Friedrich Zweite Alt AM.jpg Friedrich II., auch Friedrich der Große oder der Alte Fritz genannt, (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam) war seit 1740 König in Preußen und seit 1772 König von Preußen. Er war das vierte Kind König Friedrich Wilhelms I. in Preußen und dessen Gattin Sophie Dorothea von Hannover.
Friedrich wurde von seinem Vater Friedrich Wilhelm I., dem „Soldatenkönig“, autoritär, hart und militärisch erzogen. 1730 unternahm er gemeinsam mit seinem Jugendfreund Hans Hermann von Katte einen möglicherweise bewusst dilettantisch geplanten Fluchtversuch nach England, der jedoch bereits in seinen Ansätzen vereitelt wurde. Beide wurden in der Festung Küstrin inhaftiert, wo Katte - einer umstrittenen Überlieferung zufolge vor den Augen Friedrichs - hingerichtet wurde. Enge Freundschaften verbanden Friedrich ebenfalls mit Peter Karl Christoph von Keith und Hans Karl von Winterfeldt.
Auf Druck seines Vaters, der wiederum von Mitgliedern des Hofes wie Friedrich Wilhelm von Grumbkow und Jacob Paul von Gundling, die in österreichischem Sold standen, beeinflusst worden war, heiratete er Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, eine entfernte Verwandte des Hauses Habsburg. Die Ehe blieb kinderlos. Friedrich lebte meistens von ihr getrennt und zeigte sich mit seiner Gemahlin lediglich zu Galafesten. Seine Frau nicht zu verstoßen, hatte er seinem Vater noch kurz vor dessen Tod versprechen müssen. Lediglich die Rheinsberger Jahre der beiden (1736–1740) könnten glückliche Ehejahre gewesen sein, allerdings ist nicht sicher, ob sein Verhalten echt war oder eine für den misstrauischen Vater bestimmte „Theateraufführung“.
Unmittelbar nach seiner Krönung im Jahre 1740 begann er den 1. Schlesischen Krieg, in dem er für das stark zergliederte und an Naturgütern arme Preußen eine wirtschaftlich starke Region erobern und eine Grenze schaffen wollte, die leichter zu verteidigen war.
Im ersten Krieg eroberte er mit seinem Generalfeldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin Schlesien. Im 2. Schlesischen Krieg verteidigte er diese Eroberung erfolgreich. Im Siebenjährigen Krieg marschierten seine Truppen in Kursachsen ein. Damit kam er einem koordinierten Angriff einer Allianz praktisch aller direkten Nachbarn Preußens einschließlich der Großmächte Österreich, Frankreich, Russland um wenige Monate zuvor, die vom österreichischen Kanzler Graf Kaunitz initiiert worden war. Das Zahlenverhältnis der Armee Preußens gegenüber dieser Allianz betrug etwa 1:3, das der reinen Bevölkerungszahl der Staaten etwa 1:20. Seines strategischen Geschicks wegen, das einige schwerwiegende taktische Fehlentscheidungen wieder relativierte, bürgerte sich für ihn der Beiname „der Große“ ein.
Die Eroberung Schlesiens im Ersten Schlesischen Krieg (1740–42) nutzte die Schwäche Österreichs, die durch die Pragmatische Sanktion und den erst im Jahre 1739 beendeten Türkenkrieg entstanden war. Die mehrfach gefährdete Sicherung der neuen evangelischen - Niederschlesien war zu 95 % deutschsprachig und überwiegend evangelisch (68 %) - und reichen Provinz Schlesien im darauf folgenden Zweiten (1744–45) und Dritten Schlesischen Krieg, dem so genannten Siebenjährigen Krieg (1756–63), ließen das protestantische Preußen zum gleichberechtigten Partner in der europäischen "Pentarchie" (Leopold von Ranke) werden. Die wenig angesehene preußische „Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches“ hatte sich gegen den Widerstand von schließlich fünf europäischen Großmächten (Frankreich, Österreich, Russland, Schweden, Sachsen-Polen) behauptet. Dadurch verschaffte er dem - gemäß dem Urteil vieler Geistesgrößen von Voltaire und Mirabeau bis Walther Rathenau und Sebastian Haffner - modernsten der damaligen Staaten eine sichere existenzielle Basis im politischen Konzert der damaligen Mächte. Neben Russland, Österreich, Frankreich und England hatte sich Preußen endgültig als fünfte europäische Großmacht etabliert.
Die Erste Teilung Polens (1772) ging auf eine Initiative Friedrichs II. zurück. Österreich und das mit Preußen seit 1764 verbündete Russland standen zu jener Zeit am Rande eines bewaffneten Konflikts. Im Sinne streng rational vorgehender, aufgeklärter Staats- und Machträson ermunterte der preußische König beide Kontrahenten, ihren Gebietshunger auf Kosten des unterlegenen Nachbarlandes zu stillen. Preußen annektierte das sogenannte Polnisch-Preußen bzw. Westpreußen. Seitdem nannte er sich Friedrich II., König von Preußen und nicht mehr, wie seine beiden Vorgänger, König in Preußen.
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Als junger König erregte er Aufsehen in Europa, weil er zumindest inoffiziell die Folter abschaffte (Befehl vom 3. Juni 1740 an den Justizminister Cocceji, zunächst noch mit dem Vorbehalt, dass Folter bei „großen Mordtaten, wo viele Menschen ums Leben gebracht“, noch angewendet werden könne; ohne jeden Vorbehalt abgeschafft 1754; im selben Jahr Verbot der Veröffentlichung des Folterverbotes), die Religionsfreiheit verkündete und das bis dahin österreichische Schlesien einverleibte. Sein Wahlspruch: „Ich bin der erste Diener meines Staates.“ Sehr verdient machte er sich um die Entwicklung des Rechts, insbesondere des Allgemeinen Landrechts. Als Anekdote zum Umgang des Königs mit dem Recht wird gern die Legende des Müllers von Sanssouci bemüht. Weitere, seine Regierungszeit kennzeichnenden innenpolitischen Taten waren in der Landwirtschaft die Einführung der Kartoffel als Nahrungsmittel, die Trockenlegung des Drömlings und des Oderbruches, Reformen im Militär- und Erziehungswesen sowie die Schaffung eines starken Beamtenstandes, der angehalten war, jeden Bürger gleich zu behandeln.
Die für Preußen in wirtschaftlicher Hinsicht nicht ganz uneigennützige Toleranz und Offenheit gegenüber Einwanderern und religiösen Minderheiten wie Hugenotten und Katholiken ist eine feste Größe seiner Amtszeit: "Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren bekennen, erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren *, so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen" (aus einem Brief, 1740). Im Forum Fridericianum in Berlin stehen eine protestantische und eine katholische Kirche nebeneinander, ein Unikum im 18. Jahrhundert. Friedrich wird der Satz „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ nachgesagt. In der diskriminierenden Behandlung der Juden knüpfte Friedrich II. jedoch nahtlos an die Politik seiner Vorgänger an (Revidiertes General-Privileg 1750). Preußen war die erste absolute Monarchie Europas, in der eine zumindest eingeschränkte Pressefreiheit eingeführt wurde.
Außerdem war es im Preußen Friedrichs II. für alle Bürger möglich, sich brieflich oder sogar persönlich an den König zu wenden. Gemäß seiner berühmten Maxime: „Der König ist der erste Diener des Staates“, versuchte er, zu große Auswüchse des Feudalsystems zu unterbinden. Dabei war er insbesondere misstrauisch gegenüber seinen eigenen Beamten, denen er im Zweifelsfall einen ausgeprägten Standesdünkel zum Nachteil der ärmeren Schichten unterstellte.
Friedrich-II-Preußen-Totenmaske.jpg Friedrich II. abgenommen von Johann Eckstein am 17. August 1786 (Wachsausguss der originalen Form, durch Anstückung zum Kopf ergänzt), wie sie im Hohenzollern-Museum im ehemaligen Schloss Monbijou aufbewahrt wurde (zerstört).]]
Die von ihm gewünschte und angeregte allgemeine Abschaffung bzw. Milderung der Leibeigenschaft scheiterte am massiven Widerstand des preußischen Landadels, wurde aber auf den königlichen Krondomänen schrittweise durchgesetzt. In den neu erschlossenen Gebieten wurden Dörfer errichtet und freie Bauern angesiedelt. Es war bei anstehender Verlängerung eines Pachtvertrags für staatlichen Grund üblich, dass Angestellte, Mägde, Knechte über ihre Behandlung befragt wurden und bei Missständen der Pächter, auch bei erfolgreichem Wirtschaften, ausgetauscht wurde.
Ebenfalls während der Regentschaft Friedrich II. wurden Hunderte von Schulen gebaut. Das Landschulsystem krankte allerdings an der ungeregelten Lehrerausbildung. Häufig wurden ehemalige Unteroffiziere herangezogen, die des Lesens, Schreibens und Rechnens oft nur lückenhaft mächtig waren.
Friedrich starb am 17. August 1786 in Schloss Sanssouci in seinem Sessel. Obwohl er neben seinen Hunden auf der Terrasse von Schloss Sanssouci beerdigt werden wollte, wurde er von seinem Nachfolger und Neffen in einer Gruft unter der Garnisonskirche in Potsdam beigesetzt. 1944 wurde der Sarg in die Elisabethkirche nach Marburg gebracht und erst 1952 auf Initiative Louis Ferdinands auf die Burg Hohenzollern. Erst am 17. August 1991, nach der deutschen Wiedervereinigung, wurde der große König wieder nach Potsdam gebracht und dort, wie er es wollte, in der schon zu Lebzeiten angefertigten Gruft beerdigt. Somit wurde Friedrichs altes Bonmot, in zweifelhaftem Französisch, „Quand je suis là, je suis sans souci“ (Wenn ich da bin, bin ich ohne Sorgen) endlich zur Wahrheit.
Ungeachtet seiner herausragenden Leistungen auf nichtmilitärischen Gebieten, ist Friedrich II. auch als bedeutender Feldherr ins Geschichtsbewusstsein von Mit- und Nachwelt eingegangen.
Friedrich war Meister der Feldschlacht. Er schlug in elf Kriegsjahren 15 Schlachten, siegte zwölfmal (Mollwitz 1741; Chotusitz 1742; Hohenfriedberg 1745, Soor 1745; Lobositz 1756; Prag 1757; Roßbach 1757, Leuthen 1757; Zorndorf 1758; Liegnitz 1760; Torgau 1760; Burkersdorf 1762), unterlag dreimal (Kolin 1757, Hochkirch 1758, Kunersdorf 1759). Im Belagerungskrieg war er weit weniger glücklich; einer erfolgreichen Belagerung (Schweidnitz 1762) stehen drei Fehlschläge gegenüber (Prag 1757; Olmütz 1758; Dresden 1760). Seine Generäle schlugen sieben Schlachten, unterlagen fünfmal (Groß-Jägersdorf 1757; Breslau 1757; Kay 1759; Maxen 1759; Landshut 1760), siegten zweimal (Kesselsdorf 1745 unter Generalfeldmarschall Leopold von Anhalt-Dessau, Freiberg 1762 unter Generalleutnant Prinz Heinrich von Preußen). Zwar verlor Friedrich durch die Niederlage von Kolin den Nimbus der Unbesiegbarkeit, aber er galt seinen Gegnern als sehr schnell, unberechenbar und kaum zu bezwingen. Seit 1760 konnte er sich auf seinen vierzehn Jahre jüngeren Bruder Prinz Heinrich stützen, dem er das Kommando auf dem jeweils untergeordneten Kriegsschauplatz übertrug.
Über die Strapazen und persönlichen Verluste der Feldzüge war Friedrich II. früh gealtert. Die intellektuelle Weltoffenheit des jungen Königs wich der Verbitterung und dem Zynismus. Im Bayerischen Erbfolgekrieg (1778/79), auch als "Kartoffelkrieg" bekannt, vereitelte Friedrich II. die Bestrebungen des österreichischen Kaisers Joseph II., Belgien gegen große Teile Bayerns zu tauschen. Das österreichische Festhalten am bayerisch-belgischen Tauschprojekt beantwortete Preußen mit der Gründung des protestantisch dominierten Fürstenbunds (1785).
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Einige Historiker versuchen nachzuweisen, dass Friedrich der Große homosexuell war, was jedoch umstritten ist. Unstrittig ist, dass er ein sehr distanziertes Verhältnis zu Frauen hatte. Die Obduktion nach seinem Tode ergab keine Hinweise auf eine körperliche Erklärung für dieses Verhalten, jedoch gab es Auskünfte seines Leibarztes Johann Georg Zimmermann, derenzufolge Friedrich sich kurz vor seiner Hochzeit eine Geschlechtskrankheit zugezogen hatte. Einige der wenigen Frauen, denen er Respekt zollte, waren die so genannte „große Landgräfin“ Karoline und Katharina die Große, der er mehrere Gedichte widmete und mit der er in einem regen Briefverkehr stand. Er erwartete von Frauen den gleichen schöngeistigen Esprit, für den seine Tafelrunden gerühmt wurden.
Friedrich korrespondierte mit Voltaire und empfing ihn längere Zeit in Potsdam. Er selbst schrieb zahlreiche Werke in französischer Sprache. Europaweit berühmt wurde sein „Anti-Macchiavell“ (1740), in dem er staatspolitische Grundsätze des Machiavelli einer kritischen, aufgeklärten Analyse unterwarf.
Er war an Kunst in jeder Form interessiert, skizzierte beispielsweise selbst sein Potsdamer Schloss Sanssouci und ließ es von Knobelsdorff ausführen, legte eine bedeutende Bildersammlung an, spielte sehr gut Querflöte (Flötenlehrer Johann Joachim Quantz) und komponierte auf gehobenem Niveau. Sein Kunstgeschmack war sehr gefestigt, aber statisch, sodass er europäische Entwicklungen in vielen Bereichen kaum beachtete. Weithin bekannt ist sein - von Friedrichs Hofmusiker Carl Philipp Emanuel Bach arrangiertes - Treffen mit Johann Sebastian Bach im Jahre 1747 in Sanssouci. Nach dieser Begegnung schrieb Bach sein berühmtes „Musikalisches Opfer“ über ein von Friedrich vorgegebenes „Königliches Thema“; eine Bezahlung für sein Werk erhielt Bach freilich nie.
Friedrich schonte sich wenig, so dass insbesondere die zahlreichen Kriegszüge, an denen er persönlich teilnahm - was bei Regenten der damaligen Zeit durchaus nicht selbstverständlich war -, sehr an ihm zehrten. Doch nicht zuletzt trug diese eiserne Konsequenz des „roi charmant“ aus Sanssouci in den schweren Zeiten des Siebenjährigen Krieges, die zudem vom Tod enger Freunde wie des Generals von Winterfeldt, seiner geliebten Schwester Wilhelmine von Bayreuth oder des Feldmarschalls Keith überschattet wurden, zu seinem bis heute nicht verblassten Ruhm bei. Der zu dieser Zeit oft von Selbstmordgedanken geplagte Monarch hielt bis zum mühsam errungenen Sieg durch und bewahrte Preußen vor Besetzung, Teilung und einer französisch-österreichischen Hegemonie. Nicht nur seine Schlachtensiege, sondern auch seine Charakterstärke und Durchhaltefähigkeit und der dabei nie geschwundene, wenn auch eigenwillige Sinn für Gerechtigkeit und Mitleid machten ihn zum „Großen König“.
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Die Bemühungen des aufgeklärt-absolutistischen Königs zur Entwicklung des Rechtssystems gehörten zu seiner Zeit zu den umwälzendsten auf dem europäischen Kontinent und fanden Nachahmer wie Joseph II. (HRR). Dabei ging er durchaus rücksichtslos vor, wenn es ihm notwendig schien. Das gilt auch für seine europäische Großmachtpolitik, zu deren Durchsetzung er die bereits unter seinem Vater, dem so genannten Soldatenkönig, aufgebaute Armee einsetzte und für die er mehr Kriege vom Zaun brach, als jeder seiner Vorgänger und Nachfolger.
Die kurz vor seinem Lebensende von ihm angestoßenen Rechtsreformen führten schließlich unter den Preußischen Reformern zur Befreiung der Bauern aus der Leibeigenschaft, nicht nur auf den Staatsdomänen, sondern auch auf den großen Gütern des dagegen frondierenden preußischen Adels (siehe Friedrich August Ludwig von der Marwitz).
Als Verdienst bis in die heutige Zeit gilt die Abschaffung der Folter durch Friedrich den Großen, auf welche sich die Bevölkerung allerdings offiziell nicht berufen konnte. Das Rechtsverständnis dieser Zeit kam ohne adäquate Methoden zur Folter nicht aus (vgl. Abschaffung der Folter), so dass die Bedeutung im theoretischen Ansatz liegt. Grundlage für eine auch real wirksame Humanisierung wurden 1779/80 in der großen Justizreform und der damit einhergehenden Befreiung der niederen Stände von der Willkür des Adels eingeleitet. „Sie müssen nur wissen, dass der geringste Bauer, ja was noch mehr ist, der Bettler ebenso wohl ein Mensch ist wie seine Majestät sind, und dem alle Justiz widerfahren muss; indem vor der Justiz alle Leute gleich sind, es mag sein ein Prinz, der gegen einen Bauern klagt oder umgekehrt, so ist der Prinz vor der Justiz dem Bauern gleich, und bei solchen Gelegenheiten muss nach der Gerechtigkeit widerfahren werden, ohne Ansehen der Person.“
Bereits bei seinem Regierungsantritt gab er dem Professor Formey den Auftrag, in Berlin eine französische Zeitung für Politik und Literatur zu gründen. An den Minister v. Podewils erging der Befehl, die Zensur für den nichtpolitischen Teil der Zeitungen aufzuheben. „Gazetten, wenn sie interessant sein sollen, dürfen nicht geniert werden!“, so Friedrich in seiner Ordre.
Friedrich der Große ist typischer Repräsentant des sogenannten aufgeklärten Absolutismus. Er selbst bezeichnete sich als erster Diener des Staates, dem das Wohl seiner Untertanen vor das eigene zu gehen habe. Ihm zu Ehren wurde seine Büste in der Walhalla aufgestellt. Nach seinem Tod wurden zahlreiche weitere Denkmale errichtet, das bedeutendste ist das große Reiterstandbild Friedrichs des Großen Unter den Linden in Berlin. Diese Statue wurde im Krieg gerettet und schon zu Zeiten der DDR wieder aufgerichtet.
Viele Politiker und Aristokraten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts versuchten, ihm nachzueifern und stilisierten ihn zum Wegbereiter des protestantischen Deutschland. Ein Beispiel für solcherlei Verklärung sind die Fridericus-Rex-Filme der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Friedrich war einer der ersten Prominenten, deren Biographie für das zu jener Zeit gerade im Kommen begriffene Medium Kino aufbereitet wurde.
Auch das preußische Volk verehrte Friedrich den Zweiten, es verglich die Vernunft seiner jeweiligen Herrscher immer mit der volksnahen und strategisch genialen Politik seines einstigen Königs.
Ihren Höhepunkt erreichte die Glorifizierung Friedrichs im Dritten Reich unter der Federführung des Propagandaministers Joseph Goebbels. Das Regime bezeichnete ihn nicht nur als „ersten Nationalsozialisten“ - Friedrich und dessen Gefolgsleute wurden auch zum Inbegriff deutscher Disziplin, Standhaftigkeit und Vaterlandstreue hochstilisiert.
So rechtfertigten die Nazis in den letzten Kriegsmonaten z.B. die Einberufung der "Hitlerjungen" zum sog. "Volkssturm" mit der Begründung, Friedrich hätte auch 15-jährige Adelssöhne zu Leutnants erhoben.
So wurde die Legende des charismatischen Preußenkönigs jahrhundertelang von politischen Machthabern missbraucht; ob er als „undeutsch“ oder „deutschnational“ bezeichnet wurde, unterlag dabei dem jeweiligen Zeitgeist.
Was wollte der Dichter uns damit sagen? Klar, die Kartoffel wurde vom Alten Fritz in Preußen eingeführt. Hingegen mit dem Versuch die Seidenraupe in Preußen heimisch zu machen, scheiterte er.
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