Friedrich_Weinbrenner.jpg Friedrich Weinbrenner (* 24. November 1766 in Karlsruhe; † 1. März 1826 in Karlsruhe) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Baumeister des Klassizismus.
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Nach seiner Rückkehr aus Italien arbeitet er zunächst in Karlsruhe, dann in Straßburg und Hannover. Im Sommer 1800 kehrt Weinbrenner endgültig nach Karlsruhe zurück, wo er schnell Karriere macht. Ab 1797 lenkt er als Badischer Baudirektor bald das gesamte staatliche Bauwesen, seine Entwürfe bedienen öffentliche wie private Bauherren. 1800 wird er Leiter einer staatlich geförderten privaten Bauschule, sie geht 1825 in der neu gegründete Polytechnische Schule Karlsruhe auf, dem Vorgänger der heutigen Universität Karlsruhe (TH). Mit seiner Lehrtätigkeit prägt er eine ganze Architektengeneration. Die Publikation seiner architektonischen Grundvorstellungen und eigener Entwürfe unterstützen die Etablierung und Verbreitung des in der badischen Architektur der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts schulbildenden „Weinbrennerstils”. Neben seiner Wirkung als Lehrer ist Weinbrenner vor allem als Planer des klassizistischen Karlsruhe architekturgeschichtlich bedeutsam. Ausgehend von einem 1797 vorgelegten Generalbauplan, arbeitet Weinbrenner über Jahrzehnte hinweg am Ausbau der barocken Stadtanlage. Der Markt mit evangelischer Stadtkirche (1807-15) und Rathaus (1821-25) an der zur „via triumphalis” ausgebauten Nord-Süd-Mittelachse zählt zu den markantesten klassizistischen Platzanlagen in Europa (nach Kriegszerstörungen ab 1950 weitgehend rekonstruiert). Bebauungspläne, Musterhausentwürfe und Pläne für eine Gartenstadterweiterung dokumentieren weiterreichende Projekte für die badische Residenz, die jedoch nicht zur Ausführung kamen.
Karlsruhe Evangelische Stadtkirche meph666-2004-Feb-25-a.jpg Wichtige Einzelbauten in Karlsruhe:
Von ihm stammen ebenso die Kirchen in Renchen und Heitersheim, so wie die Fassade des Collegium Borromaeum in Freiburg und das Kurhaus Baden-Baden.
Der Bau des Karlsruher Hoftheaters (1804-08, abgebrannt 1847) und die Publikation seiner Planung begründen Weinbrenners Ruf als Fachmann auf diesem Gebiet weit über die Landesgrenzen hinaus und ziehen Folgeaufträge u.a. aus Leipzig und Düsseldorf nach sich. Weinbrenners Architektursprache, deren Formenkanon im wesentlichen während der römischen Jahre erarbeitet ist, findet im Verlauf einer fast 30-jährigen aktiven Laufbahn im badischen Staatsdienst in vielfältigen Bauaufgaben praktische Gestalt. Fast alle Projekte Weinbrenners sind unter dem von äußeren Umständen diktierten Zwang zur Sparsamkeit verwirklicht, die Ökonomie der Bauausführung ist eine prägende Größe seiner Architektur. Seinem schweren, in den Binnenformen meist reduzierten Vokabular haftet eine zum Teil spröde wirkende Variantenarmut an, die Weinbrenners Bauten noch zu dessen Lebzeiten der Kritik der nachfolgenden, schon historistisch orientierten Architekten der Generation Schinkels aussetzte.
Friedrich Weinbrenner | Deutscher Architekt | Architekt des Klassizismus | Stadtplaner | Mann | Geboren 1766 | Gestorben 1826
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