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Lettland_riga_freiheitsdenk.jpg Das Freiheitsdenkmal (lettisch: Brīvības piemineklis, genannt "Milda", ein lettischer Frauenname) im Stadtzentrum der lettischen Hauptstadt Riga ist das Symbol für die nationale Souveränität Lettlands.

Errichtung


Das Freiheitsdenkmal wurde zu Zeiten der ersten lettischen Unabhängigkeit in den Jahren 1931 bis 1935 an Stelle eines Reiterstandbildes Peters des Großen, welches zwischen 1910 - 1915 bestand, errichtet. Das Freiheitsdenkmal befindet sich auf dem Freiheitsboulevard (lettisch: Brīvības bulvāris, vormals: Alexander Boulevard), der die Altstadt mit der Neustadt verbindet. Finanziert wurde der Bau durch Spenden aus der lettischen Bevölkerung. Es wurde von dem Architekten Ernests Stalbergs (lettisch: Štālbergs) nach genauen Angaben des damals sehr angesehenen Bildhauers Kārlis Zāle realisiert.

Erhaltung


Das Denkmal blieb auch während der deutschen und später der sowjetischen Besatzung Lettlands unberührt, obwohl es gerade den Herrschern aus Moskau ein Dorn im Auge war.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges sollte das Denkmal gesprengt werden. Die in Riga geborene Bildhauerin Vera Muchina (russisch: Вера Мухина, 1889 - 1953), Schöpferin der Monumentalskulptur "Arbeiter und Kolchosbäuerin", selbst auch Schülerin von Karlis Zale, soll sich für den Erhalt des Denkmals eingesetzt haben.

Eine Anekdote berichtet, dass, als das Denkmal baufällig wurde und abgetragen werden sollte, angeblich, um Gefahren für den Straßenverkehr zu vermeiden, der Rigaer Bürgermeister die Straße um das Freiheitsdenkmal kurzerhand als Fußgängerzone auswies und somit das Monument rettete.

Das Denkmal wurde in der Lettischen SSR zwar wegen seines "künstlerischen Werts" an seinem Platz belassen, jedoch wurde am anderen Ende des Boulevards etwa in 100 Meter Entfernung vom Freiheitsdenkmal ein Lenindenkmal errichtet - mit Blick gen Osten.

Deutung


Riga Freiheitsstatue.JPG

Tatsächlich werden am Fuße des Denkmals durch verschiedene Skulpturen wichtige Ereignisse der lettischen Geschichte symbolisch dargestellt, so zum Beispiel die "Wächter des Vaterlands", die "Mutter Lettland" und "Arbeit und Familie".

Auf der Spitze des Obelisken befindet sich in 42 Metern Höhe die Gestalt der Freiheit, eine Statue, die die Selbständigkeit Lettlands verkörpert. Die drei Sterne in den Händen der weiblichen Gestalt symbolisieren die drei historischen Regionen Lettlands -- (einschließlich ), und .

Während der Zeit, als Riga Hauptstadt der Lettischen SSR war, wurde von offizieller Seite eine andere Auslegung dieser drei Sterne präferiert. Demgemäß symbolisierten sie die Einheit der drei baltischen Sowjetrepubliken Estnische SSR, Lettische SSR und Litauische SSR.

Bemerkenswert ist die Ausrichtung des Denkmals: Die Statue der Freiheit blickt Richtung Westen, so wie auch alle am Fuße des Denkmals selbstbewusst und mit stolzem Ausdruck dargestellten Figurenensemble. Im Gegensatz hierzu blicken Figuren, welche mit gesenktem Haupt und in Ketten dargestellt werden, in Richtung Osten.

Akzeptanz


Das Freiheitsdenkmal ist bei den Letten ein beliebter Ort zum Versammeln anlässlich wichtiger Ereignisse. Hochzeitspaare legen Blumen am Fuße des Denkmals ab, zum Schul- oder Studienabschluss kommen Schüler und Studenten hierher. Beim Sängerfest werden auch an der Freiheitsstatue Bühnen aufgebaut.

Während der Perestroika wurde der Platz um das Freiheitsdenkmal ständig für Versammlungen und Diskussionen genutzt.

Am "Tag des Sieges", der in Russland zum Gedenken an den Sieg der Sowjetunion über Hitlerdeutshcland im Großen Vaterländischen Krieg am 9. Mai 1945 begangen wird und in Lettland kein Feiertag ist, der aber von der russischsprachigen Bevölkerung regelmäßig gefeiert wird, werden hier Blumen niedergelegt.

Am "Tag der Unabhängigkeit" (18. November), dem lettischen Nationalfeiertag, finden hier verschiedene Veranstaltungen statt.

Das Freiheitsdenkmal wird tagsüber von einer Ehrengarde bewacht, die zwischen 9 und 18 Uhr stündlich wechselt. Ausländische Politiker halten hier ihre Ansprachen, so zum Beispiel der 42. Präsident der USA, Bill Clinton im Jahre 1994 oder auch George W. Bush (43. Präsident der USA) im Jahre 2005.

Als im Jahr 2003 auf beiden Seiten des Denkmals mit Kränzen dekorierte Masten errichtet wurden, führte dies zu einer sehr kontroversen Diskussion in der lettischen Bevölkerung über den optischen Eindruck dieser Maßnahme. Die Masten wurden in der ersten Jahreshälfte 2004 wieder abgebaut.

Lettland | Denkmal

Spomenik slobode u Rigi

 

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