Freya (aisl. Freyja Herrin) ist der Name der nordgermanischen Göttin der Fruchtbarkeit. Sie gilt als nächstbedeutende Göttin des nordischen Pantheons nach Frigg, mit der sie in neuzeitlichen Rezeptionen oft gleichgesetzt oder verwechselt wird. Sie ähnelt der Venus des römischen Götterhimmels.
Namensformen
Aus der
Skalden-Dichtung sind einige Beschreibungen bekannt, die als Freya-
Kenning. Dies sind
Mardöll,
Hörn,
Gefn,
Sýr und
Vanadís.
Aufgrund ihres Beinamens
Gefn, wird sie (eher spekulativ) auch mit der Göttin
Gefjon in Zusammenhang gebracht.
Die südgermanische Frija (althochdeutsch Fria, Frea, Fricka, Frigga) bezieht sich auf die Asengöttin Frigg.
Stellung, Attribute
Freya gehört zu den
Wanen, einem der beiden Göttergeschlechter der nordischen Mythologie. Ihr Bruder ist
Frey (aisl.
Freyr), ihr Vater
Njörðr. Ihr Gatte ist der Gott
Od (aisl.
Óðr).
Sie gilt als Göttin der Liebe und Liebesmagie.
Sie besitzt ein von Zwergen geschmiedetes Halsband Brisingamen, einen von Katzen gezogenen Wagen und ein Falkengewand, mit dem man wie ein Falke durch die Lüfte gleiten kann.
Der Wochentag Freitag ist ihr zugeordnet.
Entwicklung
Da es keine südgermanische (z. B. deutsche, englische) Überlieferungen zu Freya gibt, wird angenommen, dass sie eine
wikingerzeitliche Loslösung der Aspekte Liebe, Liebesmagie und
Promiskuität der Göttin Frigg ist. Die literarischen Ausgestaltung Freyas während der isländischen Renaissance des 13.-14. Jh.s haben die heidnische Gestalt der Göttin allerdings überwuchert. In der Neuzeit hat sie die Göttin Frigg in der isländischen Aufarbeitung des Heidentums vollkommen verdrängt. Freya selbst erscheint in diesem Zusammenhang (einer Illumination in einer Papierhandschrift des 17. Jh.s) allerdings nur noch als biedere Familienmutter.
Quellen
Besonders bekannte Quellen über Freya sind zwei Gedichte der Lieder-
Edda. In der
Lokasenna ("Schmähreden des Loki") wirft ihr der Gott
Loki vor, es mit so ziemlich jedem Gott und jeder mythologischen Gestalt getrieben zu haben. In der
Þrymskviða ("Das Lied von Thrym") erlebt sie einen Wutausbruch, als die Forderung des Riesen
Thrym(aisl.
Þrymr) verlautet, ihn heiraten zu sollen, um den Hammer
Thors von den Riesen auszulösen, der wichtig für den Fortbestand der Göttererwelt ist.
Literatur
- Rudolf Simek: Religion und Mythologie der Germanen, S. 157-159. ISBN 3-8062-1821-8
- Polomé, E. C.: "Freyja". In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 9.
Weblinks
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