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Die ersten Barockparks oder Barockgärten wurden in der Zeit des Barock in Frankreich angelegt, man nennt sie deswegen auch französische Gärten. Als Meilenstein der barocken Gartenbaukunst sind Schloss und Garten von Vaux-le-Vicomte anzusehen. Orangerie.jpg, Orangerie]] Versailles Gardens Map Meyers.jpg | Abel Grimmer 001.jpg Meistens bildet ein System paralleler und sich in regelmäßigen Abständen rechtwinklig schneidender Wege die Grundstruktur eines Barockgartens. Die so abgetrennten Compartiments werden durch geometrisch beschnittene Bäume und Sträucher, Hecken und Blumenbeete in ornamentalen Formen, Rasenflächen und südländische Pflanzen (die im Winter in einer Orangerie untergebracht werden) gestaltet. Dazu ergänzend werden oft Akzente durch Treppenanlagen, Kanäle, Grotten, Brunnen und Wasserspiele gesetzt. Dem Zeitalter des Rationalismus entsprechend ist der Barockgarten ein ganz und gar künstliches, durch den Menschen geschaffenes Gebilde. Bei der Planung wurde höchsten Wert auf Regelmäßigkeit und Symmetrie gelegt. Nach 1750 wurde er durch den Englischen Landschaftgarten abgelöst, der dem Geist der Empfindsamkeit besser entsprach.

Konzeptionell geht der Barock-Garten auf die italienischen Gärten der Renaissance zurück. War jedoch der Garten der Renaissance kleiner, weniger differenziert durch Addition zahlreicher Compartiments gebildet, und oft ohne Bezug zum jeweiligen Gebäude, so ist der Barockgarten Teil eines architektonischen Gesamtkonzeptes einer Sommerresidenz. Garten, Hauptschloss, Nebengebäude, oft auch noch eine der Residenz vorgelagerte Ortschaft (Karlsruhe, Mannheim, Versailles) bilden ein organisches Ganzes. Und auch der Garten selbst wird organisch gegliedert mit Haupt- und Nebenachsen, die durch Kanäle, Bassins oder Wege gebildet werden. Die klassische Abfolge ist dabei (von der Gartenfassade des Schlosses aus): 1. Parterre, 2. Bosquet und 3. Bosco. Das Parterre dient zur Draufsicht vom Residenzgebäude aus, und ist deswegen meist durch niedrige Beete von hohem ornamentalen Reiz gebildet. Das Bosquet ist der Hecken- und Niederwaldbereich des Barockgartens, der zum Lustwandeln dient. Seine zumeist geradlinige Außenseiten werden durch dichte, in geometrisch exakte Formen geschnittene Hecken oder Bäume gebildet. Einzelne Teile des Bosquet sind dabei oft so etwas wie "kleine Welten für sich", etwa wenn sie in Form eines Irrgartens gestaltet sind. Bosco ist dabei der oft weitläufigste Waldbereich des Gartens, der nicht selten als Jagdrevier für prunkvolle Jagden diente.

gestell_hecke.JPG Eine der ersten Anlagen dieser Art in Mitteldeutschland ist der Barockgarten des Schlosses Delitzsch. 1692 legte der fürstliche Hofgärtner Andreas Gotthard Carl den Garten im neuen, französischen Geschmack an. Nach den Plänen von Carl entstanden ein strahlenförmiges Wegenetz (ausgehend von einem sogenannten "Gänsefuß") und ein Rondell, dessen Achsen und Ornamente von Buchsbaumhecken umgeben sind ("Parterre de broderie"). Die Ornamente füllte man mit farbigem Ziegelbruch aus und sparte sich so die Frühlings-, Sommer- und Herbstbepflanzung. Gleichzeitig wurde eine ausgezeichnete Fernwirkung der Ornamente erreicht, die somit auch von den fürstlichen Gemächern in der Belle Etage des Schlosses gut zu erkennen sind. Delitzscher_Schloßgarten.JPG

Berühmte Barockgärten


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Barockgarten Großsedlitz Bild:Barockgarten.JPG|Barockgarten Großsedlitz Bild:Barockgarten_großsedlitz_panorama.jpg|Untere Orangerie (Panorama) Bild:Großsedlitz-Untere-Orangerie.jpg|Untere Orangerie Bild:Großsedlitz-Gartenskulptur1.jpg|Sphinx Bild:Großsedlitz-Unteres-Paterre.jpg|Unteres Parterre Bild:Großsedlitz-Unteres-Paterre2.jpg|Unteres Parterre mit Blick auf die Stille Musik Bild:Großsedlitz-Naturtheater.jpg|Naturtheater

Literatur


  • T. O. Enge und C. F. Schröer: Gartenbaukunst in Europa. 1450-1800 Vom Villengarten der italienischen Renaissance bis zum englischen Landschaftsgarten.
  • Germaine Bazin: DuMont's Geschichte der Gartenbaukunst.

Landschaftsarchitektur | Barock

Jardin français | Franse tuin

 

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