Froeb.jpg Friedrich Wilhelm August Fröbel (* 21. April 1782 in Oberweißbach/Thür. Wald; † 21. Juni 1852 in Marienthal, heute Gemeinde Schweina) war ein Pädagoge (Schüler Pestalozzis) und ist der Begründer des Kindergartens.
Fröbels Werk genießt weltweit, auch in Japan, den USA, in Korea, Russland und in ganz Europa, ein großes Ansehen und wird vielfältig dargestellt. Populär sind heute beispielsweise noch immer die von ihm entwickelten pädagogischen Grundformen. Die dreidimensionale Formen (Kugel, Zylinder und Würfel) sind nach wie vor beliebte Formen für Kleinkinder-Spielzeug; ursprünglich nur aus Holz und inzwischen aus Kunststoff hergestellt. Dennoch fehlt bis heute eine kritische Gesamtschau seines Werkes und seiner Bedeutung als Pädagoge.
1811 setzte er seine Studien in Göttingen und Berlin fort. Er sitzt in den Veranstaltungen Fichtes. 1813/1814 diente er im Lützowschen Freikorps (2 Feldzüge gegen Napoleon).
Nach der Rückkehr wurde Fröbel Assistent am Museum für Mineralogie in Berlin bei Prof. Weiß. Er gab diese Stelle wieder auf und gründete 1816 in Griesheim bei Arnstadt (Thüringen) die "Allgemeine Deutsche Erziehungsanstalt" (Vorläufer der Landerziehungsheime). Ein Jahr später verlegte er diese nach Keilhau bei Rudolstadt. 1831 wurden sie von seinen Gehilfen weitergeführt.
Am 11. September 1818 heiratete er in Berlin, die Ehe blieb jedoch kinderlos.
1820 erschien die erste Keilhauer Werbeschrift "An unser deutsches Volk", bis 1823 vier weitere Keilhauer Werbeschriften.
1826 gab er sein literarisches Hauptwerk "Die Menschenerziehung" heraus und gründete die Wochenschrift "Die erziehenden Familien". Er verfolgte 1828/1829 den Plan einer Volkserziehungsanstalt in Helba (heute ein Ortsteil von Meiningen), den sog. Helba-Plan, den er jedoch nicht verwirklichte.
Von 1831-1836 lebte Fröbel wieder in der Schweiz. Er gründete 1831 in Wartensee (Kt. Luzern) eine Erziehungsanstalt. 1833 verlegte er diese nach Willisau, und leitete 1835-36 das Waisenhaus in Burgdorf (Kt. Bern). Dort gab er die Zeitschrift "Grundzüge der Menschenerziehung" heraus.
1836 erschien sein Werk: "Erneuerung des Lebens erfordert das neue Jahr 1836".
Er kehrte nach Deutschland zurück, widmete sich fast ausschließlich der Erziehung der Kinder im vorschulpflichtigen Alter und begann mit der Herstellung von Spielmaterial in Blankenburg.
1837 gründete er in Blankenburg eine "Pflege-, Spiel- und Beschäftigungsanstalt" für Kleinkinder,
1838-1840 gab er die Zeitschrift "Ein Sonntagsblatt für Gleichgesinnte" heraus,
1839 erfolgten Vortragsreisen nach Dresden und in andere Orte. In diesem Jahr starb seine Ehefrau.
1840 wurde die Beschäftigungsanstalt von Blankenburg als "Kindergarten" nach Keilhau verlegt. Kinder sollten hier durch planvoll gruppierte Bewegungs- und Geistesspiele, Sprüche, Lieder bei ständiger Berührung mit der Natur ihrem Alter entsprechend allseitig angeregt und angeleitet werden. Die Gründungsveranstaltung des "Allgemeinen deutschen Kindergartens" fand am 28. Juni 1840 im Blankenburger Rathaussaal statt.
1842 begannen Kindergärtnerinnenkurse in Blankenburg. Weitere Schriften und Vortragsreisen insbesondere zur Popularisierung des Kindergartens folgten in den Jahren 1843 bis 1849.
Fröbel übersiedlte 1849 nach Bad Liebenstein, zog aber schon 1850 ins Schloss Marienthal. Er gründete die erste Schule zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen und gab "Ein Einigungsblatt für alle Freunde der Menschenbildung" heraus. Auf dem Altenstein fand am 4. August ein Spielfest statt. 1851 heiratete er zum zweiten Male (Louise Levin).
Am 23. August 1851 traf ihn ein herber Schlag: Es wurde ein Kindergartenverbot in Preußen und in anderen Staaten erlassen. Er wehrte sich. Ende September fand eine Pädagogenversammlung in Bad Liebenstein statt. Am 3. Juni 1852 nahm er an der allgemeinen deutschen Lehrerversammlung in Gotha teil.
Am 21. Juni 1852 starb Fröbel in Marienthal.
Fröbels Idee des Kindergartens fand großen Anklang; aber die Ausbreitung in Deutschland wurde dadurch gehemmt, dass das preußische Kultusministerium am 7. August 1851 die Kindergärten wegen angeblicher "destruktiver Tendenzen auf dem Gebiet der Religion und Politik" als "atheistisch und demagogisch" verbot und erst 1860 wieder zuließ.
Froebels Schülerin Margarethe Schurz gründete 1856 in Watertown Wisconsin den ersten Kindergarten in den USA. Sie inspirierte Elizabeth Peabody, die dann 1860 in Boston den ersten englischsprachigen Kindergarten eröffnete und dadurch die Kindergartenidee in den USA verbreitete. Der deutsche Auswanderer, Journalist und Pädagoge Adolph Douai gründete im Jahr 1859 einen Kindergarten in Boston (Massachusetts), den er jedoch nach einem Jahr wieder schließen musste. Ab 1866 gründete er weitere in New York City.
August Köhler (Pädagoge) war 1863 Initiator und Mitbegründer des "Deutschen Fröbelvereins" zunächst für Thüringen, aus dem 1872 der "Allgemeine Fröbelverein" und ein Jahr später, 1873, der "Deutsche Fröbelverband" hervorging. August Köhler analysierte und bewertete kritisch die Fröbeltheorie, übernahm grundlegende Gedanken in seine Kindergartenpädagogik und erweiterte diese, entwickelte eine eigenständigen "Köhler-Kindergartenpädagogik". Er bildete 1857 in Gotha erstmals Kindergärtnerinnen aus.
1908 und 1911 wurde in Deutschland die Ausbildung von Kindergärtnerinnen durch staatlich gesetzliche Regelungen anerkannt.
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