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Fritz Schumacher (mit vollem Namen: Friedrich Wilhelm Schumacher) (* 4. November 1869 in Bremen; † 5. November 1947 in Hamburg) war Architekt und Stadtplaner. Er war ein Vertreter des norddeutschen „Klinker-Expressionismus“, der insbesondere von der Backsteingotik in Lübeck inspiriert war.

Leben


Nach seiner Kindheit in Bogotá und New York kehrte die Familie 1883 nach Bremen zurück. Sein Studium absolvierte Schumacher 1889 - 1896 an verschiedenen Kunstakademien und Hochschulen, unter anderem bei Friedrich von Thiersch. Seine erste Anstellung fand er in einem Architekturbüro in München (Gabriel von Seidl), wechselte aber noch im gleichen Jahr in das Stadtbauamt Leipzig unter der Leitung von Hugo Licht. 1901 wechselte er zur Technischen Hochschule in Dresden, wo er 1903 zum Professor berufen wurde.

Schumacher war mit Hermann Muthesius, Friedrich Naumann und Henry van de Velde einer der Mitbegründer des Deutschen Werkbundes, er hielt die Eröffnungsrede zur Gründungsversammlung am 5. Oktober 1907.

Dem Bauhaus stand er kritisch bis verständnislos gegenüber („‚Konstruktionsfanatismus‘ einer neuen Sachlichkeit“).

Am 1. September 1909 erfolgte die Berufung zum Baudirektor und Leiter des Hochbauwesens in Hamburg. Seine Bauten dieser ersten Hamburger Phase folgten der Formensprache eines verhaltenen Historismus des späten 19. Jahrhunderts. Zu den Bauten aus dieser Zeit zählen das Tropeninstitut (1910-14), die Hochschule für bildende Künste am Lerchenfeld (1911-13), das Johanneum (1912-14) und das Museum für Hamburgische Geschichte (1914-23). Nach dem ersten Weltkrieg kehrte Schumacher nach Hamburg zurück.

Nach einem Wettbewerbssieg wurde Schumacher in Hamburg beurlaubt und leitete von 1920 bis 1923 als Stadtplaner unter Oberbürgermeister Konrad Adenauer die Schleifung der Festungsanlagen von Köln und sorgte im Rahmen einer umfassenden Umlegung für die Schaffung von Grünzügen. Nach seiner Rückkehr wurde er in Hamburg zum Oberbaudirektor ernannt und wirkte bis dort zu seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten am 3. Mai 1933.

Er betätigte sich vor allem stadtplanerisch. Die Gestaltung des Kontorhausviertels, die Wohnbereiche der Jarrestadt, Veddel, die Fritz-Schumacher-Siedlung in Hamburg-Langenhorn, der Stadtpark und Siedlung Dulsberg gehen maßgeblich auf ihn zurück.

Nach seinen Entwürfen entstanden etliche öffentliche Bauten, unter anderem die Finanzbehörde am Gänsemarkt, die Handwerkskammer, der Erweiterungsbau des Justizgebäudes am Sievekingplatz, das Untersuchungsgefängnis, die Kapelle und das Krematorium auf dem Friedhof Ohlsdorf, die Davidwache, das Lotsenhaus, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und viele Schulgebäude. Aus der Zeit nach 1933 sind keine weiteren Bauten bekannt. Von 1943 bis zu seinem Tode in einem Hamburger Krankenhaus lebte Schumacher in Lüneburg.

Schumacher war sein ganzes Leben auch dem Theater sehr zugetan, Er schrieb das Stück „Phantasien in Auerbachs Keller“, das 1899 in Dresden uraufgeführt wurde, 1908 Inszenierte er in Dresden den „Hamlet“.

Fritz-Schumacher-Preis


Preis für Architektur der Alfred-Töpfer-Stiftung. Preisträger waren:

Literatur


  • Autobiographie Stufen des Lebens. 1935
  • Selbstgespräche - Erinnerungen und Betrachtungen, 1949
  • FAZ Nr. 151 vom 3. Juli 2003, Seite 33 (HafenCity)
  • Fritz Schumacher. Reformkultur und Moderne, hrsg. von Hartmut Frank, zugl. Kat. Fritz Schumacher und seine Zeit, Deichtorhallen Hamburg 20. Mai - 17. Juli 1994, Stuttgart 1994 (Schriften des Hamburger Architekturarchivs).
  • Fritz Schumacher: Das Werden einer Wohnstadt, Hamburg 1932, Nachdruck 1984 bei Georg Westermann, ISBN 3-7672-0866-0
  • Fritz Schumacher, Der Geist der Baukunst, Stuttgart / Berlin DVA 1938

Siehe auch


Weblinks


Mann | Architekt | Stadtplaner | Deutscher | Geboren 1869 | Gestorben 1947 | Expressionismus

Fritz Schumacher (architect)

 

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