ErlerBrandtMcNamara1965.jpg (rechts) im Gespräch mit dem stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Fritz Erler (links) und dem Westberliner Bürgermeister Willy Brandt (SPD) am 13. April 1965 in Arlinton, Virginia, USA]]
Fritz Erler (* 14. Juli 1913 in Berlin; † 22. Februar 1967 in Pforzheim) war ein deutscher SPD-Politiker.
Fritz Erler war verheiratet mit Käthe Erler, die lange Jahre Stadträtin in Pforzheim war.
1945 beteiligte sich Erler am Wiederaufbau der SPD. Mitte der 1950er Jahre knüpfte Erler die Kontakte zur GVP von Helene Wessel und Gustav Heinemann und legte damit den Grundstein für den späteren Übertritt des Großteils von deren Mitgliedern, als sich die christlich-pazifistische Partei 1957 auflöste. Erler gehörte mit Carlo Schmid, Herbert Wehner und Willy Brandt zum sog. Frühstückskartell der SPD, das sich bis 1958 mit seinen Vorstellungen einer Parteireform durchsetzte.
1961 war er als SPD-Kanzlerkandidat im Gespräch, verzichtete aber zugunsten von Willy Brandt, der ihn in seine von Parteichef Erich Ollenhauer auf dem Parteitag am 25. November 1960 in Hannover vorgestellte Regierungsmannschaft aufnahm. Auch der auf dem Parteitag im November 1964 in Karlsruhe vorgestellten Regierungsmannschaft für den Bundestagswahlkampf 1965 gehörte Erler an. Er war jeweils als Bundesverteidigungsminister vorgesehen.
1949 bis 1953 war er stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses zur Mitberatung des EVG-Vertrages und der damit zusammenhängenden Abmachungen. 1950 bis 1952 war er stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Überprüfung der im Raum Bonn vergebenen Aufträge. 1953 bis 1957 war Erler stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Bundestages. In den 50-er Jahren entwickelte er sich zu dem Experten der SPD für Verteidigungs- und Außenpolitik. Durch seine rhetorische Begabung wurde Erler einer der wichtigsten Redner der Opposition in den Redeschlachten um Adenauers Außen-, Verteidigungs- und Deutschlandpolitik, oft als Gegenpart von Kurt Georg Kiesinger und Franz Josef Strauß. So brillant seine Argumentation auch war, so konnte er Adenauers Westpolitik nicht aufhalten. Diese wurde in zwei Bundestagswahlen, 1953 und 1957, von der Bevölkerung klar bestätigt.
Seit 1950 war er Delegierter des Europarates und ab 1955 gehörte er auch der Parlamentarischen Versammlung der WEU an und war dort 1956 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses.
Nach dem Tod Erich Ollenhauers am 14. Dezember 1963 wurde er am 3. März 1964 zum Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion und damit zum Oppositionsführer (gegen Bundeskanzler Ludwig Erhard) gewählt, nachdem er bereits seit 1957 stellvertretender Fraktionsvorsitzender war. In dieser Funktion besuchte er auch auf einer Auslandsreise John F. Kennedy.
1965 erkrankte Erler an Krebs, sodass er ab 1966 seine Geschäfte nicht mehr wahrnehmen konnte. Geschäftsführender Fraktionsvorsitzender wurde Helmut Schmidt, der das Amt nach Erlers Tod 1967 auch offiziell übernahm. Erlers Tod war für die SPD ein schwerer Verlust. Der mit 53 Jahren so früh Dahingeschiedene war ein große Zukunftshoffnung. In der Großen Koalition CDU/CSU/SPD, die am 1. Dezember 1966 begann, hätte er mit Sicherheit ein Ministeramt übernehmen können. Auch die Funktion eines Kanzlerkandidaten hätte er glänzend ausgefüllt. Zwei Tage nach seinem Tode ehrte ihn das Parlament mit einer Trauerfeier im Plenarsaal. Er wurde mit einem Staatsbegräbnis auf dem Hauptfriedhof Pforzheim beigesetzt.
Nach Erler ist die Kaserne in Rothwesten bei Kassel benannt, in der 1948 von alliierten und deutschen Finanzexperten die Währungsreform diskutiert und vorbereitet wurde.
Mann | Bundestagsabgeordneter | SPD-Mitglied | Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion | Verteidigungspolitiker
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