Fremdarbeiter waren zu Beginn der Industrialisierung Menschen, die aus dem Ausland zur Arbeit in ein Land gekommen sind. Grundsätzlich werden mit diesem Begriff zwei Gruppen von Menschen bezeichnet:
Einwanderer, die für immer aus einem anderen Land immigrieren, wurden nicht als Fremdarbeiter bezeichnet, ebensowenig Sklaven, die zur Arbeit aus einem anderen Land verschleppt wurden. In der Regel umfasst der Begriff auch keine Arbeitskräfte, die kurzfristig für einen bestimmten Auftrag im Ausland arbeiten, zum Beispiel zur Montage einer Industrieanlage.
Heute werden zumeist die Begriffe Arbeitsmigranten und Wanderarbeiter verwendet.
Der Begriff Fremdarbeiter war seit Anfang des 20. Jahrhunderts die übliche Bezeichnung für ausländische Arbeitskräfte.
Während des Nationalsozialismus wurden diese - vornehmlich italienischen Arbeitsmigranten nach dem Sturz Mussolinis und dem Beitritt Italiens zu den Alliierten -, mit Gewalt zur Arbeit gezwungen. Hinzu kamen noch Millionen ausländische Arbeitskräfte, welche als 'Zivilarbeiter' aus ihren Heimatstaaten nach Deutschland deportiert wurden. Zwangsarbeiter aus bestimmten osteuropäischen Ländern, insbesondere aus der Sowjetunion, wurden im Sprachgebrauch des Nationalsozialismus meist als Ostarbeiter bezeichnet.
Durch die Verwendung des Begriffs im Zusammenhang mit erzwungener Arbeit erhielt der Begriff negative Konnotationen. In Deutschland wurde der Begriff nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere mit Beginn der verstärkten Einwanderung ausländischer Arbeitnehmer in den 60er Jahren, in der Umgangssprache weitgehend durch den Begriff Gastarbeiter ersetzt. Jedoch fand der Begriff sich noch im Jahr 2002 in internen Papieren der SPD-Bundestagsfraktion.
Empörung hingegen löste die Verwendung des Begriffes durch den ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine in einer Rede im Jahr 2005 aus.
Fremdarbeiter ist in der Schweiz ein parallel zum Gastarbeiter gebrauchter Begriff (Begriffslexikon Sozialrecht;Google-Suche nach dem Begriff für Domain .ch ).
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