fussball.jpg | Jakarta old football.jpg) - Kontrast zum Hightech- Profiball]]
Ein Fußball ist der Ball im gleichnamigen Spiel (siehe Fußball).
Ein klassischer Fußball besteht aus zwölf Fünfecken und 20 Sechsecken. Aus geometrischer Sicht ist ein Fußball ein Ikosaeder, dessen zwölf Ecken zu Fünfecken plattgedrückt wurden – oder ein Dodekaeder, dessen 20 Ecken zu Sechsecken geplättet wurden. Ein Fußball besitzt somit die volle Symmetrie eines Ikosaeders (Ikosaedergruppe).
Nach den Regeln des DFBs ist ein Fußball regelgerecht, wenn er
- kugelförmig ist
- aus Leder oder einem anderen geeigneten Material gefertigt ist
- einen Umfang zwischen mindestens 68 und höchstens 70 cm hat
- zu Spielbeginn mindestens 410 und höchstens 450 Gramm wiegt und
- sein Druck 0,6-1,1 Atmosphären beträgt, was 600-1100 g/cm² auf Meereshöhe entspricht
Bekannt ist der Effetball, der auf dem Magnus-Effekt beruht.
Fertigungsschritte eines klassischen Fußballs
Klassische Fußbälle werden meist wie folgt angefertigt.
- Auf der Rückseite wird PVC in einzelnen Bahnen mit einem Futter aus mehreren Lagen Baumwoll- und Polyestherstoff beklebt. Dadurch wird der Ball stabilisiert und behält seine Form.
- Die 5- oder 6-eckigen „Waben“ werden gestanzt und zugleich mit Schlitzen für die Naht versehen. Ein Arbeiter stanzt pro Tag Einzelteile für 300 bis 400 Bälle aus.
- Die ausgestanzten Einzelteile werden zu Sätzen sortiert. Die aus Naturkautschuk bestehende Gummiblase sowie der Nähfaden werden dazu sortiert. Auf die Fäden wird Wachs aufgetragen, um die Naht und den Ball wasserdicht zu machen.
- Fußballherstellung ist Handarbeit. Für einen Ball muss man durchschnittlich mit 3 Stunden Nähzeit rechnen, so dass ein Arbeiter etwa 3 Bälle pro Tag nähen kann (Qualitätsstufe B).
- Nach dem Nähen findet eine Qualitätskontrolle statt. Rundheit, Masse und Luftverlust werden überprüft. Anschließend werden sie lackiert und bekommen Design und Markenlabel aufgetragen. Schließlich werden sie exportfertig verpackt und per Flugzeug oder Schiff an den Bestimmungsort versandt.
Seit 2004 gibt es auch neuere Fertigungsmethoden bei denen der Ball dann nicht mehr vernäht sondern verklebt wird.
Geschichte
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Bis zum Ende der
60er Jahre bestand der Fußball aus (Rind-)Leder und war mit einer
Schweinsblase gefüllt. Diese wurde am oberen Ende, dem so genannten Schnüdel, zusammengeknotet, so dass die Luft nicht entweichen konnte. Der Nachteil des Lederballs war, dass er sich bei Regen mit Wasser vollsog und so schwerer wurde. Das Schießen/Treten konnte dann sehr erschwert werden. In den
30er Jahren erfanden Argentinier die Blase mit Ventil. Zuvor hielt ein Netz den Ball zusammen, was beim
Kopfball Probleme bereitete.
Bestand der Ball ursprünglich aus Lederstreifen, so wurde bei der Fußballweltmeisterschaft 1970 in Mexiko der Ball mit den Fünf- und Sechsecken geboren. Der Telstar war der erste offizielle Ball einer Fußball-WM, bei den vorherigen Weltmeisterschaften stellte immer der Gastgeber das Spielgerät. Mit dem Azteca, der erstmals bei der Weltmeisterschaft 1986 eingesetzt wurde, wiederum in Mexiko, wurde wieder eine neue Evolutionsstufe bei Fußbällen erreicht. Der Azteca war der erste Fußball, der statt aus Leder aus Kunststoff bestand und somit weitestgehend gegen Nässe unempfindlich war und ein gleich bleibendes Masse und Spielbarkeit garantierte. Die nächste Entwicklungsstufe bei Fußbällen war der Roteiro, der für die Fußballeuropameisterschaft 2004 in Portugal entwickelt wurde. Dieser Ball besteht aus mehreren Kunststoffschichten und ist nicht mehr genäht, sondern geklebt.
Heute ist der Ball stabil und kann auch bei einem harten Schuss nicht platzen oder Luft verlieren, was früher Probleme bereitete und das Spielende herbeiführte.
Etwa 80 % der Weltproduktion an Fußbällen (mehr als 40 Millionen Stück/Jahr) stammen aus dem Gebiet um die Stadt Sialkot im Punjab (Pakistan). Die Fußbälle werden bis auf einige Ausnahmen (Faire Fußbälle, siehe Fair Trade) von äußerst schlecht bezahlten Näherinnen hergestellt, oft auch von Kindern unter 14 Jahren. Pro Ball benötigen die Näher zirka drei Stunden und verdienen dabei 60 Cent.
Um Kinderarbeit einzuschränken, beauftragen einige Sportartikelkonzerne nur noch Firmen, die ihre Arbeiter zentral in großen Fabrikhallen unter kontrollierten Arbeitsbedingungen beschäftigen. Andere verlagern die Produktion nach China, da die Löhne dort noch niedriger sind.
Auch die neuen Kunststoffbälle bedrohen die Einkommen Zehntausender Pakistani, da sie nicht mehr vernäht, sondern vollautomatisch verklebt werden.
Offizielle Spielbälle
Seit 1970 wurden alle offiziellen Spielbälle bei den Welt- und Europa-Meisterschaften sowie den Olympischen Sommerspielen von
Adidas zur Verfügung gestellt.
FIFA Fußball-Weltmeisterschaften (ab 1970)
Der
Telstar war, wie alle anderen Bälle seiner Zeit, komplett aus
Leder. Im Gegensatz zu anderen Bällen war er jedoch aus 32 handgenähten
Panels gefertigt (12 schwarze
Fünfecke und 20 weiße
Sechsecke). Damit war er der rundeste Ball seiner Zeit.
Das Design des
Telstar schrieb Fußballgeschichte: Der Telstar war der erste weiße Fußball mit schwarzen Fünfecken. Die WM von
1970 in
Mexiko war die erste FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, die im
Fernsehen live übertragen wurde, der Telstar – dessen Name von
„Star of Television“ abgeleitet wurde – war im Schwarzweißfernsehen deutlich besser zu erkennen. Bis heute gilt der Telstar als das Urdesign aller modernen Fußbälle.
Bei der Fußball-WM in
Deutschland 1974 wurden zwei Spielbälle eingesetzt. Der
Telstar erlebte sein Comeback mit einer schwarzen statt der bisherigen goldfarbenen Beschriftung. Zusätzlich führte man nach dem Erfolg des
Telstar mit dem
Chile ein ganz in Weiß gehaltenes neues Modell ein (benannt wurde dieses nach einem rundum weißen Ball, mit dem während der
WM 1962 in
Chile gespielt wurde). Für den
Telstar und den
Chile wurden die gleichen Materialien wie vier Jahre zuvor verwendet.
Im Fußballdesign gab es
1978 mit der Einführung des
Tango eine weitere Entwicklung. 20 gleiche „Triaden“ vermittelten den optischen Eindruck von 12 identischen Kreisen. Die Spielbälle der nächsten fünf Fußball-Weltmeisterschaften basierten auf diesem Grunddesign. Der Tango zeichnete sich durch eine höhere Wetterbeständigkeit aus.
Gegenüber dem
Tango von 1978 wurde das Design für die WM
1982 nur geringfügig verändert. Allerdings kam beim
Tango España eine wichtige technische Innovation zum Einsatz. Der
Tango España, noch immer ganz aus Leder, hatte erstmals wasserdicht versiegelte Nähte. Dadurch verringerte sich die Wasseraufnahme des Balls bei feuchtem Spielwetter drastisch und die Massenzunahme wurde minimiert.
Der
Azteca war der erste voll
synthetische Spielball bei einer FIFA Fußball-Weltmeisterschaft. Die Verwendung von synthetischen Materialien erhöhte die Strapazierfähigkeit und reduzierte die Wasseraufnahme weiter. Der
Azteca zeigte bis dahin unerreichte Eigenschaften bei harten Böden, in Höhenlagen und bei feuchtem Klima. Sowohl das Design des Balles ist von der kulturellen Vergangenheit des Landes geprägt, wie auch der Name, der von den
Azteken abgeleitet ist.
Der
Etrusco Unico stellte die nächste Entwicklungsstufe
synthetischer Materialien dar: Er war der erste Spielball mit einer inneren Schicht aus schwarzem
Polyurethan-Schaum. Dadurch war der
Etrusco Unico vollständig wasserabweisend. Der Ball ließ sich besser spielen und erreichte höhere Schussgeschwindigkeiten. Jede der 20 Tango-Triaden zierten drei etruskische Löwenköpfe.
Der erste Spielball mit einer Hightech-Schicht aus weißem
Polyethylenschaum mit besonders hoher Energierückgabe. Durch die PE-Schicht war der
Questra am Fuß besser kontrollierbar, löste sich aber gleichzeitig auch deutlich schneller vom Fuß, was sich in höheren Schussgeschwindigkeiten bemerkbar machte. Der Name und das Design stehen unter dem amerikanischen Motto „Quest for the stars“ (
Griff nach den Sternen).
Der
Tricolore war der erste mehrfarbige WM-Spielball. Inspiriert wurden der Name und das Design des Balls durch die
französische Flagge (die
Trikolore) und den „gallischen Hahn“, das traditionelle Symbol der
Franzosen und des
französischen Fußballverbands.
Der
Tricolore besaß zudem eine neu entwickelte Schicht aus „syntaktischem Schaum“ - eine dichte, regelmäßig angeordnete Matrix aus mit Gas gefüllten, einzeln verschlossenen und besonders strapazierfähigen Mikrobällen. Dank des syntaktischen Schaums war der Ball noch strapazierfähiger und überzeugte mit verbesserter Energierückgabe und Formbeständigkeit.
Der
Fevernova war in seinem asiatisch bunten Design der erste Spielball für eine Fußball-Weltmeisterschaft seit 1978 mit einer anderen Gestaltung als der traditionelle
Tango. Die verbesserte syntaktische Schaumschicht des Fevernova verlieh dem Ball in Kombination mit dem dreilagigen Gewebe eine präzisere und besser berechenbare Flugbahn.
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+Teamgeist™ wurde im Rahmen der Endrundenauslosung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland
2006 in
Leipzig am
9. Dezember 2005 offiziell vorgestellt.
Durch die neuartige Anordnung von 14 Panels (sechs „Propeller“ und acht „Turbinen“) wird eine insgesamt rundere Struktur erreicht. +Teamgeist weist somit eine maximale Abweichung von 0,1 Prozent von der perfekten Kugel auf. Das soll eine deutliche Verbesserung in Bezug auf Präzision und Ballkontrolle bewirken. Außerdem wird dadurch die Länge der Nahtstellen verringert, was zu einer besseren Belastbarkeit führt. Die einzelnen Panels sind nicht miteinander vernäht, sondern, wie beim Roteiro 2004, verklebt.
In einem Fußball-Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 6/2006) schnitt der WM-Ball am besten ab. Er habe die besten Balleigenschaften und die größte Haltbarkeit gezeigt. Allerdings war er mit 110 Euro auch das teuerste getestete Modell.
Erstmals bei einer Fußball-Weltmeisterschaft werden alle Bälle mit den Namen der beiden spielenden Mannschaften sowie dem Datum, der Uhrzeit und mit dem Spielort beschriftet sein. Beim Finale wird eine goldfarbene Version des Balls (+Teamgeist Berlin) eingesetzt.
Kritiker wie z.B. der deutsche Torhüter Jens Lehmann bemängeln, dass dieser Ballaufbau dazu führe, dass der Ball im Flug unrund flattere und nass glitschiger sei als die Vorgänger, was die Aufgabe für die Torhüter erschwere.
Topologisch gesehen handelt es sich bei dieser neuen Ballvariante um einen Oktaederstumpf.
Der neue
Pelias wird wie der Ball der
Olympischen Spiele von Athen mit der neu entwickelten thermischen Klebetechnik hergestellt, unterscheidet sich von diesem allerdings in der Farbgebung. Die neue
Power Balance Technologie des Balles sorgt für gleich bleibende Präzision und Ausgewogenheit in jeder Flugphase. Vergleichbar mit dem
Auswuchten eines
Autoreifens wurde beim neuen Pelias ein Gegengewicht zum
Ventil eingearbeitet, so dass eine noch ruhigere
Flugbahn garantiert ist. Durch die neue Klebetechnik weist der Pelias eine nahtlose Oberfläche auf. Das Ergebnis sind neben den berechenbaren Flugeigenschaften, eine deutlich geringere Wasseraufnahme und maximale Abriebfestigkeit. Als Hommage an das Gastgeberland Deutschland haben die Designer dem Ball ein frisches und lebendiges Äußeres gegeben, welches an den offiziellen Spielball der Olympischen Spiele von Athen angelehnt ist. Die traditionellen Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold werden dabei in dezenter Weise aufgenommen und in eine innere Linienführung integriert.
Der
Questra Europa war der offizielle Spielball der
UEFA Fußball-Europameisterschaft 1996 (Euro 96) in
England. Es war eine Weiterentwicklung des Spielballs der
FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 1994, dem
Questra. Auch das Design wurde, zum ersten Mal bei einer EM, dem Gastgeberland angepasst und so zierten drei metallic-blaue Löwen und eine rote Rose die Sechsecke; somit war der
Questra Europa der erste farbige Fußball bei einem wichtigen Fußballturnier.
Der
Terrestra Silverstream von
adidas war
2000 bei der
UEFA Fußball-Europameisterschaft 2000 der offizielle Spielball. Das Turnier wurde zum ersten Mal von zwei Ländern ausgerichtet und somit wurde das Design den Flüssen angepasst, für die die beiden Gastgeberländer
Belgien und die
Niederlande berühmt sind. Von den Einwohnern werden sie wegen ihres Leuchtens in der Morgensonne, übersetzt, auch „Silver Streams“ genannt.
Der
Roteiro war der offizielle Spielball der
UEFA Fußball-Europameisterschaft 2004 in
Portugal. Dieser Fußball wurde erstmals nicht zusammengenäht, sondern thermisch verklebt und besteht daher nur aus Kunststoff (
Polyurethan). Außerdem befindet sich gegenüber dem Ventil ein kleines Gewicht, welches die
Unwucht kompensieren soll.
Der Ball wurde nach dem
Logbuch des berühmten portugiesischen Seefahrers und Entdeckers
Vasco da Gama benannt. Die aqua-metallische Grundfarbe des Balles mit blauen Streifen sollte dabei an den Himmel und das Meer erinnern, während feine silberne Linien das Koordinatensystem repräsentieren sollten.
Wie schon der
Questra Europa, der bei der
UEFA Fußball-Europameisterschaft 1996 in
England im Juni desselben Jahres zum Einsatz kam, war der
Questra Olympia, der Spielball der
Olympischen Spiele, ein grafisch angepasster
Questra, der bereits bei der
FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den
USA zum Einsatz kam. Das Olympische Feuer zierte anstelle der Sterne bzw. der Löwen die Sechsecke, was dem Ball einen orangen Akzent verlieh.
Der
Gamarada war eine grafische Überarbeitung des Spielballs der
UEFA Fußball-Europameisterschaft 2000, des Terrestra Silverstrams. Anstelle von silber, erstrahlte er jetzt in rot und orange, den Farben der australischen
Outbacks. Der Name ist aus der Sprache der
Aborigines und bedeutet soviel wie Freund.
Der nach der griechischen Mythologie benannte
Pelias war der offizielle Spielball der
Olympischen Spiele von Athen im Jahre 2004. Es war der erste Fußball, der für die
Olympischen Spiele neu designt wurde und nicht bloß eine grafische Anpassung erhielt.
Siehe auch
Weblinks
Sportgerät | Fußball
Football (ball) | Piedpilko | Ballon (football) | Nogometna lopta | サッカーボール