Ende April 1945 wurde nur noch an wenigen Orten in Deutschland gekämpft. Die Schlacht um Berlin war in vollem Gange, gekämpft wurde auch noch in Norddeutschland und im Kurland, in einigen Atlantikfestungen und anderen kleineren Gebieten. Dazu gehörte Südbayern, das von der NS-Propaganda als "Alpenfestung" deklariert worden war. Einige mutige Widerstandskämpfer um Rupprecht Gerngroß, Chef einer Dolmetscherkompanie, entschlossen sich daher gegen die sinnlose Verteidigung vorzugehen und die Bewohner zur Kapitulation aufzufordern. Diese Bewegung nannten sie "Freiheitsaktion Bayern".
Am 28. April schafften er und ein paar Mitstreiter es tatsächlich einen Radiosender in Erding zu besetzen, dort rief er zur baldigen Einstellung jeglicher Feindseligkeiten auf und proklamierte die Ziele der Freiheitsaktion Bayern. Reichsstatthalter Franz Ritter von Epp jedoch wollte sich nicht von der Bewegung einnehmen lassen und beauftragte den SS-Mann Paul Giesler mit der sofortigen Niederschlagung der "Meuterei".
Wenige Stunden später machten SS und Gestapo die Widerstandskämpfer ausfindig und starteten eine unerbittliche Hetzjagd auf sie. Gerngroß und seine Leute mussten fliehen, einige starben auf der Flucht durch die Hand der SS-Einheiten, anderen, wie Gerngroß, gelang es unterzutauchen.
Dennoch war die Aktion nicht umsonst, denn vielerorts, beispielsweise in Augsburg, wurden die Waffen rechtzeitig niedergelegt und die Kapitulation ausgesprochen. Doch nicht überall durfte man aufatmen: Bürger, die die weiße Fahne hissten, wurden unbarmherzig von SS-Leuten gejagt und ermordet. Dutzende starben, Stunden vor der Befreiung. Die SS-Leute beklagten "Wehrkraftzersetzung" und "Drückebergerei".
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"Freiheitsaktion Bayern".
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