Freiburg (frz. Fribourg *) ist die Hauptstadt des Schweizer Kantons Freiburg und des District de la Sarine (deutsch Saanebezirk). In der Schweiz wird oft auch im Deutschen die französische Bezeichnung verwendet, weil die Mehrheit der Bevölkerung französischsprachig ist.
Im internationalen deutschen Sprachgebrauch wird meist der Zusatz Freiburg im Üechtland verwendet, um Verwechslungen mit Freiburg im Breisgau vorzubeugen. Weil das Üechtland jedoch eine veraltete Landschaftsbezeichnung darstellt, spricht man in der Deutschschweiz in den meisten Fällen lediglich von Freiburg ohne Namenszusatz (ausgesprochen als *). Der italienische Name der Stadt lautet Friburgo, der rätoromanische Friburg.
Freiburg, beidseits der Saane im Schweizer Mittelland gelegen, ist ein wichtiges Wirtschafts-, Verwaltungs- und Bildungszentrum mit zweisprachiger Universität an der Kulturgrenze zwischen deutscher und welscher Schweiz. Sie besitzt eine der am besten erhaltenen historischen Altstädte der Schweiz auf einem schmalen Felssporn über dem Tal der Saane.
Seit Gründung der Stadt Freiburg 1157 wurde dieses Wappen mehrmals verändert. Früher hatte das Wappen oberhalb der Türme noch den Zähringeradler, später wurde es in ein vierteiliges Wappen (2x Stadtwappen, 2x Kantonswappen übers Kreuz) aufgeteilt, welches zu den offiziellen Kantonsfarben Schwarz-Blau führte. Die heutigen Kantonsfarben Schwarz und Weiss wurden erst mit dem Zusammenbruch der ehemaligen Stadtpanner eingeführt; bis dahin wurden Stadt- und Kantonalwappen zusammen geführt.
Gut zu sehen sind die alten Kantonsfarben in der Tracht des Wappens des Sensebezirks, sowie in den alten Regimentsfahnen (Bsp. Regiment Oberlandrist - Oberer Schrot Düdingen), welche alle Schwarz-Blau geflammten Hintergrund hinter dem eidgenössischen Kreuz hatten.
Das doppelt geführte Wappen kann bei dem alten Schild des Gasthofes "Aigle Noir (Alpenstrasse)" in der Freiburger Innenstadt noch besichtigt werden.
Die Fläche des mit 9.3 km² für eine Stadt relativ eingeschränkten Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Molasseplateaus im Freiburger Mittelland. Von Süden nach Norden wird das Gebiet vom stark gewundenen Lauf der Saane durchquert, die sich durch Erosion bis zu 100 Meter tief in das Plateau eingeschnitten hat. Der Talboden ist im Allgemeinen 200 bis maximal 500 Meter breit. Südlich der Stadt befindet sich der 1872 gestaute Pérolles-See mit der ältesten Gewichtsstaumauer Europas. Rund ein Kilometer nördlich der Altstadt beginnt bereits der Aufstau des Schiffenensees. Bei den Stauseen nimmt die Saane jeweils fast die ganze zur Verfügung stehende Breite des Talbodens ein.
Fribourg Saane.jpg Auf beiden Seiten wird der flache Talboden durch weitgehend bewaldete und teils mit Sandsteinfelsen durchzogene Steilhänge flankiert. Daran schliesst im Westen das Hochplateau von Freiburg an (610 bis 630 m ü. M.), das wiederum von den Molassehügeln von Chamblioux (681 m ü. M.) und Le Guintzet (690 m ü. M.) begrenzt wird. Östlich der Saane reicht der Gemeindeboden auf die Höhen von Schönberg (französisch: Schœnberg), der mit 702 m ü. M. den höchsten Punkt des Stadtgebietes darstellt, und Bourguillon (deutsch: Bürglen; bis 700 m ü. M.). Dazwischen befindet sich der ebenfalls in das Plateau eingetiefte Graben der Galtera (französisch: Gotteron), die im Bereich des Altstadtmäanders in die Saane mündet. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 61 % auf Siedlungen, 18 % auf Wald und Gehölze, 14 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 7 % war unproduktives Land.
Zu Freiburg gehören der ehemalige Weiler Bourguillon (deutsch: Bürglen), 655 m ü. M. auf dem Plateau südlich des Galterngrabens, sowie ein Teil des Quartiers Schönberg (bis 700 m ü. M.) an der östlichen Stadtgrenze nördlich des Galterngrabens, der grössere Teil liegt bereits auf dem Gemeindegebiet von Tafers. Nachbargemeinden von Freiburg sind im Osten Düdingen und Tafers, im Südosten Pierrafortscha, im Süden Marly, im Westen Villars-sur-Glâne und Givisiez sowie im Norden Granges-Paccot.
| Bevölkerungsentwicklung | ||
|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | Anteil Deutsch |
| 1450 | 6000 | |
| 1798 | 5117 | |
| 1850 | 9065 | |
| 1870 | 10581 | |
| 1888 | 12195 | 37.1 % |
| 1900 | 15794 | 35.4 % |
| 1910 | 20293 | 33.0 % |
| 1930 | 21557 | 33.3 % |
| 1950 | 29005 | 33.2 % |
| 1960 | 32583 | |
| 1970 | 39695 | 28.0 % |
| 1980 | 37400 | |
| 1990 | 36355 | 22.8 % |
| 2000 | 35547 | 21.2 % |
Der engere Grossraum/Wirtschaftsraum Freiburg zählt heute ungefähr 70'000 Einwohner (gesamte Agglomeration Freiburg circa 95'000 Einwohner). Zu diesem gehören neben der Stadt Freiburg die Gemeinden Avry, Belfaux, Corminboeuf, Givisiez, Granges-Paccot, Marly, Matran und Villars-sur-Glâne.
Das Siedlungsgebiet von Freiburg ist heute lückenlos mit denjenigen von Villars-sur-Glâne, Givisiez und Granges-Paccot zusammengewachsen. Direkt am östlichen Stadtrand befinden sich der zu Tafers gehörende Ortsteil Klein-Schönberg und der zu Düdingen gehörende Weiler Uebewil (französisch: Villars-les-Joncs). Dieses gesamte Siedlungsgebiet zählt gut 50'000 Einwohner.
Freiburg lag stets an der Sprachgrenze, doch war die deutsche Sprache zur Zeit der Stadtgründung im 12. Jahrhundert noch vorherrschend. Obwohl Deutsch bis vor 1800 die Amtssprache in der Stadt war, gewann das Französische allmählich an Einfluss. Mit der Industrialisierung wurde ein weiterer Anziehungspunkt für französischsprachige Arbeiter geschaffen. Seit den politischen Umwälzungen Ende des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die deutschsprachigen Bewohner in die Minderheit gedrängt und während einiger Zeit diskriminiert.
Genaue Zahlen über die Sprachenverhältnisse liegen erst seit 1888 vor. Damals gaben rund 37 % der Stadtbevölkerung Deutsch als Muttersprache an. Besonders seit 1950 ist der Anteil der Deutschsprechenden durch den Zuzug von Leuten aus der französischsprachigen ländlichen Gegend westlich und südlich von Freiburg stark zurückgegangen. Die Stadt dehnte sich dabei vor allem gegen Westen aus. Trotzdem werden aber seit Mitte des 20. Jahrhunderts Anstrengungen unternommen, die Zweisprachigkeit zu erhalten.
Bei den Wahlen im Jahr 2001 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Die fünf amtierenden Gemeinderäte sind (seit 5. März 2006):
Zu einer eigentlichen wirtschaftlichen Blüte führten im 14. und 15. Jahrhundert die Gerberei und die Tuchmacherei, gestützt durch die damals in der Region weit verbreitete Schafzucht. Sie verhalfen Freiburg dank dem Warenhandel zur Bekanntheit in ganz Mitteleuropa. Der allmähliche Niedergang der Tuchherstellung begann in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als die Schafzucht immer mehr durch die Rinderzucht verdrängt wurde. Weitere Gründe für den Zusammenbruch der Tuchindustrie im 16. Jahrhundert liegen darin, dass die Zünfte den Übergang zu neuen Stoffen und Modeströmungen verweigerten und dass sich die Gesellschaftsstrukturen in der Stadt mit dem Aufkommen des Patriziats wandelten.
In der Folgezeit war Freiburg durch das Kleingewerbe geprägt. Die Industrialisierung fasste erst nach der Anbindung an das schweizerische Eisenbahnnetz ab den 1870er Jahren Fuss. Nachdem der Pérolles-See 1872 aufgestaut worden war, konnte Energie auf das Pérolles-Plateau südlich der Stadt und westlich der Saane geliefert werden. So entstand auf diesem Plateau ein Industriegebiet, in dem zunächst eine Sägerei und eine Waggonfabrik dominierten. Ferner wurden zu dieser Zeit zwei Brauereien gegründet, die 1970 zur Sibra Holding AG fusionierten. 1901 wurde auf dem Boden von Villars-sur-Glâne eine Schokoladenfabrik gegründet. Diese kam durch eine Gebietsabtretung 1906 auf Freiburger Boden zu liegen.
Im Lauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Pérolles-Plateau, das auch einen Bahnanschluss hatte, zum eigentlichen Industriequartier der Stadt. Mit der Erschliessung neuer Industriezonen ausserhalb des Gemeindegebietes wurden ab den 1970er Jahren verschiedene Branchen an den Stadtrand auf den Boden von Givisiez, Granges-Paccot und Villars-sur-Glâne verlegt. Die Industrie konnte hier einen grösseren Platz beanspruchen und erhielt eine bessere Strassenanbindung (Nähe zur Autobahn), während die frei gewordenen Flächen in Zentrumsnähe zu Wohn- und Einkaufszonen umgenutzt werden konnten.
Freiburg weist damit einen starken Zupendlerüberschuss aus und gilt als regionaler Anziehungspunkt für Bewohner im weitgehend landwirtschaftlich dominierten Umland. Die in Freiburg ansässige Industrie hat sich heute auf die Branchen Nahrungs- und Genussmittel, Getränke (die Brauerei gehört unterdessen dem dänischen Konzern Carlsberg), Metallbau und Maschinenbau sowie auf Elektrotechnik, Elektronik und Computertechnologie spezialisiert.
Die grösste Zahl der Arbeitnehmer ist im Dienstleistungsbereich tätig. Ein grosser Teil davon ist in der Verwaltung beschäftigt. Weitere wichtige Sektoren sind das Bildungswesen mit der Universität Freiburg, das Banken- und Versicherungswesen, die Tourismus- und Gastronomiebranche sowie das Gesundheitswesen. Freiburg ist Sitz verschiedener administrativer Niederlassungen von international tätigen Firmen. Das Kantonsspital liegt gerade an der Gemeindegrenze, jedoch zum grössten Teil auf dem Gemeindeboden von Villars-sur-Glâne.
Neue Wohngebiete entstanden seit den 1950er Jahren vor allem im Westen der Stadt sowie in den Stadtteilen Bellevue und Schönberg östlich des Saanegrabens. Teils wurden ausgedehnte Wohnblockquartiere, teils auch Einfamilienhaus- und Villenquartiere (Hügel von Chamblioux und Le Guintzet sowie oberer Schönberg) geschaffen.
An kulturellen Veranstaltungen sind das Festival geistlicher Musik, das internationale Folkloretreffen, die Jazz-Parade, internationale Filmfestspiele und Cinéplus (seit 1978) zu nennen. Daneben findet auch die Gegenwartskultur mit der Kunsthalle Fri-Art sowie die Rock- und Punkmusik im Fri-Son ihren Platz.
Das im Jahr 1999 eröffnete Messe- und Kongresszentrum Forum Fribourg befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Granges-Paccot am Nordrand der Stadt.
Zu den weiterführenden Schulen, die ihren Sitz in Freiburg haben, zählen neben der Universität die Ecole de Multimédia et d'Art de Fribourg (EMAF), die Lehrwerkstätte Freiburg (Ecole des Métiers de Fribourg, EMF), die sich auf die Sparten Technik, Informatik, Elektronik, Automatik und Polymechanik konzentriert, die Ingenieur- und Architektenschule, die Hochschule für Wirtschaft und Verwaltung, die Hochschule für Gesundheit sowie die Pädagogische Hochschule.
Die Anbindung an das Eisenbahnnetz vollzog sich in mehreren Schritten ab 1860. Zunächst wurde die Bahnlinie von Bern nach Freiburg am 2. Juli 1860 in Betrieb genommen. Allerdings befand sich der damalige provisorische Endbahnhof beim Weiler Balliswil rund 4 km nordnordöstlich der Stadt. Der Grandfey-Viadukt über den Saanegraben war damals noch nicht fertiggestellt. Gut zwei Jahre später, am 4. September 1862 wurde die gesamte Strecke von Balliswil via Freiburg nach Lausanne eröffnet. Auch der Freiburger Bahnhof war anfangs nur ein Provisorium, bis das eigentliche Gebäude 1873 errichtet wurde. Weitere Linieneröffnungen erfolgten am 25. August 1876 (Freiburg-Payerne) und am 23. August 1898 (Freiburg-Murten). Die Verbindung vom Stadtteil Neuveville zur Oberstadt wird 1899 durch eine mit Abwasser betriebene Standseilbahn hergestellt. Von 1897 bis 1965 war in Freiburg ein rund 6 km langes Strassenbahnnetz in Betrieb. Die Strassenbahnen mussten jedoch ab 1949 immer mehr den Trolleybussen weichen.
Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgt in der Stadt ein dichtes Netz von Trolleybus- und Autobuslinien, das von der TPF (Transports publics Fribourgeois) betrieben wird. Im weiteren verkehren von der Stadt sternförmig in alle Richtungen des Kantons Buslinien, darunter nach Bulle, Avenches, Schmitten, Schwarzenburg und in die Tourismusregion Schwarzsee.
Seit seinen Anfängen bildete Freiburg einen Stadtstaat, also eine Stadtherrschaft, zu der kaum Gebiet aus dem regionalen Umland gehörte. Als das Geschlecht der Zähringer 1218 erlosch, gelangte Freiburg durch einen Erbgang an die Kyburger. Diese gewährten der Stadt ihre bisherigen Freiheiten und schrieben die Gemeindeverfassung in der so genannten Handfeste im Jahr 1249 nieder, in der die rechtliche, institutionelle und wirtschaftliche Organisation festgehalten wurde. In diese Zeit fiel auch der Abschluss von mehreren Bündnissen mit den Nachbarstädten, nämlich mit Avenches (1239), Bern (1243) und Murten (1245).
Durch Kauf kam die Stadt 1277 an das Haus Habsburg. Schon seit Mitte des 13. Jahrhunderts blühten in Freiburg Handel und Gewerbe auf. In der Frühzeit bestand Freiburg aus vier verschiedenen Quartieren: Burg, Neustadt, Au und Spital. Die Stadt entwickelte sich rasch und erfuhr die ersten Erweiterungen: Das Burgquartier dehnte sich bereits ab 1224 weiter nach Westen aus, 1254 wurde der Brückenkopf auf der Ostseite der Bernbrücke gegründet, ab 1280 wurden Erweiterungen im Bereich der Place Python vorgenommen. Diese Erweiterungen widerspiegeln den wirtschaftlichen Aufschwung Freiburgs. Auch das 14. Jahrhundert stand ganz im Zeichen des Handels, der Tuchherstellung und der Lederverarbeitung, welche der Stadt ab 1370 zur Bekanntheit in ganz Mitteleuropa verhalfen.
Der Burgrechtsvertrag mit Bern wurde im Jahr 1403 erneuert. Die Stadtherren verfolgten nun eine neue Territorialpolitik, indem sie allmählich Gebiete im engeren Umland erwarben und damit den Grundstein für die Freiburger Alte Landschaft legten. So hatte sich die Stadt bereits 1442 beidseits der Saane ein Umland von rund 20 km Durchmesser geschaffen. Es unterstand in der Folge direkt den Stadtherren und wurde nicht über die Zwischenstufe eines Vogtes verwaltet.
Die Zeit um die Mitte des 15. Jahrhunderts ist durch verschiedene kriegerische Auseinandersetzungen geprägt. Zunächst mussten grössere Verluste im Krieg gegen Savoyen beklagt werden. Das savoyische Element erreichte in Freiburg immer mehr Einfluss, und so geriet die Stadt 1452 von Habsburg unter die Oberhoheit Savoyen, in der sie bis 1477 nach den Burgunderkriegen verblieb. Als Bündnispartner von Bern nahm Freiburg an den Kriegen gegen Karl den Kühnen teil und konnte so weitere Gebiete für sich sichern.
Nach der Entlassung aus dem Einflussbereich Savoyens erhielt Freiburg 1478 den Status einer freien Reichsstadt, welche mit der Alten Landschaft über ein ansehnliches Hinterland verfügte. Seit 1481 ist Freiburg Mitglied der Schweizerischen Eidgenossenschaft und war lange für den schweizerischen und europäischen Katholizismus prägend (siehe dazu auch Geschichte des Kantons Freiburg). Weitere Gebietszuwächse konnte Freiburg im 16. Jahrhundert zunächst 1536 mit Bern bei der Eroberung des Waadtlandes und 1554 bei der Aufteilung der Grafschaft Greyerz verbuchen.
Aus dem Tuch- und Lederhandel gingen seit dem Ende des 14. Jahrhunderts verschiedene reiche Familien hervor, darunter Gottrau, Lanthen, Affry, Diesbach (ursprünglich aus Bern), Von der Weid, Fegeli und Weck. Zusammen mit dem Lokaladel (Familien Maggenberg, Düdingen/Velga, Montenach, Englisberg und Praroman) bildete sich ab dem 15. Jahrhundert das Patriziat, das in der Folge die Macht unter sich aufteilte. Genau dies war aber ein wichtiger Grund für den Niedergang der Tuchherstellung, denn die einst durch Handel und Gewerbe emporgekommenen Familien kümmerten sich nun vermehrt um die Stadtherrschaft und die Verwaltung des erworbenen Landbesitzes.
Ein wichtiger Meilenstein in der Stadtpolitik ist das Jahr 1627, in dem sich das damalige Patriziat mit einer neuen Verfassung für allein regimentsfähig erklärte und damit das aktive und passive Wahlrecht für sich in Anspruch nahm. Damit war die Oligarchie mit restriktiven Organisationsstrukturen, die sich bereits im Lauf des 15. Jahrhunderts abzeichneten, besiegelt.
Ebenfalls um die Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das Augustinerkloster in der Au gegründet, das über lange Zeit die Unterstützung der Adelsfamilie Velga genoss. Auch das Frauenkloster Magerau (Maigrauge) existiert seit 1255 und gehört seit 1262 dem Zisterzienserorden an.
Eine wichtige Institution war das Mitte des 13. Jahrhunderts aus der Taufe gehobene Bürgerspital, das sich um die Pflege der Armen kümmerte. Unter den Johannitern wurde ab 1260 eine Komturei mit angeschlossenem Spital erbaut.
Während der Reformationszeit blieb Freiburg beim alten Glauben, obwohl sein Gebiet durch das nun reformierte Bern fast vollständig umgeben war. So kam es in den Grenzgebieten und in den gemeinsam mit Bern verwalteten Herrschaften immer wieder zu Streitigkeiten über die Glaubensrichtung. Die Stadt selbst wurde dadurch zu einer Hochburg der Gegenreformation. In der Zeit vom ausgehenden 16. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden verschiedene neue Klöster gegründet, nämlich das Kapuzinerkloster (1608), das Kapuzinerinnenkloster auf dem Bisemberg (1621), das Ursulinenkloster (1634) und das Visitandinnenkloster (1635).
Das wichtigste Kloster war aber jenes der Jesuiten, welche entscheidend zur Weiterentwicklung und Prosperität der Stadt beitrugen. Sie errichteten 1582 das Kollegium Sankt Michael, das mit seiner Theologischen Fakultät den Ursprung der Universität Freiburg darstellt. Auch die Entwicklung der obrigkeitlichen Druckerei geht auf die Initiative der Jesuiten zurück.
Von 1613 an wurde Freiburg Residenz des Bischofs von Lausanne, der sich nach der Reformation von Lausanne zunächst in Evian und nachher im burgundischen Exil aufhielt. Heute ist Freiburg Sitz des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg.
Mit dem Einmarsch der französischen Truppen in die Schweiz wurde 1798 das Ende des Ancien régime eingeleitet. Freiburg kapitulierte am 2. März und musste seine Herrschaft über die Landschaft niederlegen. Damit war der Weg frei für die Wahl einer Gemeindebehörde, der als erster Stadtammann Jean de Montenach vorstand. Mit der Einführung der Mediationsakte unter Napoleon wurde 1803 die Trennung von Kanton und Gemeinde Freiburg endgültig vollzogen. Die Stadt war nun Hauptort des Bezirks und des Kantons Freiburg sowie zwischen 1803 und 1809 alternierend eine der Hauptstädte der Schweiz.
1814 kam die alte patrizische Herrschaft nochmals an die Macht und regierte während der Restaurationszeit bis 1830 die Stadt. Danach wurde das Regime durch eine liberalere Verfassung abgelöst. Freiburg, das sich als Stadt und Kanton am Sonderbund beteiligte, war einer der Schauplätze des Sonderbundskrieges und musste am 14. November 1847 kapitulieren. Ab 1848, mit der neuen Bundesverfassung und der Änderung der Kantonsverfassung, hatte in Freiburg jeder in der Schweiz niedergelassene Bürger das Recht, an Wahlen teilzunehmen.
Im Lauf des 19. Jahrhunderts gab es einschneidende Veränderungen im Stadtbild. So wurden ab 1848 die Stadtmauern teilweise abgerissen und neue Brücken überspannten das Saane- und das Galterntal. Der Anschluss an das schweizerische Eisenbahnnetz ab 1862 führte zur Entstehung eines Bahnhofquartiers. Mit der verbesserten Verkehrsanbindung setzte sich auch die Industrialisierung durch. Der Schwerpunkt der Stadt verlagerte sich damit von der historischen Altstadt in das Bahnhofquartier. Umfangreiche Gebiete in den Quartieren Pérolles, Beauregard und Vignettaz wurden um 1900 mit Industrieanlagen und Wohnhäusern überbaut. Ein wichtiger Eckpunkt war auch die Eröffnung der Universität 1889. Weitere Impulse im wirtschaftlichen Aufschwung erhielt Freiburg 1971 mit der Eröffnung des ersten Abschnitts der Autobahn A12 von Bern nach Vevey.
Geschützt war die Stadt durch ein mindestens zwei Kilometer langes Ringmauersystem, das sich gut in die schwierige Topographie einfügte. Wichtige Zeugen dieser mittelalterlichen Militärarchitektur der Schweiz sind neben den erhaltenen Mauerresten auch 14 Türme und ein grosses Bollwerk aus dem 15. Jahrhundert. Das ehemalige Befestigungswerk ist insbesondere im Osten und Süden gut erhalten. Hierzu gehören der Berner Torturm, der Katzenturm, der Rote Turm (aus dem 13. Jahrhundert) und der Dürrenbühlturm. Etwas jünger sind das Murtentor (1410), der Vierpfundturm (Tour des Rasoirs, 1411), die Tour des Curtils novels und der halbrunde Thierryturm (Tour Henri, 1490) im nördlichen und westlichen Teil der Stadt.
Herausragendes Bauwerk in der Altstadt von Freiburg ist die Kathedrale Sankt Nikolaus. Sie wurde ab 1283 in mehreren Etappen bis 1490 an der Stelle eines romanischen Gotteshauses erbaut.
Im Burgquartier befinden sich zahlreiche weitere bedeutende Bauwerke. Das Rathaus (Hôtel de Ville) wurde von 1501 bis 1522 an der Stelle der ehemaligen, im 15. Jahrhundert zerstörten zähringischen Burg erbaut. Sein Uhrturm wurde im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach verändert. Gleich nebenan steht das in einer Stilmischung von Barock und Klassizismus gehaltene Stadthaus von 1731. Auch die Staatskanzlei (1734-37) zeigt dieselben Stilformen und ein skulptiertes heraldisches Motiv über dem Hauptportal. Der Rathausplatz mit dem Georgsbrunnen (Brunnenfigur von 1525) wird auch von der Gendarmerie, einem Gebäude im Louis XVI-Stil von 1783 gesäumt. Das Postgebäude von 1756-58 zeigt den Louis-XV-Stil. In der Hauptstrasse (Grand-Rue) wurde früher der Markt abgehalten. Die Strasse wird von einer beeindruckenden Häusergruppe aus dem 16. bis 18. Jahrhundert gesäumt, darunter das Direktionsgebäude der städtischen Behörde mit Stilformen aus Gotik und Renaissance, das Haus Castella (1780) und das spätgotische Gebäude Les Tornalettes (1611-13) mit Treppenturm und Eckerker. An der Zähringerstrasse stehen das Haus Techtermann, das im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammt und damit das älteste Wohnhaus der Stadt ist, sowie das Hôtel Zaehringen aus dem 18. Jahrhundert.
Fribourg Rathaus.jpg Eine Reihe wichtiger kirchlicher Bauwerke findet man in der Oberstadt, dem ehemaligen Spitalquartier. Die dreischiffige Liebfrauenkirche (Notre-Dame) geht im Kern auf das 12. Jahrhundert zurück, wurde aber von 1785 bis 1787 umfassend umgestaltet. Aus dieser Zeit stammt die barock-klassizistische Fassade, während der Glockenturm noch seine ursprüngliche Bausubstanz zeigt und im Unterbau eine romanisch-gotische Kapelle aus dem 13. Jahrhundert birgt. Auch die Franziskanerkirche (ursprünglich von 1281) mit ihrem dreischiffigen gotischen Chor ist sehenswert; das Schiff und die Aussenfassade wurde 1735-46 erneuert. Zu der reichen Innenausstattung gehören das hölzerne Chorgestühl von 1280, das zu den ältesten der Schweiz zählt, sowie ein Hochaltar aus dem 15. Jahrhundert. Im Kreuzgang sind Fresken aus der Zeit um 1440 erhalten. Etwas neueren Datums sind Kloster und Kirche der Visitandinnen, die 1653-56 errichtet wurden. Bemerkenswert ist hier der Zentralbau der Konventskirche, der von einer oktogonalen Tambourkuppel gekrönt ist. Die Kirche Sankt Michael, welche den Jesuiten gehörte, wurde 1604-13 im spätgotischen Stil erbaut, während das Innere Mitte des 18. Jahrhunderts umgestaltet und mit Rokokodekor versehen wurde. Die Kollegiumsbauten stammen aus der Epoche der Renaissance und wurden zumeist Ende des 16. Jahrhunderts errichtet. Die Ursulinerinnenkirche schliesslich wurde 1677-79 erstellt.
Zu den bedeutenden profanen Bauten in der Oberstadt gehören der Ratzéhof (im Renaissancestil 1581-85 erbaut, beherbergt heute das Museum für Kunst und Geschichte), das Schloss La Poya (eine Villa, die 1699-1701 für die Familie Lanthen-Heid errichtet wurde), das Haus Gottrau aus dem 18. Jahrhundert, das bischöfliche Palais (1842-45) und das vom ausgehenden 17. Jahrhundert stammende ehemalige Bürgerspital.
Fribourg Augustinerkirche.jpg Das Auquartier (französisch Quartier de l'Auge) bildet die südöstliche und auf einem tieferen Niveau liegende Fortsetzung des Burgquartiers. Hier befinden sich das Kloster und die Kirche der Augustiner. Die dreischiffige Kirche Sankt Mauritius mit Polygonalchor geht im Kern auf die Gründungszeit des Klosters im 13. Jahrhundert zurück, wurde aber im 16. und 18. Jahrhundert mehrfach verändert; sie besitzt eine reiche Innenausstattung, darunter ein Hochaltar mit geschnitztem Retabel (1602) und steinerne Priestersitze (1594). Die Konventsgebäude stammen zum grossen Teil aus dem 17. und 18. Jahrhundert und dienen als Sitz des kantonalen Dienstes für Denkmalpflege. Bis 2005 war hier das Staatsarchiv untergebracht, das sich heute im Pérollesquartier befindet. Auch das Auquartier zeichnet sich durch verschiedene gotische und spätgotische Häuser sowie durch Plätze geschmückt mit Brunnen (Samariterbrunnen, Annabrunnen) aus.
Im Talboden der Saane südlich des Burgquartiers befindet sich die Neustadt (Neuveville) mit der Kirche Mariahilf (1749-62, barocke Innenausstattung) und zahlreichen spätgotischen Häusern.
Jenseits der Saane, im Mattenquartier (Quartier de la Planche), bildet die Komturei und Kirche Sankt Johannes den Mittelpunkt. Die 1264 geweihte Kirche wurde 1885 und 1951 stark verändert, während die Gebäude der ehemaligen Komturei aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen. Nahebei steht die Kaserne, ein 1708-09 erbauter Speicher, der 1821 die Funktion einer Kaserne übernahm und dazu umgebaut wurde. Etwas abgeschieden und auf drei Seiten von der Saane umflossen liegt die Zisterzienserinnenabtei Magerau (Maigrauge), die 1255 erstmals erwähnt wurde. Die Kirche hat ihre ursprüngliche Form aus dem 13. Jahrhundert weitgehend bewahrt, die Konventsgebäude wurden nach einem Brand 1660-66 neu erbaut. Auf dem östlich der Saane liegenden Vorsprung befinden sich das Kloster Montorge (1626 gegründet) mit einer schlichten einschiffigen Konventskirche von 1635, die Loretokapelle (1648 in Anlehnung an Santa Casa di Loreto erbaut) und das Bürglentor (Porte de Bourguillon), dessen Bausubstanz aus dem 14. bis 15. Jahrhundert stammt.
Ausserhalb der alten Stadt sind die Bauten der Universität, das Villenviertel mit Jugendstilbauten im Gambachquartier und der Betonbau der Christkönigskirche (1951-53) in Pérolles zu erwähnen. Ebenfalls in Pérolles befinden sich das für die Familie Diesbach von 1508 bis 1522 erbaute Schloss und die Sankt Bartholomäuskapelle im gotischen Flamboyantstil, die eine Sammlung von Glasmalereien aus der Renaissance birgt. In Bourguillon (Bürglen) steht die einschiffige Kirche Notre-Dame, die 1464-66 errichtet wurde.
Fribourg Zähringerbrücke.jpg Freiburg ist zudem für seine zahlreichen Brücken bekannt, die den Lauf der Saane überspannen. Die Bernbrücke, welche das Auquartier mit dem Brückenkopf östlich der Saane verbindet, ist eine gedeckte Holzbrücke, die ihre Gestalt 1653 erhielt. Zum Mattenquartier führen vom Auquartier die Mittlere Brücke, eine steinerne Vierbogenbrücke von 1720, und von der Neustadt die Sankt Johannbrücke (1746, ebenfalls mit Tuffsteinquadern). Neben diesen Brücken im Tal besitzt Freiburg drei Hochbrücken. Die Zähringenbrücke verbindet das Burgquartier direkt mit dem Stadtteil Schönberg; sie wurde 1924 an der Stelle der Grossen Hängebrücke von 1834 erbaut. Die neue Galternbrücke ersetzte 1960 eine erste Hängebrücke von 1840, überspannt den Galterngraben und verbindet die Stadtteile Schönberg und Bürglen (Bourguillon). Die 1920 erstellte Pérollesbrücke gewährleistet schliesslich eine direkte Verbindung vom Stadtteil Pérolles nach Marly.
Seit 1933 findet am ersten Sonntag im Oktober der Murtenlauf (Course Morat-Fribourg) statt. Dieser zählt zu den bekanntesten und traditionsreichsten Volksläufen der Schweiz, mit jeweils Tausenden von Teilnehmern. Die Strecke ist rund 17 Kilometer lang, führt von Murten nach Fribourg und wird zum Gedenken an die Schlacht bei Murten gelaufen.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Freiburg | Schweizer Gemeinde | Hauptort eines Kantons (Schweiz) | Reichsstadt
Friburg | Fribourg | Friburgo | Friburgo (capital) | Fribourg (ville) | Friburgo (Svizzera) | フリブール | Fribourg (stad) | Friburgo (Suíça) | Fribourg | Фрибур | Fribourg
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