Bonn_FES.jpg Die der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands nahestehende Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ist die größte und älteste parteinahe Stiftung in Deutschland. Ihr Sitz ist Bonn, in Berlin unterhält sie eine Außenstelle.
Hauptaufgabe sollte es sein, der Diskriminierung der Arbeiter auf dem Gebiet der Bildung entgegenzuwirken.
„Die Friedrich-Ebert-Stiftung verfolgt den Zweck, jungen, befähigten Proletariern Beihilfen für einen Studiengang an staatlich anerkannten Instituten zu geben. Es werden grundsätzlich nur solche Personen unterstützt, die eine Empfehlung der Parteiorganisation beibringen“ (SPD-Jahrbuch 1926)
Bis Ende 1931 wurden 295 Studierende mit rund 52.000 Mark gefördert. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt die Mittel der Stiftung durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise völlig erschöpft.
Die FES war Teil der sozialdemokratischen Bildungs- und Kultureinrichtungen und wurde 1933 von den Nationalsozialisten ebenso verboten wie die Partei.
1946 wurde die FES auf der Gründungsversammlung des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes wiedergegründet. 1954 folgte die Umstrukturierung zu einem gemeinnützigen Verein "zur Förderung demokratischer Volkserziehung". Damit war die FES zu einer eigenständigen, unabhängigen Institution geworden. Neben der Studienförderung engagierte sich die FES seit den Sechziger Jahren auch verstärkt auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe. Dabei unterstütze sie Demokratisierungs- und Befreiungsbewegungen wie den African National Congress (ANC) und spielte eine wichtige Rolle bei der Überwindung der diktatorischen Regime in Griechenland, Spanien und Portugal. So war es kein Zufall, dass die Sozialistische Partei Portugals 1973 in einer Heimvolksschule der FES in Bad Münstereifel gegründet wurde.
Die Stiftung beschäftigt mehrere hundert Mitarbeiter in ihren Niederlassungen in Bonn und Berlin sowie an weiteren Standorten im Inland und in über 100 Auslandsvertretungen. Sie finanziert sich überwiegend durch Zuwendungen aus dem Bundes- sowie den Länderhaushalten.
Die Abteilung Studienförderung betreute bisher rund 12.000 Stipendiatinnen und Stipendiaten. Wichtigstes Kriterium für die Aufnahme ist neben der Qualifikation bzw. überdurchschnittlichen Studienleistungen ein überdurchschnittliches gesellschaftspolitisches Engagement. Über 90 % der Geförderten beenden ihr Studium mit einem Prädikatsexamen. 2005 waren 1.731 Studierende in der Förderung, darunter 51 % Frauen.
Seit 1971 werden zusätzlich aus dem Solidaritätsfonds der FES bedürftige ausländische Studierende gefördert, wobei Menschen Vorrang haben, die aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen verfolgt werden. Der Fonds finanziert sich ausschließlich aus Spenden von ehemaligen und aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Die Spenden kamen bisher über 1.000 ausländischen Studierenden zu Gute - aktuell erhalten 31 Studierende ein Stipendium des Solidaritätsfonds.
Unter dem Dach ihres Historischen Forschungszentrums verfügt die FES mit dem Archiv der sozialen Demokratie und ihren Bibliotheken in Bonn (Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn) und im Karl-Marx-Haus in Trier über eine der weltweit umfangreichsten Sammlungen von Dokumenten zur Sozialgeschichte und zur Geschichte der Arbeiterbewegung.
Seit 1982 verleiht die Stiftung jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Preis „Das politische Buch“ zur Förderung wichtiger politischer Bücher. Die Preisverleihung findet in mahnender Erinnerung an die nationalsozialistische Bücherverbrennung 1933 rund um den 10. Mai statt.
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