Friedrich A. Kittler (* 1943 in Rochlitz, Sachsen) ist Literaturwissenschaftler und Medientheoretiker. Arbeiten zum Zusammenhang von Medien, Technik und Militär.
1976 promovierte Kittler zum Dr. phil. mit einer Arbeit über den Dichter Conrad Ferdinand Meyer; zwischen 1976 und 1986 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent am Deutschen Seminar der Universität Freiburg.
1984 habilitierte er schließlich im Bereich der neueren deutschen Literaturgeschichte.
Mehrere Aufenthalte als Visiting Assistant Professor und Visiting Professor an amerikanischen Universitäten wie der University of California, Berkeley, der University of California, Santa Barbara, oder der Stanford University.
Von 1986 bis 1990 war er Leiter des DFG Projekts Literatur und Medienanalyse in Kassel und wurde 1987 als Professor für Neugermanistik an die Ruhr-Universität Bochum sowie 1993 an den Lehrstuhl für Ästhetik und Geschichte der Medien der Humboldt-Universität zu Berlin berufen.
Kittler wurde 1993 mit dem Siemens-Medienkunstpreis des ZKM Karlsruhe (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) für seine Forschungen auf dem Gebiet der Medientheorie ausgezeichnet (*).
1996 Distinguished Scholar an der Yale University und 1997 Distinguished Visiting Professor an der Columbia University in New York.
Seit 2001 ist Friedrich Kittler stellvertretender Direktor des Hermann von Helmholtz Zentrums für Kulturtechnik und Mitglied der Forschergruppe "Bild Schrift Zahl" (DFG).
Friedrich Kittler steht für einen neuen Ansatz der Medientheorie, der ab den 80er Jahren zunehmend populär wurde und von den technischen Medien ausgeht; Kittlers zentrales Projekt ist es, "den Menschenwissenschaften * ihr medientechnisches Apriori nachzuweisen" (Hartmut Winkler), oder mit seinen eigenen Worten: die "Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften", so der gleichnamige Titel einer Veröffentlichung aus dem Jahr 1980.
Kittler sieht eine Autonomie der Technik und lehnt daher Marshall McLuhans Lesart der Medien als extensions of man ab: "Medien sind keine Pseudopodien, die der Menschenkörper ausfahren würde. Sie folgen der Logik der Eskalation, die uns und die Schrift-Geschichte hinter sich läßt" (Kittler in Geschichte der Kommunikationsmedien. In: Jörg Huber, Alois Martin Müller (Hrsg.): Raum und Verfahren'').
Konsequenterweise sieht er im Schreiben von Literatur, dem Schreiben von Programmen und dem Einbrennen von Strukturen in Silizium-Chips ein vollständiges Kontinuum: "Wie wir wissen und nur nicht sagen, schreibt kein Mensch mehr. Heute läuft menschliches Schreiben durch Inschriften, die *." target="_blank" >Letzter historischer Schreibakt mag es folglich gewesen sein, als in den späten Siebzigern ein Team von Intel-Ingenieuren *" (Kittler, Es gibt keine Software. In: ders.: Draculas Vermächtnis. Technische Schriften).
Sekundärliteratur zu Friedrich Kittler:
Literaturwissenschaftler | Medienwissenschaftler | Deutscher | Mann | Geboren 1943
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