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Frau Holle ist ein Märchen der Brüder Grimm (siehe Grimms Märchen).

Ein Mädchen wird von seiner Stiefmutter gegenüber deren leiblicher Tochter immer zurück gesetzt. Schließlich springt es aus Angst vor der Stiefmutter in einen Brunnen, um eine verlorene Spindel zu finden. Es trifft in der Brunnenwelt, die sich gleichzeitig aber auch über den Wolken befindet, auf Frau Holle, eine "alte Frau", die "lange Zähne hatte". Das schöne und fleißige Mädchen tritt in ihre Dienste und hat nunmehr vor allem ihre Betten auszuschütteln, worauf es dann auf der Erde schneit. Nach einiger Zeit bittet das Mädchen um seinen Abschied, wird mit einem Regen von Gold überreichlich überschüttet und kehrt nach Hause zurück, begrüßt vom Hahnenschrei: "Kikeriki! Unsere goldene Jungfrau ist wieder hie!"

Ihre hässliche und faule Stiefschwester nimmt daraufhin den gleichen Weg, versieht aber ihren Dienst erwartungsgemäß ungenügend, wird daher von Frau Holle entlassen und mit einem lebenslang an ihr haftenden "Pechregen" gezüchtigt.

Sozialer Hintergrund


Im Märchen wird der ehedem häufige innerfamiliäre Konflikt behandelt, als viele Frauen im Kindbett starben, die Witwer oft neu heirateten und miteinander konkurrierende Halbgeschwister zeugten.

Die Heimat dieses Märchens ist nicht eindeutig festzulegen, da es mehrere Regionen gibt, in welchen die Bewohner behaupten, Frau Holle sei in einem ihrer Berge zu Hause (so werden der Hohe Meißner zwischen Kassel und Eschwege, die Hörselberge bei Eisenach bzw. der Hörselberg) und der Ort Hollerich genannt.

Mythologisches


Mythologisch scheint das Märchen älteren Stoff zu verarbeiten. So ist zunächst einmal das Springen in den Brunnen mit der sich anschließenden Reise in die Anderswelt zu nennen.

Hinter 'Frau Holle' verbirgt sich wohlmöglich die germanische Totengöttin Hel, nach anderen "Fricka" (Frigg (?) - s. auch Perchta). Zur Zeit der Raunächte, zwischen 23. Dezember bis 5. Januar (in dieser Zeit musste die Hausarbeit ruhen), soll sie zur Erdoberfläche aufgestiegen sein, um nachzusehen, wer das Jahr über fleißig oder wer faul war. Daher wird sie heute auch mit der Gottheit Nerthus in Verbindung gebracht. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Name 'Frau Holle' von der germanischen Göttin Holda oder Hulda ableitet, die der Sage nach im Stamm des Holunderstrauchs (Holler, Hollerbusch) leben soll - oder auch im hohen Norden, und die die toten Kinder hütet.

Im hessischen Volksmund ist Frau Holle für die Schneemenge im Winter verantwortlich, denn je gründlicher sie ihre Betten ausschüttelt, desto mehr schneit es auf der Erde.

Belletristik


Das Motiv der Gaben der Zauberfrau aus dem Brunnen findet sich bei den Brüdern Grimm auch in Das blaue Licht. Auch Die Regentrude von Theodor Storm wohnt in der durch eine hohle Weide zugänglichen Unterwelt.

Interpretation


Eugen Drewermann interpretiert Frau Holle als ein Märchen, das auf die philosophische und religiöse Frage nach dem Sinn des Leidens eine Antwort gibt und die scheinbare Unordnung und Ungerechtigkeit des Seins erklärt. Alles, was Frau Holle an Wesenseinsichten vermittelt, lässt sich im Rahmen der Naturmythologie an den Gestalten von Sonne, Mond, Erde ablesen. Die Goldmarie als Sonnenmädchen, die Pechmarie als Mondgestalt. Frau Holle (Hulda, Berchta) als die große Göttin, die Mutter Erde, zu der man gelangt, wenn man den Weltenbrunnen in die Unterwelt hinabsteigt. Und die Stiefmutter als die Frau Welt, die Schlechtigkeit der äußeren, materiellen Welt, die Gegenspielerin von Frau Holle.

Weblinks


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Mother Hulda | La Maljunulino Holle | Dame Holle | ホレのおばさん | Vrouw Holle

 

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