article

FAU_Hamburg_2004.jpgDie Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU/IAA) bezeichnet sich als "anarchosyndikalistische Gewerkschaft" und Teil der Internationalen ArbeiterInnen Assoziation (IAA). Bekannteste Schwesterorganisation innerhalb der IAA/AIT ist sicherlich die spanische Confederación Nacional del Trabajo CNT durch ihre Rolle während der sozialen Revolution im spanischen Bürgerkrieg.

Die Organisation steht in der Tradition der FAUD. Die Freie Arbeiter Union Deutschlands hatte Anfang der zwanziger Jahre etwa 150.000 Mitglieder, verlor aber schnell an Bedeutung. Jedoch hat die FAUD zeitweise in einzelnen Branchen im Ruhrgebiet einen 6-Stunden-Tag durchsetzen können und wurde in der Zeit des Nationalsozialismus weitgehend zerschlagen. Die Gründung der FAU/IAA erfolgte 1977, seit Mitte der 90er Jahre wächst sie kontinuierlich. Die FAU besteht momentan (2005) aus knapp 40 Orts- und Branchengruppen. Da sie sich föderalistisch organisiert, liegt die Entscheidungsbefugnis innerhalb der FAU bei den einzelnen Ortsgruppen - die Föderation existiert vor allem, um die Zusammenarbeit zwischen den Ortsgruppen zu verbessern, gemeinsame Projekte oder Kampagnen zu koordinieren und internationale Kontakte zu pflegen. Die Mitglieder der FAU lehnen hierarchische Organisation und "Stellvertreter-Politik" zur Durchsetzung ihrer Ziele ab. Die Mitgliederzahlen liegen im niedrigen dreistelligen Bereich.

Seitdem die Einführung der Hartz IV-Gesetze angekündigt wurde, haben Aktivisten der FAU auf verschiedene Art und Weise gegen diese protestiert. Am 3. Januar 2005 waren Aktivisten der FAU ein wichtiger Teil der Aktion Agenturschluss, die sich in Form von Versammlungen, Blockaden und Besetzungen von Arbeitsagenturen und anderen Einrichtungen (z.B. ein VW-Autohändler) gegen die Hartz IV-Gesetze wandte.

Die FAU gibt die anarchosyndikalistische Zeitung Direkte Aktion heraus, sowie Texte in Broschürenform zu aktuellen Themen und Geschichte.

Als Vertreterin eines klassischen anarchistischen Konzepts wird die FAU von deutschen Verfassungsschutzbehörden beobachtet.

Literatur


  • "Prinzipienerklärung" der FAU diverse Auflagen seit 1989, Syndikat A, Anarcho-Syndikalistischer Medienvertrieb, Moers 1989/1996/2004
  • Martin Veith: "Die anarcho-syndikalistische Gewerkschaft", Bremen 2000.
  • Noam Chomsky:"Die heutige Relevanz des Anarchosyndikalismus",(Interview), in: 'Sprache und Politik', Philo-Verlag, Berlin/Bodenheim b. Mainz 1999. ISBN 3-8257-0123-9.
  • Wolfgang Haug: "Die Umstrukturierung der Arbeit - die Renaissance einer neuen Klassenkampftheorie?",in: 'Anarchismus heute',Hg.:Hans Jürgen Degen, Seite 56-70. Bösdorf 1991.
  • Thersites: "Revolutionäre Gewerkschaftsarbeit. Theoretische, praktische und arbeitsrechtliche Grundlagen". Syndikat A, Moers 1997.
  • FAU-Münster (Hg.): "Globalisierung und Widerstand" o.J.(2002) Moers.
  • FAU-Bremen (Hg.): "Syndikalismus: Geschichte und Perspektiven", (darin: FAUD zum Tarifvertragssystem und Betriebsratsfrage; Syndikalismus nach 1945 in "deutscher" und internationaler Perspektive; Zukunftsperspektiven des Syndikalismus; Porträt von Erich Mühsam und Hans Schmitz) Broschüre, Bremen und FAUMAT Hamburg 2005.
  • Hemut Rüdiger: "Der Sozialismus wird frei sein". Oppo Verlag, Berlin 1991.
  • FAU-IAA: "Aktuelle und historische Texte zum Anarcho-Syndikalismus"

Weblinks


Gewerkschaft (Deutschland) | Basisgewerkschaft | Arbeiterbewegung | Anarchismus | Revolutionärer Syndikalismus

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld