Als Freikorps (französisch: corps – Körper(schaft); aus lateinisch: corpus – Körper) wurden bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts paramilitärische Einheiten unabhängig von ihrer nationalen Herkunft benannt. Im deutschen Sprachraum wurden erstmals im 18. Jahrhundert unter der Bezeichnung "Freikorps" Frei-Regimenter aus einheimischen Freiwilligen, gegnerischen Überläufern, Deserteuren und Straffälligen aufgestellt. Die mitunter exotisch ausgerüsteten Truppen dienten als Infanterie und Kavallerie, seltener als Artillerie. Teils nur in Kompaniestärke, teils bis zu mehreren Tausend Mann stark, existierten auch aus verschiedenen Waffengattungen zusammen gesetzte gemischte Verbände bzw. Legionen. Das preuß. Freikorps von Kleist umfasste Infanterie, Jäger, Dragoner und Husaren. Die frz. Volontaires de Saxe vereinten Ulanen und Dragoner.
Nach dem Vorbild der Panduren und Kroaten schuf Friedrich II. die Freibataillone die unabhängig operierten und durch plötzliche, überraschende Angriffe den Feind störten. Sie wurden außerdem zur Abwehr der Panduren Maria Theresias eingesetzt. Mit der Herausbildung der Lineartaktik hatten sich leichte Truppen für Vorposten-, Sicherungs- und Aufklärungsaufgaben erforderlich gemacht. Im Laufe des Krieges wurden mehrere solcher Bataillone und schließlich Freikorps aufgestellt, insgesamt 23 Freitruppenteile
Da sie mit Ausnahmen als undiszipliniert und wenig kampfstark galten, wurden sie für nachrangige Wach- und Garnisonsdienste verwendet. Im sog. Kleinen Krieg störten Freikorps in Guerillaaktionen die Nachschublinien des Gegners. Im Fall der Gefangennahme liefen Freikorps-Soldaten Gefahr, als irreguläre Kämpfer getötet zu werden. In Preußen wurden die Freikorps, die Friedrich II. als "Geschmeiß" wohl zu Unrecht verachtete, aufgelöst. Die Freikorps-Soldaten hatten keinen Anspruch auf Pensions- oder Invalidengelder. In Frankreich existierten viele Korps bis 1776 fort. Dann wurden sie als Jäger-Schwadronen den regulären Dragoner-Regimentern angegliedert. Österreich rekrutierte während der Französischen Revolutionskriege diverse Freikorps slawischer Herkunft. Das slawonische Freikorps Wurmser kämpfte im Elsass. Der Kampfwert der sechs Wiener Freikorps (rund 37 000 Infanteristen und Kavalleristen) war dagegen gering. Einen Sonderfall stellten die Grenzregimenter aus Kroaten und Serben dar, die dauerhaft an der österreichisch-osmanischen Grenze standen.
Freikorps kämpften 1919 im Baltikum mit Unterstützung Großbritanniens gegen sowjetrussische Truppen, 1920/21 in Oberschlesien gegen polnische Truppen. Dort ergab eine Volksabstimmung am 20. März 1921 über die staatliche Zugehörigkeit des Gebiets eine Mehrheit von fast 60 Prozent für den Verbleib beim Deutschen Reich. Polnische Freischärler begannen daraufhin am 3. Mai 1921, unterstützt von französischen Besatzungstruppen, einen bewaffneten Aufstand, um den Anschluss an Polen gewaltsam durchzusetzen. Deutschen Freikorps des Selbstschutzes Oberschlesien gelang am 23. Mai 1921 die Erstürmung des Annabergs, der stärksten Befestigung der Polen und eine Stabilisierung der Lage. Am 20. Oktober 1921 beschloss der Oberste Rat der Alliierten nach einer Empfehlung des Völkerbunds, das ostoberschlesische Industrierevier gegen den Willen der Bevölkerung an Polen zu übertragen. Beim Deutschen Reich verblieb der zwar flächenmäßig größere, jedoch überwiegend agrarisch strukturierte Teil des Abstimmungsgebiets.
Aufgrund der Bestimmungen des Vertrags von Versailles durfte die Weimarer Republik zum Stichtag 1. Januar 1921 nur noch ein Heer von 100.000 Mann unterhalten. Somit mussten die Freikorps schrittweise aufgelöst werden. Dagegen rührte sich in den Reihen derer, die von Entlassung bedroht waren, Widerstand. So kam es Mitte März 1920 zum Kapp-Putsch, der aber infolge eines Generalstreiks und der Verweigerung der Beamten, den Anordnungen der Putschisten zu gehorchen, rasch in sich zusammenbrach. Im Zuge der Auflösung der Freikorps wurden einige Mitglieder in die Reichswehr übernommen. Andere fanden bei anderen paramilitärischen Gruppen ein Unterkommen, etwa beim Stahlhelm, der SA oder SS. Die gewaltbereiten Nachfolgegruppen der Freikorps waren in der Weimarer Republik verantwortlich für eine Reihe von politischen Morden, die von den Behörden meist milde bestraft wurden. So ermordete die Organisation Consul, die Nachfolgeorganisation der Freikorps-Einheit Brigade Erhardt, beispielsweise Walther Rathenau und am 26. August 1921 Matthias Erzberger.
Eine Besonderheit stellte die Technische Nothilfe dar, eine aus den Freikorps hervorgegangene halbstaatliche Einrichtung beim Reichsministerium des Innern zur Bekämpfung wilder Streiks in lebenswichtigen Betrieben. Im Gegensatz zu allen anderen Freikorps existierte sie weit über das unruhige erste Jahrfünft der Weimarer Republik hinaus und wurde erst 1945 aufgelöst und bereits 1950 als Technisches Hilfswerk neu gegründet.
Viele spätere Mitglieder und Führungspersönlichkeiten der NSDAP waren Mitglieder in Freikorps, wie etwa Ernst Röhm, der spätere Chef der SA.
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