Als freie Rolle, auch freie, ungebremste Rolle oder (engl. und als Produktbezeichnung) Rollertrack bezeichnet man ein Trainingsmittel im Radsport zur Simulation des Radfahrens, ohne sich dabei von der Stelle bewegen zu müssen. Ausdrücke wie Trainingsrolle und Rollentrainer, die früher Synonyme für die freie Rolle waren, werden hingegen heute als Sammelbegriff für verschiedene Geräte, insbesondere auch solche mit einer Arretierung des Fahrrades, verwendet.
Freie_Rolle_020306.JPG Die freie Rolle besteht aus drei Metall- oder Kunststoffrollen von etwa 50 cm Breite, die in ein Metallgestell derart frei drehbar eingebaut sind, dass ein darauf gestelltes Rennrad mit dem Hinterrad sicher zwischen den beiden hinteren Rollen und mit dem Vorderrad kurz hinter der vorderen Rolle Platz findet (vgl. Abbildungen). Im Gegensatz zur heute üblichen Trainingsrolle wird das Fahrrad nicht befestigt, sondern nur aufgestellt und behält ein dynamisches Gleichgewicht aufgrund der Kreiselkräfte der Laufräder, wenn diese durch Treten angetrieben werden.
Bremsvorrichtungen an einer freien Rolle sind eher unüblich, aber lieferbar. Durch Bremsvorrichtungen wird das Fahren auf der freien Rolle möglicherweise so stark verlangsamt, dass die o.g. kritische Mindestgeschwindigkeit unterschritten wird.
Training_Rolle.JPG Durch das Entfallen der Schwungmasse wird dem Fahrer bei der freien Rolle nicht über die Unregelmäßigkeiten in der Kraftentfaltung „hinweggeholfen“ – er muss sie selbst durch verbesserte Muskelkoordination beseitigen.
Die freie Rolle trägt vor allem zur Entwicklung des runden Tritts bei, wenn – wie im Bahnradsport üblich – mit starrem Gang darauf gefahren wird. Durch den fehlenden Freilauf reagiert das Rad nämlich bei unregelmäßigem Tritt mit einem aufschwingenden Vor- und Rückpendeln, was schon bei mittleren Trittfrequenzen destabilisierend wirkt und den Fahrer zur besseren Trettechnik anhält.
Eine weitere Funktion der freien Rolle ist im Bahnradsport dadurch gegeben, dass die Fahrer sich nicht auf der Bahn warmfahren können (dort laufen meist andere Wettbewerbe). Aber auch zu diesem Zweck wird die freie Rolle allmählich durch Rollen mit Befestigung und Bremsvorrichtung ersetzt.
Die freie Rolle hat ihre Vorteile eindeutig in halbwegs realitätsnaher Simulation des hochfrequenten Tretens auf der Bahn, weshalb sie auch dort am wenigsten von der Rolle mit Befestigung verdrängt wurde. Beim Trainieren der maximalen Trittfrequenz unter Einhaltung der Fahrlinie ist sie auch heute noch für die Bahnsprinter fast unverzichtbar. Bahnsprinter sollten auf diesem Gerät Trittfrequenzen zwischen 220 und 250 U/min erreichen (zum Vergleich: Straßen-Amateure erreichen gewöhnlich Maximalfrequenzen von 170 bis 200 U/min).
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