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Free Jazz ist einerseits ein historischer Begriff für freies ungebundenes Improvisationsspiel im Jazz seit den 60er Jahren. Andererseits ist es ein bis heute ausstrahlendes Paradigma, das die Möglichkeit zur freien Entfaltung immer neuer Formen im Jazz einfordert.

"Let's play the music and not its background" (Ornette Coleman)

Entwicklung


Die Entwicklung des Free Jazz fand in den USA und in Europa fast unabhängig voneinander statt. Unbestritten ist der wegbereitende Einfluss solcher US-Amerikaner wie John Coltrane, Eric Dolphy, Ornette Coleman und Cecil Taylor, die auch aus heutiger Sicht noch zu den kreativsten Vertretern der Improvisierten Musik zählen.

Seit Ende der 50er Jahre experimentierten junge farbige und weiße Jazzmusiker mit unerhört neuen Klängen: mit dissonanten (d.h. spannungsgeladenen) Akkorden, wie sie im Jazz bis dahin unvorstellbar gewesen waren. Die schockierende Wirkung dieser Musik - seit den 60er Jahren bezeichnenderweise "Free Jazz" oder "The New Thing" genannt - wurde noch gesteigert durch neuartige Spieltechniken und ausgefallene Klang- und Geräuscheffekte, wie extrem hohe, schrille, "schreiende", "pfeifende", "quäkende" oder "grunzende" Töne.

Das Publikum reagierte überwiegend ablehnend; es empfand den Free Jazz als Zumutung - und als Herausforderung war er von den Musikern auch gemeint: als Protest der jungen farbigen Generation gegen Rassenungleichheit und soziale Ungerechtigkeit.

Seit Mitte der 1960er Jahre bildete sich ein europäischer Free Jazz heraus, an dessen Entwicklung Musiker wie Peter Brötzmann, Gunter Hampel, Evan Parker, Manfred Schoof und Alexander von Schlippenbach beteiligt waren.

Stil


Vorweg muss gesagt werden, dass der Free Jazz sehr frei ist und eine stilistische Analyse daher nur bedingt möglich ist. Die unten genannten Merkmale sind daher keinesfalls für alle Stücke dieses Genres zutreffend. Eine Einteilung in solche Stilistiken ist oft nur schwer möglich und nur sehr selten sinnvoll!

  • Aufhebung jeglicher musikalischer Regeln
  • Atonalität aber auch Zwölftonmusik
  • Freie Rhythmik
  • Einflüsse aus verschiedenen Stilrichtungen, vor Allem Weltmusik
  • Aufhebung der Trennung zwischen Klang und Geräusch
  • Keine Trennung mehr zwischen Solo- und Begleitungspart, wodurch die Musiker kommunizieren und ihre Stücke entwickeln
  • Typisches Jazz-Merkmal des "Leadsheets" existiert im Free Jazz nicht mehr

Bekannte Interpreten


USA

Europa

Wichtige Alben


Weblinks


Jazz-Stil

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