Friedrich Wilhelm Ludolf Gerhard Augustin von Steuben (* 17. September 1730 in Magdeburg; † 28. November 1794 in Oneida County, USA) war ein deutscher Auswanderer und US-amerikanischer General. Er reorganisierte die Armee George Washingtons.
Als Auszeichnung für seine Verdienste im Krieg nahm Friedrich der Große ihn als Hauptmann in die von ihm selbst geleitete Sonderklasse zum Erlernen der Kriegskunst auf. Meinungsverschiedenheiten mit dem Generaladjutanten des Königs führten aber zu seiner Versetzung nach Wesel. 1762 nahm Steuben als hoch dekorierter Stabskapitän Friedrichs seinen Abschied aus der preußischen Armee. 1764 wurde er Hofmarschall des Fürsten Josef Friedrich Wilhelm von Hohenzollern-Hechingen und trat schließlich 1775 als Oberst in badische Dienste. Durch den Fürsten von Hohenzollern-Hechingen wurde ihm der Titel eines Barons verliehen.
Die Kontinentalarmee war zu diesem Zeitpunkt in einem sehr schlechten Zustand. Das Heer bestand nur noch aus rund 5000 Mann. Einheitliche disziplinarische und dienstliche Strukturen existierten praktisch nicht. Steuben baute die Armee im Lager von Valley Forge ab 1778 als Generalmajor und Generalinspekteur taktisch und operativ auf und um. (Regeln für die Ordnung und Disziplin der Truppen der Vereinigten Staaten, 1779). Er sorgte für die Disziplinierung, die Organisation und die Einübung der Truppen und war zeitweilig Generalstabschef George Washingtons. Friedrich_Wilhelm_von_Steuben.jpeg
1780 wurde Steuben Greenes Generalquartiermeister in Virginia, wo er auch selbständig operierte und mit kleinen Einheiten bedeutende Erfolge errang. Bis 1784 blieb Steuben zudem Generalinspekteur des Heeres. Er gilt als Architekt der amerikanischen Unabhängigkeit auf militärischer Ebene, da es ihm gelang, untereinander zerstrittene und militärisch unerfahrene Trupps von Freischärlern in eine schlagkräftige Armee zu verwandeln. In den einzelnen Gefechten trugen zudem die von ihm befehligten Truppenteile maßgeblich zum Sieg bei. Seine taktischen Anweisungen bildet die Grundlage für den amerikanischen Sieg bei Monmouth am 28. Juni 1778.
Im Anschluss an die Unterzeichnung des Friedensvertrages in Paris im Jahre 1784 schied Steuben mit allen militärischen Ehren aus dem aktiven Dienst aus. Trotz seiner Verdienste musste er nach Beendigung des Krieges sieben Jahre warten, ehe der Kongress seine Ansprüchen auf Entschädigung seiner Verluste und auf eine Pension bewilligte – nachdem ihn einige Einzelstaaten bereits mit Landschenkungen bedacht hatten.
Steuben lebte nach seiner Verabschiedung teils in New York, teils auf seiner Farm in Oneida County. Er hatte eine Reihe öffentlicher Ämter inne (u. a. das Ehrenamt eines Regenten der Universität des Staates New York und der Vorsitz der Deutschen Gesellschaft in New York).
Am 28. November 1794 starb Steuben auf seiner Farm in Oneida County New York, USA, nahe dem später nach ihm benannten Ort Steuben, kinderlos an einem Schlaganfall. Als Erben setzte er zwei jüngere Soldaten ein, denen er besonders nahe stand.
Seine Heimatstadt Magdeburg hat eine Straße (Steubenallee) nach ihm benannt.
Gerüchten zufolge soll das allseits bekannte O.K. durch den General von Steuben entstanden sein. Anstatt Befehle mit a.c. (all correct) zu unterschreiben, soll er Aufgrund mangelnder Englischkenntnisse mit O.K. (Lautschrift: orl korrekt) unterschrieben haben. (siehe auch: Okay)
Mann | Militärperson (USA) | US-Amerikaner | Deutscher | Amerikanische Unabhängigkeit (Person) | Freimaurer (18. Jh.) | Geboren 1730 | Gestorben 1794 | Deutsche Auswanderer | Deutschamerikaner
Friedrich Wilhelm von Steuben | Friedrich Wilhelm von Steuben
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