Fritz Schwerdtfeger (* 5. März 1905 in Köln; † 4. August 1986 in Göttingen) war ein deutscher Forstwissenschaftler. Der international anerkannte Forstzoologe ist vor allem mit entomologischen Arbeiten hervorgetreten.
Auch während seines Referendariats kam er wieder mit speziellen forstentomologischen Fragestellungen in Kontakt, als er den Auftrag erhielt, die Epidemiologie des Kiefernspanners zu studieren und nach geeigneten Bekämpfungsmöglichkeiten für diese Schmetterlingsart zu suchen. Nach Abschluss des Referendariates folgten drei Assistentenjahre am Forst-Zoologie-Institut in Hann. Münden.
1933 bewirkte Schwerdtfeger, dass am Werbellinsee bei Eberswalde eine Abteilung für Schädlingsbekämpfung der Preußischen Versuchsanstalt für Waldwirtschaft neu eingerichtet wurde und er deren Leitung übertragen bekam. Nach der Habilitation 1935 für Forstzoologie und Forstschutz richtete er 1938 das Institut für Forstschutz in Eberswalde ein und übernahm dessen Leitung. Gleichzeitig erhielt er einen Ruf als außerordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Zoologie der Forstlichen Hochschule in Eberswalde.
Schon wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Schwerdtfeger 1945 von der damaligen Hannoverschen Provinzialregierung als so genannter „Borkenkäfer-Kommissar“ angestellt, um als Sachverständiger im Harz bei der Bekämpfung der dortigen Borkenkäferkalamität zu helfen. Im Forstamt Sieber wurde ihm dafür die „Forstschutzstelle Prof. Schwerdtfeger“ eingerichtet. Die Borkenkäfer-Massenvermehrung hatte, begünstigt durch warme Sommer und Mangel an Arbeitskräften im Walde, bereits in den letzten Kriegsjahren begonnen. Meist konnte das befallene Holz nur noch eingeschlagen werden – in Mitteleuropa fielen auf diese Weise bis 1950 rund 30 Millionen Festmeter Käferholz an.
Aus der „Forstschutzstelle Prof. Schwerdtfeger“ wurde 1953 die Abteilung „Forstschädlingsbekämpfung“ an der 1949 gegründeten und von Reinhard Schober geleiteten Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt (NFV) in Göttingen. Schwerdtfeger übernahm deren Leitung und wurde zum Oberforstmeister ernannt. Seit 1954 hielt er auch Vorlesungen an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen.
Während seiner langjährigen Forschungstätigkeit hat sich Schwerdtfeger mit zahlreichen Forstinsekten intensiv beschäftigt, darunter Kiefernspanner, Forleule, Kiefernspinner, Maikäfer, Großer Brauner Rüsselkäfer, Kiefernschonungsgespinstblattwespe, Eichenwickler, Sitkalaus und Buchenwollschildlaus sowie verschiedenen Borkenkäfer-Arten. Er erbrachte nicht nur wichtige Erkenntnisse zu Biologie und Verhalten dieser Insekten, sondern auch zur Prognose möglicher schädlicher Massenauftreten und deren Bekämpfung.
Schwerdtfeger war ein außerordentlich vielseitiger und fruchtbarer Forstschriftsteller. Er schrieb mehr als 700 wissenschaftliche Arbeiten, die er in den verschiedensten forstlichen und entomologischen Fachzeitschriften veröffentlichte. Er hat jedoch auch eine Reihe von Büchern verfasst, darunter Die Waldkrankheiten (erstmals 1944), ein Standardwerk für Forststudium und -praxis, sowie die dreibändige Ökologie der Tiere (1963–1975). Sein letztes Werk, Julius Theodor Christian Ratzeburg (1801 - 1871). Vater der Forstentomologie, Wegbereiter der angewandten Entomologie (1983), war eine Reminiszenz an den Begründer des Faches Forstentomologie.
Professor Dr. forest. Dr. hc. Fritz Schwerdtfeger starb am 4. August 1986 in Göttingen.
Mann | Deutscher | Hochschullehrer | Forstwissenschaftler | Zoologe | Entomologe | Verhaltensforscher | Autor | Literatur (Deutsch) | Literatur (20. Jh.) | Sachliteratur | Biograph | Träger des Bundesverdienstkreuzes | Geboren 1905 | Gestorben 1986
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