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Die neunte Frauenfußball-Europameisterschaft 2005 (UEFA Women's Championship 2005™) fand vom 5. bis 19. Juni in fünf Städten im Nordwesten Englands statt.

Die Fußball-EM der Damen wird vom europäischen Fußballverband UEFA organisiert. In 15 Spielen wurde die beste Frauenfußballmannschaft Europas des Jahres 2005 ermittelt. Höhepunkt der Frauenfußball-Europameisterschaft, die erstmals im Mutterland des Fußballs ausgetragen wurde, war das Finale in Blackburn. Dieses gewann die deutsche Mannschaft gegen Norwegen mit 3:1.

Sieben Mannschaften hatten sich für das UEFA-Turnier qualifiziert, hinzu kam der Gastgeber, die englische Damen-Nationalmannschaft. Mit Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden kamen vier der acht teilnehmenden Nationen aus Skandinavien. Großer Favorit vor dem Turnier war Deutschland: Die Nationalmannschaft der Damen gewann bislang fünf der bisherigen acht Europameisterschaften, die drei letzten sogar in Folge (1995, 1997 und 2001), zudem ist sie amtierender Frauen-Weltmeister.

Austragungsorte


Frauen-EM 2005 Austragungsorte (Nordwestengland).png]] Alle fünf Orte der Fußball-EM der Frauen liegen in North West England, einer Region im Nordwesten von England.

  • Warrington: Im Halliwell Jones-Stadion, der Heimat des Rugbyvereins Warrington Wolves RFC, finden 14.200 Zuschauer Platz. Warrington liegt am Fluss Mersey und hat 80.661 Einwohner (2001).
  • Blackburn: Im Ewood Park, dem Heimstadion der Blackburn Rovers, können 31.367 Zuschauer das Spiel besuchen. Blackburn ist eine Stadt mit 105.085 Einwohnern (2001).
  • Blackpool: Im Stadion Bloomfield Road des Fußballvereins Blackpool F.C. mit einer Stadionkapazität von 9.000 Plätzen finden ebenfalls EM-Spiele statt. Blackpool ist eine englische Küstenstadt an der Irischen See mit 139.453 Einwohnern (2001).
  • Manchester: Im City of Manchester-Stadion (Eastlands) des Fußballvereins Manchester City finden EM-Spiele vor maximal 48.000 Zuschauern statt. Manchester, neben Liverpool Hauptstadt des Verwaltungsbezirkes von North West England, hat eine Bevölkerung von 422.300 (2002) und konkurriert mit Birmingham um den Rang der zweitwichtigsten Stadt in England nach London.
  • Preston: Im Stadion Deepdale vom Preston North End F.C. sind 22.250 Plätz vorhanden. Preston ist eine Stadt in der Grafschaft Lancashire am Fluss Ribble mit ca. 130.000 Einwohnern (2001).

Medienberichterstattung


Vor allem im Land des Gastgebers wurde ausführlich über die EM der Damen berichtet. Das britische Fernsehen BBC übertrug alle Spiele live, die meisten zur besten Sendezeit. Auf einem digitalen Sender von BBC wurden nach Spielende Experten gehört und die Spiele analysiert. Auch in den Printmedien war das Ereignis wahrzunehmen. Die Boulevard-Zeitungen stellten vor Beginn des Turniers jede einzelne Spielerin des englischen Nationalverbandes vor. Erstmals wurde in den britischen Fernseh- und Zeitungsmedien über Frauenfußball ausführlicher berichtet.

Im Land des amtierenden Weltmeisters Deutschland war die Aufmerksamkeit der Medien mehr auf den in zwei Wochen beginnenden Konföderationen-Pokal 2005 der Männer, die Freundschaftsspiele der Nationalmannschaft um Trainer Jürgen Klinsmann und auf die Spielertransfers der Fußball-Bundesliga in der Sommerpause gerichtet. Den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern ARD und ZDF waren die Übertragungsrechte aus England zu teuer. Die beiden Sender wollten sich auf den Konföderationen-Pokal vorbereiten, von dem umfassend berichtet wurde. Die Spiele der Frauenfußball-Europameisterschaft 2005 konnten jedoch auf Eurosport live angesehen werden. Der Sportsender war offizieller Fernsehpartner des Turniers und produzierte mit jeweils elf Kameras pro Spiel die bewegten Bilder. In den Print-Medien spielte das Ereignis kaum eine Rolle, andere Sport- und Fußballthemen wurden vorgezogen.

Teilnehmer


Frauen-EM 2005 Karte.jpg Sieben Damen-Nationalmannschaften hatten sich für das Turnier 2005 qualifiziert. England als Gastgeber nahm automatisch teil. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen, Gruppe A und B, mit jeweils vier Mannschaften gelost. Jede Mannschaft spielte gegen jedes andere Team in der Gruppe. Die jeweils zwei besten Mannschaften der Gruppe qualifizierten sich für das Halbfinale. Ein Viertel- oder Achtelfinale gab es nicht, zudem wurde das Spiel um Platz drei im Rahmen von UEFA-Turnieren 1992 abgeschafft worden. Der Tabellenzweite jeder Gruppe spielte im Halbfinale gegen den Tabellenersten der anderen Gruppe.

Gruppe A Gruppe B
Flag of England.svg England Flag of Germany.svg Deutschland
Flag of Sweden.svg Schweden Flag of France.svg Frankreich
Flag of Finland.svg Finnland Flag of Norway.svg Norwegen
Flag of Denmark.svg Dänemark Flag of Italy.svg Italien

Spielablauf


Vorrunde

Gruppe A
5. Juni 2005 (Manchester) Flag of England.svg England - Flag of Finland.svg Finnland 3:2 (2:0)
5. Juni 2005 (Blackpool) Flag of Sweden.svg Schweden - Flag of Denmark.svg Dänemark 1:1 (1:1)
8. Juni 2005 (Blackburn) Flag of England.svg England - Flag of Denmark.svg Dänemark 1:2 (0:0)
8. Juni 2005 (Blackpool) Flag of Sweden.svg Schweden - Flag of Finland.svg Finnland 0:0 (0:0)
11. Juni 2005 (Blackburn) Flag of England.svg England - Flag of Sweden.svg Schweden 0:1 (0:1)
11. Juni 2005 (Blackpool) Flag of Finland.svg Finnland - Flag of Denmark.svg Dänemark 2:1 (2:1)

Tabelle Gruppe A
Platz Team Sp. g    u    v    Tore  Pkt.
1 Flag of Sweden.svg Schweden 3 1 2 0 2:1 5
2 Flag of Finland.svg Finnland 3 1 1 1 4:4 4
3 Flag of Denmark.svg Dänemark 3 1 1 1 4:4 4
4 Flag of England.svg England 3 1 0 2 4:5 3

Die englische Mannschaft stand bei ihrem Heimspiel im Mittelpunkt des Interesses: Etwa 40 Fotografen versammelten sich, um ein Mannschaftsfoto der Engländerinnen zu machen, hingegen nur zwei wollten dies bei den Finninnen. Probleme mit Hooligans, wie häufig in Manchester üblich, blieben aus. Das Spiel war von großer Spannung bei durchschnittlichem spielerischem Niveau geprägt. In einer spannenden letzten Viertelstunde gelang den Gastgebern mit dem Siegtor durch Karen Carney ein gelungener Turnierauftakt. Dänemark, das bis zum abschließenden 3. Spieltag die Gruppe anführte und mit großen Ambitionen in das Turnier gestartet war, schied durch eine Niederlage gegen die Überraschungsmannschaft Finnland bereits nach der Vorrunde aus. Der letzte Spieltag war insbesondere von seiner großen Spannung geprägt, da bis zu Spielende mit einem Tor alle Teams noch die Qualifikation für das Halbfinale erreichen konnten.

Gruppe B
6. Juni 2005 (Preston) Flag of France.svg Frankreich - Flag of Italy.svg Italien 3:1 (3:0)
6. Juni 2005 (Warrington) Flag of Germany.svg Deutschland - Flag of Norway.svg Norwegen 1:0 (0:0)
9. Juni 2005 (Warrington) Flag of France.svg Frankreich - Flag of Norway.svg Norwegen 1:1 (1:0)
9. Juni 2005 (Preston) Flag of Italy.svg Italien - Flag of Germany.svg Deutschland 0:4 (0:2)
12. Juni 2005 (Warrington) Flag of France.svg Frankreich - Flag of Germany.svg Deutschland 0:3 (0:0)
12. Juni 2005 (Preston) Flag of Norway.svg Norwegen - Flag of Italy.svg Italien 5:3 (4:1)

Tabelle Gruppe B
Platz Team Sp. g    u    v    Tore  Pkt.
1 Flag of Germany.svg Deutschland 3 3 0 0 8:0 9
2 Flag of Norway.svg Norwegen 3 1 1 1 6:5 4
3 Flag of France.svg Frankreich 3 1 1 1 4:5 4
4 Flag of Italy.svg Italien 3 0 0 3 4:12 0

Das erste Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft der Damen endete vor 1500 Zuschauern 1:0 gegen Norwegen. Die Mannschaft der deutschen Nationaltrainerin Tina Theune-Meyer gewann durch ein Tor von Conny Pohlers in der 61. Minute. Im zweiten Spiel wußten die deutschen Frauen zu überzeugen und schlugen durch die Tore von der wiedergenesenen Birgit Prinz(11.), Conny Pohlers (18.), Steffi Jones (55.) und Anja Mittag (74., Nachschuss eines Handelfmeters) mit 4:0 Italien. Durch ein 3:0 gegen Frankreich im letzten Gruppenspiel zog die DFB-Auswahl als Tabellenerster und mit neun Punkten sowie 8:0 Toren als beste Vorrundenmannschaft ins Halbfinale ein. Die Damen aus Deutschland erzielten erst spät die Tor durch Grings (72. Minute), Lingor (77., Foulelfmeter) und Minnert (83.). Durch die Niederlage Frankreichs und durch den Sieg von Norwegen, zogen die Skandinavierinnen noch an den Französinnen vorbei.

Finalrunde

Halbfinale

Für das Halbfinale waren die ersten beiden beider Vorrundengruppen qualifiziert. Bei Punktgleichheit entscheiden zunächst die direkten Vergleiche (Punkte/Tordifferenz/erzielte Tore) der punktgleichen Teams, dann die Tordifferenz/erzielten Tore aus allen Gruppenspielen über die Platzierungen. Falls auch nach diesen Kriterien keine Entscheidung möglich ist wird nach der UEFA-Fair-Play-Wertung und abschließend per Los entschieden.


-
15. Juni 2005 Preston Flag of Germany.svg Deutschland - Flag of Finland.svg Finnland 4:1 (3:1)
-
16. Juni 2005 Warrington Flag of Norway.svg Norwegen - Flag of Sweden.svg Schweden 3:2 n.V. (2:2,1:1)

Die deutsche Mannschaft kaufte der Überraschungsmannschaft aus Finnland durch drei frühe Tore von Inka Grings (2) und Conny Pohlers schnell den Schneid ab und qualifizierte sich souverän für das Finale in Manchester. Im zweiten Halbfinale zwischen Norwegen und den leicht favorisierten Schwedinnen kam es zu einem bis in die Verlängerung offenen Schlagabtausch, den die Norwegerinnen durch das Siegtor von Solveig Gulbrandsen in der 109. Minute für sich entscheiden konnten.

Finale


-
19. Juni 2005 Blackburn Flag of Germany.svg Deutschland - Flag of Norway.svg Norwegen __Deutschland_-__Norwegen_3:1_.282:1.29

Durch einen verdienten, aber lange Zeit hart umkämpften 3:1-Sieg gegen Norwegen sicherte sich die deutsche Fußballnationalmannschaft der Damen den sechsten Europameisterschafts-Titel und bescherte der Erfolgstrainerin Tina Theune-Meyer somit einen perfekten Abschluss zu ihrem Rücktritt. Nach einem Doppelschlag durch Inka Grings und Renate Lingor konnten die Norwegerinnen kurz vor der Pause durch Dagny Mellgren auf 1:2 verkürzen, ehe Welfußballerin Birgit Prinz mit ihrem Tor zum 3:1 für die Entscheidung sorgte.

Torschützen

Vier Tore

Drei Tore

Fazit


Das Eröffnungsspiel England gegen Finnland (3:2) startete vor einer Rekordkulisse von 29.092 Besuchern bei einer Frauenfußball-Europameisterschaft, der Rekord vom Europameisterschaftsfinale 1989 mit 21.000 Zuschauern wurde überboten. Im Stadion von Manchester City, das bis zu 48.000 Zuschauer besuchen können, war bei gutem Wetter eine für den Frauenfußball hervorragende Stimmung. Im zweiten Spiel des Tages in der Gruppe B trat der Weltmeister Deutschland vor nur 1500 Zuschauern an. Eine enttäuschende Zuschauerzahl, zumal die Eintrittskarten für alle Spiele für Erwachsene fünf £ (etwa 7 Euro) sowie ermäßigt 2,50 £ je Spiel kosten.

Qualifikation


Die Qualifikation zur Endrunde fand vom 22. März bis 3. Oktober 2004 statt. Die Mannschaften aus Armenien, Österreich, Weißrussland, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Estland, Griechenland, Ungarn, Israel, Kasachstan, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Irland, Rumänien, Schottland, Serbien und Montenegro, Slowakei, Spanien, Schweiz und die Ukraine schieden in der Qualifikation aus. Tschechien, Island und Russland wurden erst in den Play-offs eliminiert. Der amtierende Welt- und Europameister, die deutsche Fußballnationalmannschaft der Damen setzte sich mit acht Siegen in acht Spielen und einer Tordifferenz von 50:2 (!) in der Qualifikation durch.

Weblinks


Sportveranstaltung 2005 | Frauenfußball-Europameisterschaft | Sportveranstaltung 2005

2005 UEFA Women's Championship | Championnat d'Europe de football féminin 2005 | Campionato europeo di calcio femminile 2005 | EM i fotball for damer 2005 | Mistrzostwa Europy w piłce nożnej kobiet 2005 | Dam-EM i fotboll 2005

 

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