Fred Sinowatz (* 5. Februar 1929 in Neufeld an der Leitha, Burgenland) ist ein österreichischer SPÖ-Politiker und war von 1983 bis 1986 österreichischer Bundeskanzler.
Im Herbst 1983 übernahm er von Kreisky auch den Parteivorsitz der SPÖ.
In der schweren innenpolitischen Krise um die Besetzung der Hainburger Au sorgte er - auch auf öffentlichen Druck - am 22. Dezember 1984 mit der Verhängung eines "Weihnachtsfriedens" für eine Entspannung.
Trotz dieses Erfolges stand seine Regierungszeit unter keinem guten Stern. Er hatte mit dem Glykolwein-Skandal, dem Skandal um den Neubau des Wiener AKH und hauptsächlich mit der Krise der tief verschuldeten verstaatlichten Industrie (v.a. der VOEST) zu kämpfen.
Im Zuge der medialen Aufbereitung der Skandale und Schwierigkeiten wurde immer wieder ein Zitat Sinowatz' aus seiner Regierungserklärung 1983 publiziert: einer Darstellung der Herausforderungen der nächsten Jahre folgte die Feststellung: "ich weiß, das klingt alles sehr kompliziert,...".
1986 geriet er überdies unter Druck, als Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager (FPÖ) den aus italienischer Haft freigelassenen Kriegsverbrecher Walter Reder bei dessen Ankunft offiziell empfing.
Während des gesamten Wahlkampfes stellte sich Sinowatz klar gegen Waldheim. Auf dessen Versicherung, er sei nicht Mitglied des SA-Reiterkorps gewesen und dort nur ab und zu "mitgeritten", konterte Sinowatz mit der Bemerkung:
"Ich stelle fest, dass Kurt Waldheim nie bei der SA war, sondern nur sein Pferd."
Fred Sinowatz trat einen Tag nach Kurt Waldheims Wahlsieg als Bundeskanzler zurück und empfahl den bisherigen Finanzminister Franz Vranitzky als Nachfolger. Dieser folgte ihm 1988 auch als Parteivorsitzender der SPÖ; damals demissionierte Sinowatz auch als Nationalratsabgeordneter.
Wegen der Aussage über Waldheims Vergangenheit strengte er gegen die mittlerweile zur SPÖ-Dissidentin gewordene Ottilie Matysek einen Prozess wegen Ehrverletzung an. Obwohl die gesamte SPÖ-Spitze des Burgenlandes (darunter Landeshauptmann Johann Sipötz) geschlossen zu seinen Gunsten aussagte und Matyseks Darstellung bestritt, vertraute das Gericht auf die Authentizität von handschriftlichen Aufzeichnungen und wies die Klage ab. Dies führte in der Folge auch zum Rücktritt von Sipötz und zu einer Verurteilung Sinowatz' wegen falscher Beweisaussage.
Mann | Unterrichtsminister (Österreich) | Bundeskanzler (Österreich) | SPÖ-Mitglied | Geboren 1929
Fred Sinowatz | Fred Sinowatz | フレート・ジノヴァツ | Fredas Zinovacas
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