Ein Frequenzumrichter ist ein Gerät, das aus einem Wechselstrom (auch Drehstrom) mit bestimmter Frequenz eine in Höhe und Frequenz veränderte Spannung generiert. Mit dieser umgerichteten Spannung wird dann der Verbraucher betrieben.
Heute werden dazu meist elektronische Geräte verwendet, früher wurden Netze unterschiedlicher Frequenz über rotierende Umformer gekoppelt. Allerdings werden in Bahnstromumformerwerken immer noch mechanische Anlagen verwendet.
Im Prinzip besteht der elektronische (statische) Frequenzumrichter aus einem Gleichrichter, der einen Gleichstrom- oder Gleichspannungs-Zwischenkreis speist, und einem aus diesem Zwischenkreis gespeisten Wechselrichter. Die Höhe der Ausgangsspannung und auch deren Frequenz können in weiten Grenzen geregelt werden.
Daneben findet man gelegentlich sogenannte Direktumrichter, auch Matrixumrichter genannt, bei denen über Halbleiterschalter jede Netzphase mit jeder Phase der Last direkt verbunden werden kann. Der Zwischenkreis mit der Gleichgröße entfällt somit.
Ein Direktrichter kann jedoch nur Ausgangsfrequenzen kleiner der Eingangsfrequenz erzeugen, ein Zwischenkreisumrichter kann auch Ausgangsfreqenzen erzeugen, die deutlich oberhalb der Eingangsfrequenz liegen (bis mehrere hundert Hz).
Durch geeignete Wechselrichter lässt sich Bremsenergie eines Motors aus dem Zwischenkreis auch wieder in das Netz zurückspeisen. Dies kann bei Lokomotiven oder anderen Fahrzeugen bei der Bremsung ausgenutzt werden. Die Hybrid-PKW speisen dabei in ihre Batterien. Bei Windenergieanlagen und in kleinen Wasserkraftwerken kann so ein preiswerter Asynchrongenerator verwendet werden. Aber auch andere große Motoren speisen sinnvollerweise in das Netz zurück, z.B. Zentrifugen in Zuckerfabriken oder Belastungseinrichtungen auf Motorprüfständen.
Ausgeführte Frequenzumrichter für die Antriebstechnik verfügen neben den Leistungsanschlüssen über digitale Ein- und Ausgänge, einen Analogeingang sowie einen Analogausgang. Als Standardsignale werden hier 0...10 V, 0...20 mA oder 4...20 mA genutzt. Es gibt Frequenzumrichter, die über Bussysteme, z. B. LON, CAN-BUS, PROFIBUS, Ethernet oder auch über Ethernet Powerlink angesteuert werden.
Umrichter können durch Parametriermöglichkeiten dem jeweils anzutreibenden Motor angepasst werden. Dies geschieht heute kaum noch durch Potentiometer und DIP-Schalter, sondern durch eine geeignete Tastatur/Anzeigeeinheit, die sich am Umrichter befindet und die die Navigation in einer Menüstruktur zulässt. Besonders komplexe Umrichter ermöglichen die Programmierung in einer eigenen Programmiersprache oder durch ein entsprechendes grafisches Programm am PC. Fertige Datensätze werden dann über eine Schnittstelle in den Umrichter geladen.
Ebenfalls ist es heutzutage üblich, den fertigen Parametersatz auf einem Speichermedium (z. B. Chip- und Flashkarten) zu speichern, das dann anschließend in den Frequenzumrichter gesteckt wird.
Einige Modelle können durch Messung der Antriebseigenschaften ihre eigenen Regelparameter im Rahmen der Inbetriebnahme selbständig einstellen und später auch programmierte Verfahrbewegungen selbstständig abarbeiten (Motion Control).
Frequenzumrichter sind in der Industrie weit verbreitet. Sie gestatten den Einsatz von preiswerten Normmotoren in einem weiten Drehzahlbereich. Insbesondere bei Drehstrommotoren gibt es günstige Anwendungsgebiete. Inzwischen gibt es auch Frequenzumrichter für einphasige Wechselstrommotoren wie z.B. Kondensatormotoren, um bereits vorhandene Motoren nachträglich in der Drehzahl zu regeln.
So erlaubt ein Umrichter mit Raumzeigermodulation (Space Vector Control) auch bei einem Asynchronmotor die getrennte Regelung von Drehmoment und Drehzahl.
Werden Käfigläufer-Drehstrommotoren am starren 50-Hz-Netz betrieben, drehen sie nur mit einer Geschwindigkeit. Da beim Anlauf hohe Stromspitzenwerte entstehen, wird mit verschiedenen Mitteln dem entgegen gewirkt. Dazu gehören Stern-Dreieck-Schaltung, KUSA-Anlasser, Anlasstransformator und Thyristor-Anlasser mit Phasenanschnittsteuerung. Der Umrichter ermöglicht es, stufenlos Drehzahlen ab 0 1/min bis über die Nenndrehzahl einzustellen.
Die Motoren können bei entsprechender Umrichterauslegung auch als Generatoren betrieben werden. Dies ist insbesondere für Fahrzeuge und sonstige Antriebe interessant, die zyklisch bremsen müssen, aber auch für die Errichtung einfacher Kraftwerke mit Asynchrongeneratoren.
FUs verlangen nach einer fachgerechten Installation. Hier sind die Angaben des Herstellers zu berücksichtigen.
Dies ist die einfachste Ausführung aktueller Frequenzumrichter. Der Umrichter regelt die Motorspannung und die Frequenz in einem linearen Verhältnis. Dies führt zu einem sehr schwachen Drehmoment bei geringen Drehzahlen. Um dies zu beheben, wird meist eine Spannungsanhebung im unteren Frequenzbereich eingestellt, die zu einem erhöhten Anfahrmoment führt. Abhängig von der aktuellen Belastung des angeschlossenen Motors variiert dessen Drehzahl entsprechend. Eine Schlupfkompensation reagiert ohne Rückführung durch einen Drehgeber ebenfalls nicht auf eine Änderung der Belastung. Diese Ausführung ist für einfache Applikationen mit geringer Drehzahlvarianz und ohne Schweranlauf ausreichend.
Die Vektorregelung oder auch feldorientierte Regelung besteht aus einem Drehzahlregler mit unterlagertem Stromregler. Es werden die beiden Stromkomponenten, sprich im D- und Q- System, Id und Iq geregelt. In einem Maschinenmodell werden alle Motorgrößen gespeichert und ggf. auch adaptiert. Das hat den Vorteil, dass keine Drehzahlrückführung wirksam sein muss, um Drehzahl und Moment feldorientiert zu regeln. Die rückzuführende Komponente ist in diesem Fall der Strom. Sehr hohe Drehzahl- und Momentenstellbereiche sind möglich. Typisch sind Regelbereiche für die Drehzahl von 1:120 (mit Rückführung durch Drehgeber bis 1:2000) und für das Moment von 0 x Mn bis 4 x Mn. Moderne Geräte benutzen DSP-Bausteine, um aus dem Motor eine Rückführung zu erhalten. Dieses Verfahren ist Stand der Technik.
Man unterscheidet folgende Kommutierungssarten:
Bei einer Blockkommutierung werden immer genau 2 von 3 Drehstromwicklungen bestromt. Die dritte Wicklung ist unbenutzt und wird von einigen Frequenzumrichtern zur Vermessung der Gegen-EMK (Back-EMF) benutzt. Damit können permanenterregte Maschinen vom Frequenzumrichter ohne den sonst erforderlichen Lagegeber optimal kommutiert werden. Aufgrund der permanent konstanten magnetischen Durchflutung ergeben sich gegenüber einer Sinuskommutierung kaum Nachteile in der Welligkeit des Drehmoments oder des Wirkungsgrads. Durch den Vergleich mit einem Schrittmotor spricht man in dieser Betriebsart auch von einem 6-Schritt-Betrieb.
Zum Betrieb von Asynchronmaschinen ist hingegen eine Sinuskommutierung durch den Frequenzumrichter üblich. Hierbei sind immer genau 3 von 6 Schaltern der Endstufe eingeschaltet. Die Signalerzeugung erfolgt in der Regel durch Mikrokontroller, welche speziell für Motoranwendungen in Ausführungen mit 6 PWM-Ausgängen erhältlich sind.
Anordnung der 6 Transistoren in der Endstufe (Drehstrom-Vollbrücke) eines Frequenzumrichters