Die Free Software Foundation (kurz FSF, dt. Stiftung für freie Software), ist eine gemeinnützige Organisation, die 1985 von Richard Stallman mit dem Zweck gegründete wurde, Freie Software zu fördern und für diese Arbeit Kapital zusammen zu tragen. Executive Director der Free Software Foundation ist derzeit Peter Brown.
Bis Mitte der 1990er wurden die Finanzmittel der FSF im Wesentlichen dazu verwendet, Programmierer für die Entwicklung freier Software anzustellen. Seit viele Unternehmen und Privatpersonen begonnen haben, selbständig freie Software zu schreiben, konzentriert sich die Arbeit der FSF zunehmend auf rechtliche und strukturelle Belange der Freier-Software-Gemeinschaft.
Die Arbeit der FSF stützt sich vor allen Dingen auf fünf Projekte. Neben dieser Arbeit bemüht sich die FSF gleichzeitig um allgemeine Beratung, Berichterstattung und Aufklärung rund um freie Software.
Von den fünf Projekten kümmert sich das GPLv3.fsf.org-Projekt um den Entwurf, die Ausarbeitung und die Kommunikation rund um die Schaffung der dritten Version der GNU GPL. Das Ziel ist dabei, in Zusammenarbeit mit Entwicklern, aber auch Nutzern und Organisationen die nächste Version der verbreitetsten freie-Software-Lizenz zu schaffen. Das Projekt GPL Compliance Lab bemüht sich, rechtliche Verstöße gegen die GNU GPL, aber auch gegen die GNU Lesser General Public License (LGPL) zu ahnden bzw. Rechteinhabern bei Verstößen gegen die Lizenzen rechtlichen Beistand zu gewähren und entsprechend zu beraten. In diesem Rahmen werden auch Fragen bezüglich der Lizenzierung von Software beantwortet.
Die finanzielle und technische Unterstützung des GNU-Projekts ist ein weiteres Projekt der FSF. Die fortwährende Unterstützung soll dabei die Entwicklung des freien Betriebssystems sichern und auch Neulingen einen einfachen Zugang zum Projekt sichern.
Die Software des GNU-Projekts wird dabei neben anderer Software vom Savannah-Projekt gehostet, das eine Infrastruktur zur Entwicklung und Koordination freier Software bietet.
Das Projekt Free Software Directory dient als zentrales Verzeichnis freier Software, die unter freien Systemen arbeitet.
Im Februar 2003 stellte die Free Software Foundation Europe die Fiduciary Licence Agreement (FLA, zu deutsch: Treuhänderische Lizenzvereinbarung) vor, die europäischen Software-Entwicklern die Übertragung zeitlich unbegrenzter exklusiver Nutzungsrechte und juristischer Vertretungsrechte an die FSF ermöglicht. Die amerikanische FSF verlangt seit langem von Mitarbeitern des GNU-Projekts so genannte Copyright Assignments, also die Übertragung der Verwertungsrechte, des Copyrights. Ein Urheberrecht in kontinentaleuropäischem Sinne gibt es in den USA und Großbritannien nicht. Die Übertragung von Urheberrechten ist jedoch nach deutschem beziehungsweise kontinentaleuropäischem Recht nicht zulässig, was die Entwicklung einer spezifischen Regelung erforderlich machte.
Die FSF Europe versteht es als ihre Hauptaufgabe, Initiativen Freier Software in Europa zu koordinieren, ein Kompetenzzentrum für Politiker, Anwälte und Journalisten bereitzustellen und die Infrastruktur für Freie-Software-Projekte und speziell das GNU-Projekt zur Verfügung zu stellen.
Im Jahr 2003 wurde in Kerala die Free Software Foundation India gegründet. Seit 2005 wird an der Gründung einer Free Software Foundation Latin America gearbeitet.
Am 25. November, 2002 startete die FSF das FSF Associate Membership Programm für Einzelpersonen. Im März 2005 hatten sich mehr als 3400 Mitglieder angemeldet.
Am 5. März 2003 wurde das Corporate Patron Programm für Unternehmen ins Leben gerufen. Mittlerweile unterstützen 45 Firmen dieses Projekt.
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