Friedrich V von der Pfalz.jpgs (Gemälde von Gerrit van Honthorst, posthum 1634 vollendet, Kurpfälzisches Museum, Heidelberg)]]
Friedrich V. (* 26. August 1596 in Jagdschloss Deinschwang bei Amberg; † 29. November 1632 in Mainz), war Kurfürst von der Pfalz (1610–1623) und als Friedrich I. König von Böhmen (1619–1620). Unter seiner Herrschaft versuchte die Kurpfalz zur protestantischen Vormacht im Heiligen Römischen Reich zu werden, was aber in einem Debakel endete.
Leben
Friedrichs Eltern waren Friedrich IV. und Prinzessin Luise Juliane von Nassau-Oranien (1576–1644), Tochter von Wilhelm I. von Oranien-Nassau.
Er genoss von 1608 bis 1612 beim Herzog von Bouillon in Sedan eine Erziehung im reformierten Glauben, stand zunächst unter der Hauptvormundschaft des Herzogs Johann II. von der Pfalz-Zweibrücken, heiratete am 24. Februar 1613 in London die Tochter des englischen und schottischen Königs Jakob I., Elisabeth Stuart (1596–1662) und wurde im selben Jahr volljährig.
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Nachdem Friedrich im Herbst 1619 die Wahl zum böhmischen König angenommen hatte, konnte er die Krone nicht behaupten, weil er im folgenden Jahr die Schlacht am Weißen Berg gegen die Truppen des Kaisers und der katholischen Liga verlor. Daraufhin erhielt er den Spottnamen Winterkönig, da sein Königtum nur etwas mehr als einen Winter überstand.
Nach seiner Flucht nach Rhenen in Holland sprach Kaiser Ferdinand II. am 22. Januar 1621 über ihn die Acht und Aberacht aus. Seine pfälzische Kurwürde wurde 1623 auf Herzog Maximilian I. von Bayern übertragen, der dem Kaiser am 22. Februar 1628 auch die Oberpfalz abkaufte. Weitere Teile des kurpfälzischen Gebietes (so die Ämter Parkstein, Weiden und Peilstein) wurden an Herzog Wolfgang Wilhelm von der Pfalz-Neuburg abgetreten.
Mit Hilfe des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf und dessen militärischen Erfolgen im Dreißigjährigen Krieg gelang es Friedrich, noch im Mai 1632 in München einzuziehen, tastete jedoch die Besitztümer seines Rivalen nicht an. Er starb am 29.(19.)November 1632 schwer erkrankt im schwedischen Lager zu Mainz, ohne in seine Würden zurückgekehrt zu sein und wurde wahrscheinlich in Sedan beigesetzt. Auf seine Nachkommen geht letztlich über das Haus Hannover das heutige englische Königshaus zurück.
Seine 13 Kinder mit Elisabeth Stuart
- Heinrich Friedrich (* 11. Januar 1614 in Heidelberg; † 17. Januar 1629 in der Nähe von Harlem ertrunken, Grabstätte im St. Vinzent-Kloster oder in der Prinzenkirche in s'Gravenhage, Den Haag, Niederlande), Kurprinz von der Pfalz
- Karl I. Ludwig (* 1617; † 1680), Kurfürst von der Pfalz
- Elisabeth, (* 5. Januar 1619 in Heidelberg; † 21. Februar 1680 im Stift Herford, Grabstätte im Münster von Herford, Westfalen), seit dem 30. April 1667 Äbtissin zu Herford
- Ruprecht (* 27. Dezember 1619 in Prag; † 29. November 1682 in London, Grabstätte in der Westminister-Abtei, London), seit 1643 Herzog von Cumberland, britischer Admiral, Gouverneur von Windsor ∞ morganatisch mit Lady Bellamont und später mit Margarete Hewes
- Moritz (* 6. Januar 1621 in Küstrin; † Spätherbst 1652, verschollen, wahrscheinlich bei einem Schiffbruch auf hoher See oder als Gefangener in Algier gestorben)
- Louise Maria „Luise-Hollandine“ (* 28. April 1622 in Den Haag; † 11. Februar 1709 im Kloster Maubuisson, Grabstätte im Zisterzienserinnenkloster Maubuisson in Saint Quen, Dep. Seine-et Oise, Frankreich), seit 1664 Äbtissin zu Maubuisson
- Ludwig (* 31. August 1623 in Den Haag; † 24. Dezember 1623 ebd., Grabstätte im St. Vinzent-Kloster oder in der Prinzenkirche in s'Gravenhage, Den Haag, Niederlande)
- Eduard (* 16. Oktober 1624 in Den Haag; † 23. März 1663 in Paris, Grabstätte in der Klosterkirche Val de Grace, Paris); ∞ seit 1645 mit Anna Gonzaga (* 1616; † 6. Juli 1684), Prinzessin von Nevers, Mantua und Monferrat
- Henriette Marie (* 17. Juli 1626 in Den Haag; † 20. Dezember 1651 in Patak, Grabstätte in der St. Michaels-Kirche, Karlsburg, heute Alba Julia, Rumänien); ∞ seit dem 16. Mai 1651 in Patak mit Sigismund Rákoczy (* 14. Juli 1622; † 4. Februar 1652 in Fogarasch, Grabstätte in der St. Michaels-Kirche, Karlsburg, heute Alba Julia, Rumänien), Graf von Mongatsch
- Philipp (6. Oktober 1627 in Den Haag - 15. Dezember 1650 in der Schlacht bei Rethel gefallen, Grabstätte in der Heiliggeistkirche, Heidelberg), lothringischer Reiteroberst
- Charlotte (* 19. Dezember 1628 in Den Haag; † 24. Januar 1631 in Den Haag, Grabstätte in der Hof- und Kollegiatskapelle, später französische Klosterkirche, Den Haag, Niederlande)
- Sophie (* 23. Oktober 1630 in Den Haag; † 8. Juni 1714 in Herrenhausen, Grabstätte in der Fürstengruft der Schlosskirche Hannover); ∞ seit dem 17. Oktober 1658 in Heidelberg mit Ernst August, Kurfürst von Hannover
- Gustav Adolf (* 14. Januar 1632 in Den Haag; † 9. Januar 1641, Grabstätte in der Hof- und Kollegiatskapelle, später französische Klosterkirche, Den Haag, Niederlande)
Literatur
- Wolfgang von Moers-Messmer: Heidelberg und seine Kurfürsten. Die große Zeit der Geschichte Heidelbergs als Haupt- und Residenzstadt der Kurpfalz. Weiher : Verlag Regionalkultur, 2001. ISBN 3897351609
- Meinrad Schaab: Geschichte der Kurpfalz, Band 2. Kohlhammer, Stuttgart.
- Haus der Bayerischen Geschichte (Hrsg.): Der Winterkönig. Friedrich von der Pfalz. Bayern und Europa im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1810-2.
- Hans und Marga Rall: Die Wittelsbacher. Regensburg 1986.
- Hans Rall: Wittelsbacher Lebensbilder von Kaiser Ludwig bis zur Gegenwart. München 1976.
- Christian Haeutle: Genealogie des Erlauchten Stammhauses Wittelsbach, S. 65. München 1870.
- Bilhöfer, Peter: Rhein-Neckar-Kreis, Bausteine zur Kreisgeschichte Nicht gegen Ehre und Gewissen/Friedrich V. Kurfürst von der Pfalz - der Winterkönig von Böhmen. Eigenverlag Rhein-Neckar-Kreis, Heidelberg 2004, ISBN 3-932102-14-2
- Stadtarchiv Amberg *: Der Winterkönig. Königlicher Glanz in Amberg. Amberg 2004, ISBN 3-924707-03-3.
Weblinks
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