| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Fritzlar.png | fritzlar_hessen_karte.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Kassel |
| Landkreis: | Schwalm-Eder-Kreis |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 170 m ü. NN |
| Fläche: | 88,79 km² |
| Einwohner: | 14.716 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 166 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 34560 |
| Vorwahl: | 05622 |
| Kfz-Kennzeichen: | HR (bis 1973: FZ) |
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 34 005 |
| Stadtgliederung: | 10 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Zwischen den Krämen 7 34560 Fritzlar |
| Offizielle Website: | www.fritzlar.de |
| E-Mail-Adresse: | stadt@fritzlar.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Karl-Wilhelm Lange (CDU) |
Die Dom- und Kaiserstadt Fritzlar ist eine Kleinstadt im Schwalm-Eder-Kreis im Norden von Hessen, etwa 25 km südlich von Kassel. Sie gilt als der Ort, an dem sowohl die Christianisierung Mittel- und Norddeutschlands (mit dem Fällen der Donareiche im Jahre 723 durch Bonifatius), als auch das mittelalterliche Deutsche Reich (mit der Wahl von Heinrich I. zum König der Deutschen auf dem Reichstag von 919) ihren Anfang nahmen.
Der Name Fritzlar ist abgeleitet von der ursprünglichen Bezeichnung Friedeslar = Ort des Friedens.
Der mittelalterliche Stadtkern ist von einer weithin intakten Stadtmauer umringt, die an strategischen Stellen von Türmen gekrönt ist. Mit 37 m Höhe ist der „Graue Turm“ der höchste noch stehende städtische Wachturm in Deutschland. Das Rathaus, mit einem Steinrelief des St. Martin, des Schutzheiligen der Stadt, ist das älteste urkundlich erwähnte Amtshaus in Deutschland (1109). Die gotische Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters ist heute die evangelische Gemeindekirche, während die übrigen Gebäude des Klosters in ein modernes Krankenhaus umgewandelt worden sind. Viele Stadthäuser, insbesondere um den Markt herum, stammen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert und sind sorgsam restauriert, und der Marktplatz bietet heute eine malerische Kulisse für Freiluftrestaurants und Cafes. Das Stadtbild wird überragt von der romanisch-gotischen „Stiftskirche St. Peter“ (Dom), die von etwa 1085 bis 1118 an der Stelle einer kleineren von St. Wigbert errichteten steinernen Basilika erbaut wurde und zwischen 1180 und 1200 noch einmal erheblich umgebaut wurde. Abgesehen von im Lauf der folgenden Jahrhunderte vorgenommen kleineren An- und Umbauten erhielt die Kirche damals ihr heutiges Erscheinungsbild. Der Dom ist heute päpstliche Basilika (Basilica minor). Außerhalb der Stadt befinden sich noch heute sechs Wachtürme (Warten), die im Mittelalter als Wachposten und Zufluchtsorte dienten.
Kreuzgang_und_klosterhof_stiftskirche_st_peter_fritzlar.png Die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 724 geht auf Bonifatius (Winfrid) zurück, der ein Jahr zuvor bei Geismar (heute ein Stadtteil von Fritzlar) die Donareiche fällen ließ. Die romanisch-gotische Stiftskirche St. Peter, im Volksmund meist Dom genannt, aus dem 12. bis 14. Jahrhundert steht der Überlieferung nach an der Stelle, wo Bonifatius, Apostel der Deutschen, in Jahre 724 n. Chr. eine Kapelle aus dem Holz der von ihm gefällten Donareiche errichten ließ. Die Eiche war vom örtlichen Stamm der Chatten dem Donar (Thor) geweiht und eines der wichtigsten germanischen Heiligtümer. Bonifatius ließ sie fällen, um den Chatten die Überlegenheit des christlichen Gottes zu demonstrieren. Dieses Ereignis kennzeichnet gemeinhin den Beginn der Christianisierung der mittel- und norddeutschen Stämme. Da es unwahrscheinlich ist, dass Bonifatius das Holz weit tragen ließ, und da er sicherlich den Ort des heidnischen Heiligtums nicht zum Wiederaufleben des Donarkultes verfügbar lassen wollte, ist es höchstwahrscheinlich, dass die Donareiche auf dem Hügel stand, wo heute der Dom steht.
Für seine Missionsarbeit im nordhessischen Grenzgebiet zwischen Franken und Sachsen hatte Bonifatius auf der Büraburg, auf einem Hügel am Fritzlar gegenüberliegenden Südufer der Eder, seine Basis. Um die Missionierung voranzutreiben, erhob er Büraburg zum Bistum, dem ersten in Deutschland östlich des Limes. Nach dem Tod von Witta, dem ersten und einzigen Bischof (beigesetzt in der Abtei Hersfeld), wurde das Bistum nicht neu besetzt, sondern von Lullus, dem Schüler und Nachfolger Bonifatius' als Erzbischof von Mainz, in das Erzbistum Mainz eingegliedert. Fritzlar spielte seitdem in der Organisation des Mainzer Erzbistums eine wichtige Rolle: der Probst des Stiftes St. Peter war gleichzeitig Vorsteher eines Archidiakonats, einer damaligen Organisationseinheit von Diözesen.
Das von Bonifatius 724 gegründete Benediktinerkloster in Fritzlar entwickelte sich unter dem Abt Wigbert zu einem in der Folgezeit bedeutenden Zentrum kirchlicher und weltlicher Gelehrsamkeit. Die Klosterschule erhielt 731 die älteste deutsche Schulordnung. Karl der Große, aus dessen Zeit auch die erste Kaiserpfalz in der Stadt stammt, verlieh dem Kloster Reichsschutz und erhebliche Ländereien, und damit begann die schnelle Entwicklung der Stadt. Das Kloster wurde 1005, nachdem seine ihm von Bonifatius zugewiesene Missionsaufgabe erfüllt war, in ein Chorherrenstift umgewandelt. Die Stiftsherren lebten nicht mehr in klösterlicher Gemeinsamkeit, sondern in ihren eigenen Häusern, den Kurien, von denen einige beachtenswerte aus dem 14. Jahrhundert noch heute das Stadtbild zieren. Das Stift wurde erst 1803 im Zuge der allgemeinen Säkularisation aufgelöst.
Die strategisch wichtige Lage der Stadt, im Grenzbereich zwischen fränkischem und sächsischem Siedlungsgebiet und an einem Kreuzungspunkt wichtiger frühmittelalterlicher Straßen aus verschiedenen Richtungen, machte Fritzlar zu einem bevorzugten Aufenthaltsort der deutschen Könige und Kaiser in Hessen, insbesondere im 10. und 11. Jahrhundert. Die Kaiserpfalz, wahrscheinlich schon zur Zeit Karls des Großen errichtet, ist allerdings heute nicht mehr vorhanden. So war Fritzlar bis zum Ausgang des 11. Jahrhunderts Ort bedeutsamer Reichstage, Versammlungen, Synoden und Kaiserbesuche.
In einem Gefecht bei Fritzlar im Jahre 906 gelang es dem Grafen Konrad dem Jüngeren aus dem Geschlecht der Konradiner seine Babenberger Rivalen, die ihn dort überfallen hatten, entscheidend zu schlagen und, da sein Vater Konrad der Ältere in dem Kampf gefallen war, sich damit die Herzogswürde von Franken zu sichern. Konrad wurde fünf Jahre später in Forchheim als Konrad I. und Nachfolger seines Onkels Ludwig dem Kind zum König des Ostfränkischen Reiches gewählt.
Der wohl wichtigste Reichstag in Fritzlar war der von 919, auf dem Heinrich der Vogler, Herzog von Sachsen, als Heinrich I. zum König der Deutschen gewählt wurde. König Konrad I. war im Dezember 918 ohne Sohn verstorben und hatte seinem Bruder, Markgraf (und nach Konrads Tod Herzog) Eberhard von Franken, aufgetragen, Heinrich die Krone anzutragen, da seiner Ansicht nach nur Heinrich in der Lage war, den Streit zwischen Franken und Sachsen beizulegen, die süddeutschen Stammesherzogtümer Bayern und Schwaben sowie Lothringen wieder fest ins Reich einzubinden, und die Reichseinheit zu bewahren. Eberhard und in der Folge auch Herzog Burchard I. von Schwaben unterstützten die Wahl Heinrichs, aber Herzog Arnulf I. von Bayern unterwarf sich erst, als Heinrich 921 mit einem Heer in Bayern einmarschierte. Heinrich war damit der erste Sachse, der den fränkischen Nachfahren and Nachfolgern Karls des Großen auf dem Thron des ostfränkischen Reichs folgte. Heinrichs Wahl beendete die lange und bittere Rivalität zwischen Franken und Sachsen und kennzeichnet die Geburt des mittelalterlichen Deutschen Reiches, das erst in den Napoleonischen Kriegen 1806 endete.
Bedeutsam war auch die Synode von 1118, auf der der päpstliche Bann gegen Kaiser Heinrich V., der in einem neuen Investiturstreit mit dem Papst lag, verkündet und bestätigt wurde. Gleichzeitig wurde Fürstbischof Otto von Bamberg von der päpstlichen Partei seines Amtes enthoben, weil er als Reichskanzler seinem Kaiser im Streit mit Rom treu geblieben war. Auf der selben Synode verteidigte sich St. Norbert von Xanten, Gründer des Prämonstratenserordens und später Erzbischof von Magdeburg, erfolgreich gegen den Vorwurf der Ketzerei.
Auf Grund seiner Lage im Grenzgebiet zwischen fränkischen und sächsischen Ländereien, und später als erzbischöflich mainzische Enklave in der Landgrafschaft Thüringen und später Hessen, war die Stadt immer wieder Ort kriegerischer Auseinandersetzungen - zwischen Sachsen und Franken, zwischen geistlichen und weltlichen Herren und später zwischen katholischen und protestantischen Fürsten. Sie wurde häufig belagert, mehrfach erobert und gebrandschatzt, aber immer wieder neu aufgebaut.
Die erste Zerstörung ereignete sich schon im Jahre 774, während der Sachsenkriege Karl des Großen. Als Karl in Italien war, drangen die Sachsen nach Nordhessen ein und belagerten die Büraburg, wo die Bevölkerung Fritzlars Schutz gesucht hatte. Sie konnten zwar die Burg nicht einnehmen, plünderten aber die Stadt und brannten sie nieder. Nur Wigberts steinerne Basilika blieb unversehrt, was dann zu der Legende führte, zwei Engel seinen erschienen und hätten die Feinde verjagt.
Im Jahre 1079 ging Fritzlar durch Schenkung von Kaiser Heinrich IV., der sich 1077 in Canossa dem Papst unterworfen hatte, aus königlichem Besitz in das Eigentum der Mainzer Erzbischöfe über und die Stadt verlor damit sehr bald ihre Bedeutung als Ort der Reichspolitik. Die Zugehörigkeit zu Mainz endete erst mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803. An diese jahrhundertelange Zugehörigkeit erinnert das Stadtwappen, das (doppelte) rote Mainzer Rad auf silbernem Grund.
Zuvor jedoch hatte der Streit Heinrichs IV. mit Rom und mit dem vom Papst unterstützten Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden für Fritzlar noch schlimmere Folgen. Heinrich, der sich häufig in der Pfalz in Fritzlar aufhielt, hatte sich nach dem Gang nach Canossa wiederum in Fritzlar einquartiert. Ein sächsisches Heer, Parteigänger Rudolfs, griff Heinrich daraufhin im Frühjahr 1079 in Fritzlar an. Er konnte fliehen, aber die Stadt wurde erobert und verwüstet.
In den folgenden Jahrhunderten war dann Fritzlar (wie auch Naumburg and Amöneburg) Eckpfeiler der mainzischen Territorialpolitik in Nordhessen, und die Stadt wurde zum Brennpunkt wiederholter militärischer Auseinandersetzungen zwischen den Landgrafen von Thüringen (z.B. Konrad von Thüringen) und später von Hessen (z.B. Heinrich I.) einerseits und den Mainzer Erzbischöfen andererseits. Konrad von Thüringen eroberte die Stadt nach langer Belagerung im Jahr 1232; die Stadt wurde vollständig ausgeplündert und ein Großteil der Einwohner getötet. Mainz begab sich sofort an den Wiederaufbau, verstärkte die Befestigungsanlagen, errichtete eine Reihe zusätzlicher Mauertürme und sieben Warten an strategischen Punkten rund um die Stadt. Dennoch erlitt die Stadt erneut erheblichen Schaden, als Landgraf Heinrich I. von Hessen 1290 bei Fritzlar ein mainzisches Aufgebot vernichtend schlug.
Wirtschaftlich brachte es der Stadt zunächst Vorteile, mainzisch zu sein. Die Erzbischöfe siedelten freie Kaufleute an, die Stadt wurde die erste Münzprägestätte in Hessen, und sie rangierte als Handelsplatz für Tuche, Pelze und Gewürze vor Kassel. Die erste Stadtmauer wurde in den Jahren 1184-1196 erbaut. Die endgültige militärische Niederlage der Erzbischöfe gegen die hessischen Landgrafen im 15. Jahrhundert und der Beginn der Reformation im 16. Jahrhundert brachten dann einen gewissen Niedergang in der Bedeutung der Stadt. Nach dem Augsburger Religionsfrieden blieb Fritzlar mit den benachbarten Dörfern Ungedanken und Rothelmshausen mainzisch und katholisch, während das Umland protestantisch wurde. Daraus erwuchs die vollkommene konfessionelle und auch weitgehend ökonomische Isolierung der Stadt.
Der dreißigjährige Krieg brachte zuerst Besetzung durch protestantische Truppen, und am Ende auch noch die Pest: von etwa 2000 Einwohnern überlebten nur etwa 600. Erst um 1840 erreichte die Stadt wieder 2000 Einwohner. Auch der siebenjährige Krieg brachte wieder militärische Besetzung, diesmal durch französische Truppen, die unter anderem Teile der Wehrmauern schleiften und den Weinberg am steilen Edernordhang verwüsteten, an den heute nur noch Straßennamen erinnern.
Das Benediktinerkloster von Bonifatius und Wigbert und der daraus hervorgegangene Stift St. Petri blieben nicht die einzigen kirchlichen Institutionen, die im Laufe der Jahrhunderte in der Stadt errichtet wurden.
Anfang des 13. Jahrhunderts erlangten die Franziskaner (Minoriten) die Erlaubnis, ein Kloster zu errichten und dabei, aus Platzmangel, bis direkt an die Stadtmauer bauen zu dürfen. Da damit der Wehrgang hinter der Mauer verloren ging, auf dem Verteidiger schnellstmöglich von einer Stelle zu einer anderen gelangen konnten, mussten sich die Minoriten im Gegenzug verpflichten, ihren Mauerabschnitt zu verteidigen. 1552, als die Reformation eingeführt wurde, mussten sie die Stadt verlassenen. Mit der Gegenreformation kamen dann 1615 zuerst Jesuiten und 1619 wieder Franziskaner. 1811 wurde das Kloster aufgehoben. Die große gotische Klosterkirche, 1244 fertiggestellt, wurde 1817/1824 von der gerade gegründeten evangelischen Stadtgemeinde erworben und ist seitdem evangelische Stadtkirche, während die übrigen Klostergebäude heute ein modernes Hospital beherbergen.
Die etwas östlich der Altstadt liegende Fraumünsterkirche dürfte Teil eines Nonnenklosters gewesen sein; darauf weisen der Name als auch einige Dokumente aus dem 14. Jahrhundert hin.
1711 gründeten die Ursulinen von Metz aus ein Kloster in Fritzlar und begannen ein Jahr später mit einer Schule für Mädchen. Das Klostergebäude wurde 1719 fertiggestellt und bezogen. Während der Zeit des Bismarckschen Kulturkampfes wurden die Schwestern von 1877 bis 1887 des Landes verwiesen, erlangten dann aber 1888 staatliche Anerkennung durch Preußen. Die Nazizeit brachte erneute Schwierigkeiten: die Grundschule musste 1934, das Lyzeum 1940 geschlossen werden, und 1941 wurden das Kloster beschlagnahmt und die Nonnen von der Gestapo ausgewiesen. Seit ihrer Rückkehr im November 1945 haben Kloster und Schule einen stetigen Aufschwung erlebt. Heute ist die Ursulinenschule eine kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.
1989 wurde in Fritzlar ein Prämonstratenserkloster gegründet, das seit 1992 als Priorat St. Hermann Josef existiert.
Im Jahre 1821 wurde Fritzlar Kreisstadt des Kreises Fritzlar im Kurfürstentum Hessen-Kassel und blieb es auch nach der Annexion Kurhessens durch Preußen im Jahre 1866. 1932 wurde der Kreis mit dem benachbarten Kreis Homberg zum Kreis Fritzlar-Homberg (Autokennzeichen FZ) zusammengelegt. Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 schließlich wurden die Kreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain im neuen Schwalm-Eder-Kreis zusammengefasst, dessen Verwaltungssitz nach Homberg (Efze) gelegt wurde (Autokennzeichen HR). Zur gleichen Zeit wurden neun umliegende Dörfer und die ehedem waldeckische Stadt Züschen nach Fritzlar eingemeindet.
Religion hat in der Geschichte der Stadt eine sehr bedeutende Rolle gespielt, anfangend mit dem Fällen der Donareiche und dem Bau der ersten Kapelle durch Bonifatius. Mit dem Beginn der Reformation, die von den Landgrafen von Hessen unterstützt wurde, geriet das erzbischöflich-mainzische Fritzlar, mit den benachbarten mainzischen Dörfern Ungedanken und Rothelmshausen, in eine totale religiöse Isolation, die auch erhebliche wirtschaftliche Folgen hatte. Die Bevölkerung dieser Enklave war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein mit großer Mehrheit katholisch. Im Zuge der fortschreitenden städtischen Entwicklung, und mit dem Zuzug von Verwaltungsangestellten, Militärs und Dienstleistungsgewerbe, wuchs allerdings der Anteil der protestantischen Bevölkerung allmählich, bis er dann nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Aufnahme von Flüchtlingen und in der Folge durch Zuwanderung aus den umliegenden Orten bis etwa auf die Hälfte der Gesamtbevölkerung anwuchs.
Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 37 Stadtverordneten. Seit der letzten Kommunalwahl am 26. März 2006 ist die Sitzverteilung wie folgt:
| Christlich-Demokratische Union (CDU) | : 18 Sitze | Sozialdemokratische Partei Deutschlands(SPD) | : 13 Sitze | Freie Wählergemeinschaft (FWG) | : 3 Sitze | Bündnis90/Die Grünen | : 2 Sitze | Freie Demokratische Partei (FDP) | : 1 Sitz |
Der Magistrat besteht aus 10 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Davon entfallen 3 Sitze auf die SPD, 4 Sitze auf die CDU und jeweils ein Sitz auf FWG, FDP und Bündnis 90/Die Grünen.
Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange (CDU) wurde am 26. März 2006 mit einem Stimmenanteil von 65,8 % wiedergewählt. Der parteilose Kandidat Hans Mertens erhielt 34,2 % der Stimmen.
Das Stadtwappen zeigt zwei rote, mit einem roten Kreuz verbundene von oben links nach unten rechts schräg gestellte Räder auf silbernem Hintergrund. Mit dem Doppelrad lehnt sich das Fritzlarer Wappen an das von Mainz an und bekundet damit die jahrhundertelange politische Zugehörigkeit der Stadt zum Erzbistum Mainz.
Die Stadt ist vor allem ein Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum, mit öffentlichen und kirchlichen Behörden, Schulen, Krankenhaus, usw. Dazu kommen Einkaufszentren, Läden, Restaurants, Kinos, Sportstätten, Reparaturbetriebe, Ärzte und andere private Dienstleister. Größter Arbeitgeber ist die Bundeswehr. Außerdem gibt es eine mittelgroße Konservenfabrik, die insbesondere Sauerkraut herstellt. Fritzlar zählt dank seiner malerischen Innenstadt und des Einkaufszentrums "Domstadt-Center" zu einer der beliebtesten Einkaufsstädte der Region.
Die wichtigsten Verkehrsanbindungen sind folgende:
Neben der Kernstadt Fritzlar selbst gibt es die Stadtteile Cappel, Geismar, Haddamar, Lohne, Obermöllrich, Rothelmshausen, Ungedanken, Wehren, Werkel und Züschen. All diese Stadtteile wurden während der Gemeindegebietsreform zwischen 1970 und 1974 eingemeindet. Ungedanken und Rothelmshausen waren geschichtlich eng mit Fritzlar verbunden, da beide seit dem 14. Jahrhundert zur mainzischen Enklave Fritzlar gehörten. Züschen war bis zu seiner Eingemeindung nach Fritzlar eine selbständige Stadt im Kreis und ehemaligen Fürstentum Waldeck. Die anderen Dörfer waren historisch hessisch.
In Fritzlar wirkten, ohne dort geboren zu sein:
Ort in Hessen | Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich)
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