegenpol zum unkritischen und konsumierenden Mainstream in den deutschen Fußballstadien".
Da Feuerwerkskörper aller Art in deutschen Stadien verboten sind, kommt es mittlerweile fast nur noch in unteren Ligen zum Einsatz von bengalischen Feuern und ähnlichen Mitteln. In der Bundesliga ist der Einsatz von pyrotechnischen Materialien zumindest im Ligabetrieb selten geworden.
Siehe auch:
Siehe auch
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