Die freireligiöse Bewegung ist eine Glaubensrichtung, die auf formelle Lehren und Bekenntnisse verzichtet. Menschenrechte, Toleranz zwischen den Menschen und Werte des Humanismus werden unterstützt.
Unter der geistigen Führung von Ronge und der Organisation des Märzrevolutionärs Robert Blum fand 1845 das erste deutsch-katholische Konzil in Leipzig statt, 1859 schlossen sich die meisten der freien Gemeinden zum Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands zusammen.
Die freireligiöse Bewegung wurde von der Philosophie der Aufklärung, aber auch von der Mystik und christlichen liberalen Strömungen beeinflusst. Im wesentlichen speiste sich die freireligiöse Bewegung aus drei Quellen:
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden einige freireligiöse Gemeinden ab 1934 verboten oder lösen sich auf. Teilweise schlossen sich freireligiöse Gemeinden der "Arbeitsgemeinschaft Deutsche Glaubensbewegung" (ADG) an und waren später Teil der Deutschen Glaubensbewegeung.
Heutige Freireligiöse bezeichnen sich oft auch als Humanisten und einige Gemeinden als Freie Humanisten.
Durch die Betonung von Werten wie Freiheit, Vernunft und Duldsamkeit bilden die Freireligiösen eine kritische Anfrage an die christlichen Kirchen. Unter dem Motto "Frei sei der Geist und ohne Zwang der Glaube" verwerfen Freireligiöse jede Art von dogmatischer Bindung und Hierarchie. Dementsprechend gelten die von dem Kirchenhistoriker E.M. Wilbur entwickelten Grundsätze:
Lösten sich Freireligiöse von kirchlichen Dogmen und Bekenntnissen, so trennten sie sich aber nicht von der Religion. In ihrem Religionverständnis folgen sie Friedrich Schleiermacher, wenn Religion definiert wird als "etwas, was den Menschen im Innersten bewegt, was ihn zutiefst angeht, was ihm wesentlich ist" (siehe "Grundgedanken der Freireligiösen Gemeinde Mainz"). Freie Religion wird demnach begriffen als eine innerliche Angelegenheit des Menschen, die - so der Religionsphilosoph Arthur Drews - "nicht an eine bestimmte Lehre oder Offenbarung, an heilige Bücher oder Religionsstifter gebunden ist, sondern sich im Einzelnen selbst ereignet als das Innerlichste, was sich denken läßt".
Als Religion ohne Kirche und ohne bestimmte Gottesvorstellung sehen Freireligiöse die Welt als Einheit, ohne sie in Diesseits und Jenseits zu spalten (Monismus). Sie leugnen den Geltungsanspruch Heiliger Bücher wie auch der vielen, sich als einzigartig verstehenden Religionen. Vielmehr werden die Urkunden der Weltreligionen als Zeugnisse des religiösen Bedürfnisses des Menschen geschätzt. Freireligiöse betonen, dass sie nicht frei von Religion, sondern frei in der Religion sind - jedoch ohne dogmatische Bindungen.
Freireligiöse, freigeistige und Freidenkerbewegung | Weltlicher Humanismus | Religionskritik
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"Freireligiöse Bewegung".
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