Freddy Quinn (* 27. September 1931 in Niederfladnitz; gebürtig: Franz Eugen Helmut Manfred Niedl-Petz) ist ein in Niederösterreich geborener Schlagersänger und Schauspieler. Seinen hohen Bekanntheitsgrad erlangte er in den späten 1950er und den 1960er Jahren.
Seine melancholischen Lieder, die im wesentlichen von der See und der lockenden weiten Welt handeln, vom Kommen und Gehen, von Abschied, Einsamkeit und Fernweh, fanden ein breites Publikum im Nachkriegsdeutschland. Seine überwiegend von Lothar Olias (1913–1990) komponierten Seemannsballaden trug er in tiefem Bariton vor.
Entdeckt wurde Freddy Quinn in der Hamburger Washington Bar auf St. Pauli, von wo aus er seine Karriere startete. Für einige Jahre verlegte er seinen Hauptwohnsitz in die USA.
Freddy Quinn trat in einer Reihe von Musikfilmen auf, einige wurden ihm als Hauptdarsteller auf den Leib geschrieben.
1966, als die Rolling Stones und die Beatles den Musikmarkt beherrschten, sang Freddy den Titel Wir; ein Protestlied gegen die aufkommende Protestbewegung linksextrem gesinnter Studenten ("doch wer will weiter nur protestieren, bis nichts mehr da ist zu protestieren? - Ihr! Ihr! Ihr!"). Die andere Seite der selben Schallplatte mit dem Titel Für eine Handvoll Reis behandelte den Vietnamkrieg. Sein letzter Nummer 1-Hit war 100 Mann und ein Befehl, eine deutsche Version des Titels The Ballad of the Green Berets von Sgt. Barry Sadler.
Obwohl ihm größere Hits später nicht mehr glückten, blieb er mit zahlreichen Tourneen, Gastspielen, Fernseh- und Filmauftritten einem größeren, mit ihm gealterten Publikum stets präsent. 1981 trat er in der New Yorker Carnegie Hall auf.
Quinn frönte seiner Leidenschaft für den Zirkus und zeigte sich dem Publikum mit spektakulären, ungesicherten Auftritten auf dem Hochseil in der populären Weihnachtssendung "Stars in der Manege". Für seine Darbietungen und sein Engagement wurde ihm der "Zirkus-Oscar" verliehen.
Für seine Verdienste um das deutsche Liedgut bekam er 1984 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Anlässlich seines 65. Geburtstages wurde er 1996 vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg mit der Biermann-Ratjen-Medaille für seine künstlerischen Verdienste um die Stadt Hamburg geehrt.
Quinn lebt in Hamburg und fühlt eine besondere Verbundenheit mit dieser Stadt, da er hier nicht nur als Sänger entdeckt, sondern - eigenen Angaben zufolge - auch gezeugt wurde. 2003 sang im Hamburger Hafen ein Chor von 83.500 Freizeitsängern seinen Hit La Paloma, nach dem dieser Titel im Fernsehen zum "Jahrhundert-Hit der Deutschen" gewählt wurde und stellte so einen Rekord für das Guinness-Buch der Rekorde auf.
Im Jahr 2004 geriet Freddy Quinn wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung (über 900.000 Euro) in die Schlagzeilen der Medien. Er hatte gegenüber dem Hamburger Finanzamt die Schweiz als Hauptwohnsitz angegeben; tatsächlich aber wohnte er in dieser Zeit überwiegend in Hamburg und war daher steuerpflichtig geworden. Vor Gericht war er voll geständig und hatte zuvor seine sämtlichen Steuerschulden beglichen. Das Hamburger Landgericht verurteilte ihn daher am 22. November milde zu einer 2-jährigen Bewährungsstrafe und einer Geldbuße von 150.000 Euro.
Mann | Österreicher | Deutscher | Träger des Bundesverdienstkreuzes | Schauspieler | Schlagersänger | Teilnehmer am Eurovision Song Contest | Persönlichkeit (Hamburg) | Geboren 1931
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