Der Begriff Französische Revolution bezieht sich auf den historischen Zeitraum zwischen 1789 und 1799 in Frankreich, in dem zum ersten Mal in der modernen Geschichte Europas eine Monarchie durch eine Republik ersetzt wurde. Die Revolution markiert den Übergang von der frühen Neuzeit zur Moderne und stellt eine der wichtigsten Zäsuren in der europäischen Geschichte dar.
Im Zeitraum vom 14. Juli 1789 (Sturm auf die Bastille) bis zum 9. November 1799 (Beginn der Herrschaft Napoléons) vollzog sich der Übergang Frankreichs von der absoluten Monarchie zur Republik.
Obwohl die Republik umfänglich und dauerhaft erst 1871 etabliert werden konnte, veränderte die Revolution die Gesellschaft Frankreichs und Europas grundlegend. Hier wurde das Modell der modernen Staats- und Gesellschaftsordnung geschaffen. Die Errungenschaften der Revolution wie persönliche Freiheit, Meinungs- und Pressefreiheit und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, eine gleiche Besteuerung, das allgemeine Wahlrecht, das Selbstbestimmungsrecht des Volkes, die Bindung des Staates an eine Verfassung und die Berufs- und Gewerbefreiheit (Grundrechte) sind heute fundamentaler Teil des Bewusstseins der Bürger der westlichen Demokratien und, zumindest auf dem Papier, Grundlage des Rechtes der meisten Staaten der Erde.
Die Zeit des Terrors, der Schreckensherrschaft Robespierres mit der widerrechtlichen und willkürlichen Verurteilung zum Tod auf der Guillotine, steht für die negative Seite der Revolution.
Eugène Delacroix - La liberté guidant le peuple.jpg“ (Das Bild stellt die Julirevolution von 1830 dar, die an die Ideen der großen französischen Revolution von 1789 anknüpfte)]]
Der Umsturz hatte zahlreiche Ursachen, zu den wichtigsten gehörten folgende:
Für die Wirtschaft Frankreichs war das Bürgertum von entscheidender Bedeutung. Adligen war es - mit Ausnahme von Kolonialgeschäften - verboten, sich im florierenden Handel zu betätigen, da dies als nicht standesgemäß galt; von den zunehmend unter dem Merkantilismus leidenden Bauern jedoch konnten sie kaum noch Steuern verlangen, wodurch insbesondere der niedere Adel verarmte. Die ökonomische Gewichtung verlagerte sich klar zu Gunsten des Großbürgertums.
Andererseits behielten die Adeligen ihre politische Führungsposition. Sie waren von allen Steuern befreit und nur sie hatten Zugang zu öffentlichen Ämtern. Da das Großbürgertum diese Privilegien nicht teilte, entstand eine Dissonanz zwischen seiner großen wirtschaftlichen Bedeutung und seiner geringen politischen Macht.
Dies führte dazu, dass die Unzufriedenheit im Bürgertum wuchs und immer mehr Bürger Kritik am bestehenden Herrschaftssystem äußerten. Gleichzeitig wurden die Bürger selbstbewusster und suchten sich von den anderen Gesellschaftsklassen abzugrenzen. Ausdruck fand das gesteigerte Selbstbewusstsein des Bürgertums beispielsweise in den Ende des 17. Jahrhunderts entstehenden Cafés und privaten bürgerlichen Zirkeln, in denen sich Richter, Rechtsanwälte, Schriftsteller, Ärzte sowie Fachangestellte der zivilen oder militärischen Verwaltung trafen. Bald verbreitete sich in diesem Umfeld eine Diskussionskultur, für die unter anderem Voltaires Schriften zum englischen Parlamentarismus, Montesquieus Ansichten zur Trennung der Staatsgewalten und Rousseaus Forderungen nach Volkssouveränität entscheidend waren.
Die Kritik am Absolutismus ging auch in zeitgenössische Theaterstücke wie Die Hochzeit des Figaro ein. Dank einflussreicher Fürsprecher konnten viele dieser Stücke der königlichen Zensur entgehen und kamen tatsächlich zur Aufführung, wodurch die Kritik am bestehenden System und die Forderung nach politischem Mitspracherecht ein breites Publikum erreichte.
Diese Gesellschaftsordnung war durch den Absolutismus weitgehend abgelöst worden. Der König sah sich fortan als Herrscher über einen Territorialstaat und die personengebundenen Abhängigkeiten zwischen dem König und den Kron- und Aftervasallen wurden abgeschafft, da der König keine Lehen mehr vergab. Durch diesen gesellschaftlichen Umbruch war ein Ungleichgewicht in der Gesellschaft entstanden: Adel und Klerus hatten immer weniger Pflichten gegenüber dem dritten Stand, bewahrten aber trotzdem ihre Rechte. Der dritte Stand musste den herrschenden Schichten weiterhin Abgaben zahlen und Frondienste leisten, ohne im Gegenzug von ihren Herrschern Schutz gewährleistet zu bekommen. Diese Ungerechtigkeit wird in vielen späteren Revolutionsschriften erwähnt (vgl. die Schriften von Abbé Sieyès).
Auch das starre Ständesystem verlor zusehends seine Rechtfertigung. Der dritte Stand umfasste eine Vielzahl sehr unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen und machte 98,3% der französischen Bevölkerung aus. Arme Bauern oder Tagelöhner gehörten ebenso zum Dritten Stand wie reiche Großbürger. Daher entstanden innerhalb des dritten Stands sehr große wirtschaftliche Gegensätze und unterschiedliche Interessen.
Auch im zweiten Stand, der Aristokratie, wurden die Gegensätze deutlicher: Niederer Adel und Hochadel kämpften um die Wiederherstellung beziehungsweise Erhaltung ihrer politischen Mitspracherrechte gegenüber dem König und standen somit prinzipiell in Opposition zum absolutistisch ausgerichteten Herrscher. Gemeinsam war ihnen das Interesse, keinerlei Privilegien an den aufstrebenden Teil des Bürgertums abzugeben. Die Grenze zwischen Adel und Nichtadel verschwamm außerdem, da König und Hof mit Blick auf die finanzielle Lage immer mehr Bürgerlichen gegen entsprechende Zahlungen den Eintritt in den Stand des Adels gewährten.
Das Haushaltsdefizit des französischen Staates nahm zwischen 1736 und 1789 rapide zu, so dass schließlich sogar ein Staatsbankrott drohte. Die Unterstützung der Unabhängigkeitskriege amerikanischer Siedler gegen den Erzfeind England traf den französischen Staatshaushalt hart, auch der Friedensschluss mit England brachte keine wirtschaftliche Erholung. Im Gegenteil: Das industriell weiter entwickelte England überschwemmte den französischen Markt mit billigen Textilien, Industriewaren und landwirtschaftlichen Gütern, während die heimische Wirtschaft unter Missernten litt.
Eine Industrie- und eine Agrarkrise Ende der 1780er Jahre steigerten die Unzufriedenheit, und eine Missernte 1788, gefolgt von einem strengen Winter, führte dazu, dass die Brotpreise deutlich anstiegen.
Das häufig mit der Revolution von 1789 assoziierte Hauptmotiv, die Trias „Liberté, Egalité, Fraternité“ („Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“), wurde erst zu Beginn der Dritten Republik 1871 als Devise eingeführt und im Nachhinein zur Hauptmaxime der Revolution erklärt. Im Verlauf der Revolution war diese nur eine von vielen Dreierformeln wie „Heil, Kraft, Einheit“ und „Kraft, Gleichheit, Gerechtigkeit“, die man in den historischen Dokumenten aus dieser Zeit keinesfalls häufiger findet als die letztgenannten.
Die Französische Revolution markiert - seit der marxistischen Geschichtsinterpretation - die gesellschaftliche Transformation von der feudalen zur kapitalistischen Gesellschaft. Die Monarchie wurde gestürzt und eine Republik geschaffen. Zum ersten Mal übernahm das wirtschaftlich erstarkte Bürgertum auch die politische Herrschaft vom Adel, der bereits zuvor zunehmend an Bedeutung verlor. In der Geschichtswissenschaft wird die Revolution von 1789 als Datierung für das Ende der Frühen Neuzeit verwendet.
Nach der Erklärung des dritten Standes innerhalb der Generalstände zur Nationalversammlung, verkündeten diese am 26. August 1789 auch die erste Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.
Im Verlauf der Revolution wurde König Ludwig XVI. gestürzt und zusammen mit seiner Frau, Königin Marie-Antoinette zunächst inhaftiert und 1793 durch die Guillotine hingerichtet. Die Verhaftung fand am 10. August 1792 statt und der König wurde am 21. Januar 1793 vor Gericht gestellt und hingerichtet.
Die Französische Revolution brachte dem Volk jedoch nicht die erhoffte Freiheit, sondern endete in einem Terrorregime unter Maximilien de Robespierre (im Juni 1794 hingerichtet) und Danton, das zunächst durch ein Direktorium und nach wenigen Jahren durch die Alleinherrschaft Napoléons abgelöst wurde (1799 beziehungsweise 1804). Napoleon krönte sich letztlich zum Kaiser der Franzosen (1804), behielt aber wesentliche Errungenschaften der Französischen Revolution bei und etablierte diese auch in anderen europäischen Staaten (vergleiche zum Beispiel Code Civil als erstes Beispiel eines bürgerlichen Gesetzbuches BGB).
Mit der Berufung von Baron Anne Robert Jacques Turgot, einem Vertreter der physiokratischen Wirtschaftstheorie, zum Finanzminister 1775, wurde zunächst eine radikal reformistische Wirtschaftspolitik betrieben. Turgot beendete viele staatliche Eingriffe in die Wirtschaft, schuf eine einheitliche Grundsteuer für alle Stände, befreite die Bauern von einigen Frondiensten, etablierte mit der Abschaffung der Zünfte die Gewerbefreiheit, erhob eine Steuer auf Grundbesitz und gab das Privileg des Getreidehandels für alle Franzosen frei. Mit diesen Maßnahmen stieß er auf den erbitterten Widerstand der Parlamente. Nachdem er außerdem die hohen Hofhaltungskosten des Königs sowie Frankreichs Engagement im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kritisierte, nahm Ludwig XVI. dies zum Anlass, Turgot 1776 zu entlassen.
Jacques Necker, ein bürgerlicher Bankier aus Genf, betrieb eine entgegengesetzte Wirtschaftspolitik. Er nahm hohe Staatsanleihen auf, suchte die Unterstützung der Privilegierten, indem er die Wiedererrichtung der Provinziallandtage unterstützte und beeinflusste die Wirtschaft durch staatliche Eingriffe, indem er beispielsweise die Getreidepreise festsetzte. Da er jedoch - wie bereits Turgot - eine Steuerreform anstrebte, die jedoch mit Unterstützung der Parlamente vollzogen werden sollte, scheiterte er wie sein Vorgänger am Widerstand der Privilegierten und des Hofadels. Als er in einem Rechenschaftsbericht, der 100.000-mal gedruckt wurde, das Haushaltsdefizit Frankreichs veröffentlichte, entließ Ludwig XVI. auch ihn.
Seinem 1783 berufenen Nachfolger Charles Alexandre de Calonne, der ebenfalls eine Steuerreform anstrebte, war klar, dass diese sich nicht im Einverständnis mit den Parlamenten durchsetzen ließ. Daher berief er die Notabeln, ein 144köpfiges, vom König bestimmtes Gremium aus Männern von hoher Bildung, Rang und Vermögen. Diese jedoch verweigerten die Zusammenarbeit und forderten die Zusammenrufung der Generalstände, die der erneut zum Finanzminister berufene Jacques Necker auf Befehl des Königs am 5. Mai 1789 zusammenrief.
Die Einberufung der Generalstände ging bereits mit zahlreichen Zugeständnissen des Königs an den Dritten Stand einher. So besaß zum ersten Mal jeder männliche französische Bürger, der das 25. Lebensjahr vollendet hatte, das passive und aktive Wahlrecht, falls er sich namentlich in die Steuerliste eingetragen hatte, und die Abgeordnetenzahl des dritten Stands wurde auf 621 Delegierte in etwa verdoppelt. Die Wünsche und Beschwerden der Wähler im ganzen Land sollten dabei den Delegierten, die in der klassischen Vorstellung ein imperatives Mandat innehatten, in Form von Beschwerdeheften („cahiers de doléance“) mitgegeben werden.
Der dritte Stand hoffte dagegen, dass seine gewachsene ökonomische Rolle auch politisch gewürdigt werde und ihm politische Mitspracherechte in Form einer Verfassung garantiert würden. Außerdem gab man sich mit dem traditionellen Wahlverfahren nach Ständen nicht zufrieden. Die erhöhte Abgeordnetenzahl sollte auch bei der Abstimmung berücksichtigt werden, weshalb von führenden Abgeordneten des dritten Standes gefordert wurde, nicht nach Ständen, sondern nach dem Mehrheitsprinzip abzustimmen. Das Mehrheitsprinzip war jedoch nicht erfolgreich, dadurch traten die Abgeordneten zurück. Dadurch erledigte sich das Problem der erhöhten Abgeordnetenzahlen. Die ökonomische Rolle des dritten Standes wurde nach diesem missglückten politischen Vorgang das Mitspracherecht nicht in Form einer Verfassung garantiert.
Der Streit über den Wahlmodus zog sich über Wochen hin, bis sich am 17. Juni 1789 schließlich die Abgeordneten des dritten Stands geschlossen zur Nationalversammlung erklärten, wobei sie die Abgeordneten der anderen beiden Stände aufforderten, sich ihnen anzuschließen. Teile des Adels und des Klerus schlossen sich ihnen an, mehrheitlich blieb ihr Widerstand aber ebenso ungebrochen wie der des Königs. Dabei handelte es sich um fast alle des 1. Standes, bis auf die Bischöfe und einige wenige des 2. Standes. Wegen angeblicher Bauarbeiten wurde somit das Parlamentsgebäude geschlossen, um die Arbeit der neuen selbsternannten Nationalversammlung zu blockieren. Daher zogen die Abgeordneten der neuen Nationalversammlung in das nahe gelegene Ballhaus um, um dort den berühmt gewordenen Ballhausschwur zu leisten, in dem sie unter anderem schworen sich “... niemals zu trennen und sich überall zu versammeln, wo es die Umstände erfordern werden, solange bis die Verfassung geschaffen ist und auf festen Grundlagen beruht“. Als sie sich außerdem weigerten, einen vom König verfassten Beschluss vom 20. Juni, der die Erklärung vom 17. Juni für illegal erklärte, zu folgen, fügte sich Ludwig XVI. den neuen politischen Umständen und erklärte, die Abgeordneten sollten sich der Nationalversammlung anschließen. Da nun die politische Verantwortung wesentlich in den Händen der Nationalversammlung lag, erklärte sie sich am 9. Juli zur verfassungsgebenden Versammlung („Constituante“).
In der Bastille, einem Gefängnis vor allem für Adlige, waren auch sehr berühmte und für die bürgerliche Revolution symbolträchtige Personen inhaftiert gewesen, wie etwa Voltaire, der dort auch einige seiner Schriften verfasste. 1789 war das Gefängnis, das mit seinen 30 Meter hohen Mauern und 25 Meter breiten Gräben beeindruckend wirkte, mit 80 invaliden Wachsoldaten und 30 Schweizern besetzt. Es beherbergte jedoch nur noch sieben unbedeutende Gefangene.
Die aufgebrachte Menge drang mit Gewalt in die Bastille ein, wurde durch die Gegenwehr der darin befindlichen Wachsoldaten überrascht und zog sich bald darauf zurück. Nach einigen Verhandlungen mit Delegationen von Bürgern, in denen die Bastille-Besatzung erklärte, sie werde die Bastille übergeben, falls die Bürger tatsächlich legitime Vertreter der Pariser Stadtregierung seien, kam es dann aus bis heute nicht geklärten Gründen zu einer zweiten Schießerei, bei der es etwa 80 Tote und Verwundete unter den belagernden Bürgern gab.
Die Bürger brachten nun mit Hilfe von zwei Abteilungen der französischen Garde mehrere Kanonen herbei und bauten sie vor dem Tor der Festung auf. Daraufhin hissten de Launey und seine invaliden Wachsoldaten eine weiße Flagge zum Zeichen ihrer Kapitulation. Die Bastille wurde friedlich übergeben. Das Pariser Stadtvolk lynchte den Kommandanten und einen der Wachsoldaten auf dem Weg zum Rathaus und zog als Zeichen des Triumphes mit de Launeys Kopf durch die Straßen von Paris.
Insgesamt hatte es mit etwa hundert Toten an diesem Nachmittag mehr Tote als bei allen anderen vorausgegangenen Zusammenstößen zwischen königlichen Truppen und Bürgerlichen gegeben. Der Erfolg der Aufständischen wurde vom König anerkannt, indem er den Rat der Aufständischen im Pariser Rathaus als offizielle Vertretung der Pariser Bürger, die "Kommune", anerkannte. Außerdem setzte er Finanzminister Necker wieder ein. Am 17. Juli besuchte der König die Stadt und heftete sich im Rathaus als Symbol der Verbundenheit zum Volk die blau-weiß-rote Kokarde an seinen Hut.
In den folgenden Jahren wurde der „Sturm auf die Bastille“ von den Revolutionären zu einem wichtigen Geschichtsmythos der französischen Republik stilisiert.
Auch die große Zahl der Bauern in ganz Frankreich, die immer noch unter der großen Missernte von 1788 litten, ließen sich durch die revolutionäre Stimmung und Gerüchten von umherziehenden Räuberbanden anstecken. Die „Große Furcht“ brach aus, in der sich die Bauern bewaffneten, Klöster und Schlösser stürmten und viele Dokumente, wie beispielsweise solche, die zu leistende Frondienste und Abgaben der Bauer regelten, vernichteten. Viele Adelige flohen zuvor von ihren Besitztümern.
Die bürgerlichen Mitglieder der Nationalversammlung waren über die Nachrichten vom Land größtenteils schockiert, da sie eines der Prinzipien der frühen Revolution - das Schützen des Eigentums - bedroht sahen.
Etwa 100 Abgeordnete der Nationalversammlung, die sich im Bretonischen Klub zusammengeschlossen hatten, um ihr gemeinsames Vorgehen zu koordinieren, schlugen daher vor, die Eigentumsrechte der Feudalherren zu opfern, um die bürgerlichen Eigentumsrechte zu schützen. In der Nachtsitzung vom 4. August konnten sich die Abgeordneten des Bretonischen Klubs durchsetzen, alle feudalen Privilegien wie das explizite Jagdrecht des Adels, die Leibeigenschaft und die feudale Steuerbefreiung wurden abgeschafft. Jeder Bürger (citoyen) besaß dank dieser formell am 11. August verabschiedeten Augustdekrete gleiche Rechte und Pflichten. Um den Augustdekreten Rechtskraft zu verleihen, musste aber auch der König seine Zustimmung geben, was Ludwig XVI. vorerst verweigerte. Er tat dies erst unter dem Eindruck des Zugs der Poissarden und der Nationalgarde nach Versailles am 5. Oktober, unter deren Geleit er sich am nächsten Tag nach Paris begab. Das „Ancien régime“ war nun endgültig Vergangenheit.
Auszüge:
In Artikel 11 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte hieß es: „Die freie Mitteilung der Gedanken und Meinungen ist eines der kostbarsten Menschenrechte“.
Der Artikel sah zwar bereits eine Einschränkung der Meinungsfreiheit vor, die jedoch erst im Herbst 1791 in Kraft trat. Die meist aus wenigen tausend Exemplaren pro Auflage bestehenden Zeitungen nutzten die Meinungsfreiheit ausgiebig, teilweise auch in verleumderischer Weise gegen einzelne Abgeordneten und zum Aufruf zu Demonstrationen, um revolutionären Druck auf die Abgeordneten der Nationalversammlung auszuüben.
Trotz aller progressiven Elemente der Erklärung wurden Menschenrechte damals noch mit Männerrechten gleichgesetzt. Dass sich die Erklärung nur auf Männer bezieht, wird in der Erklärung nicht ausdrücklich erwähnt, verstand sich jedoch von selbst. Als Reaktion veröffentlichte die damalige französische Rechtsphilosophin und Schriftstellerin Olympe de Gouges 1791 die Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne („Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“), in der sie die völlige Gleichstellung der Frau mit dem Mann forderte.
In der Mitte saßen die "Constitutionnels" mit La Fayette und Abbé Sieyès, die eine konstitutionelle Monarchie befürworteten. Sie traten teilweise für ein absolutes Vetorecht des Königs ein. Außerdem forderte Abbé Sieyès ein Wahlrecht nur für das männliche Besitzbürgertum. Entscheidend für diese Position war die Überlegung, dass nur ein nicht käuflicher und unabhängiger Bürger das Wahlrecht ausüben sollte.
Ihnen schlossen sich am rechten Rand die meisten aristokratischen Abgeordneten an, die eine Restaurierung der alten feudalen Ordnung Frankreichs einschließlich der Privilegien forderten. Ihre Reihen lichteten sich rasch, da viele Adlige emigrierten.
Die bis heute genutzte Einteilung in linke Politik und rechte Politik stammt aus dieser Zeit, wurde aber erst nach der Revolution in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen.
Mit der französischen Revolution wurde der Begriff einer Neudefinition unterzogen. Ein Teil der Nation war nunmehr jeder Bürger, der sich zu den politisch-gesellschaftlichen Werten der Nation bekannte, die einen Staat bildete. Von nun an gab es also nicht mehr eine bretonische Nation, korsische Nation oder elsässische Nation, sondern nur noch eine französische Nation, die sich zunächst nicht über eine gemeinsame Sprache oder Kultur definierte, sondern über gemeinsame Grundsätze und Werte. Jeder, der sich zu den Werten der Revolution bekannte, konnte französischer Staatsbürger werden.
Im Zuge der Bildung dieser Nation kam es zunächst zu zahlreichen Vereinheitlichungen der Rechtsgepflogenheiten und zu regionalen Bündnissen zwischen benachbarten Städten und Provinzen. Die Entstehung eines so immer dichter vernetzten Geflecht aus befreundeten Städten wurde am 14. Juli 1790 mit dem Fest der Verbrüderung in Paris und vielen anderen Orten gefeiert. Später war dies Ausgangspunkt für eine erneute Umdeutung des Begriffs der Nation, in der die Nation wieder auch über Sprache und Kultur definiert wurde, was in Frankreich zu einer Unterdrückung regionaler Sprachen und Gebräuchen führte.
Neben den bis dato bestimmenden Zielen der Revolution - Freiheit, Gleichheit und Eigentum - entstand nun der vierte, später oft assoziierte Leitbegriff der Revolution: die Brüderlichkeit (la fraternité).
Bei einer Poststation in Varennes wurde er jedoch erkannt und aufgehalten, um danach - von Angehörigen der Nationalgarde eskortiert - zur Rückkehr nach Paris gezwungen zu werden. Der so moralisch geschwächte König sah sich genötigt, einen Eid auf die neue, von der Nationalversammlung ausgearbeitete Verfassung von 1791 abzulegen, die die Herrschaft des Königs auf ein suspensives Vetorecht für von der Nationalversammlung ausgearbeitete Gesetze beschränkte.
Unter anderem sammelten sich in Worms verarmte französische Adlige aus Treue zu ihrem König zu einer militärischen Streitmacht und in Koblenz versammelten sich Mitglieder des vermögenden Hofadels um einen Bruder Ludwigs XVI.. Die in der Bevölkerung kursierenden Gerüchte einer gegenrevolutionären Verschwörung der loyalistischen Adligen schienen sich durch die Flucht des Königs und dessen hinterlassenen Brief zu bestätigen.
De facto hatten jedoch die meisten Fürsten aufgrund anderer kriegerischer Verwicklungen, wie dem Krieg Russlands und Österreichs gegen das Osmanische Reich 1790 und die im Jahr darauf folgenden nationalen Erhebungen Polens, kein Interesse an einem Krieg gegen Frankreich. Dennoch trugen die Verbindungen royalistischer Kreise zum Ausland dazu bei, dass sich Invasionsängste und Verschwörungstheorien in Frankreich massiv ausbreiteten.
Die Paranoia richtete sich nun gegen die Girondisten, die gemäßigten Republikaner. Ihre Führer waren Vergniaud, Brissot und Roland. Das wohlhabende und von den Ideen der Aufklärung erfüllte Bürgertum in West- und Südfrankreich war in dieser Partei vertreten. Die Girondisten wollten die Revolution möglichst bald beendet sehen, die Jakobiner sie weiterführen, im Sinne eines Klassenkampfes vertiefen und den Kampf gegen das feudale Europa weiterführen. Die Girondisten versuchten das Leben des Königs zu retten. So gerieten sie in Gegensatz zu den Jakobinern, obwohl sie zuvor mit ihnen zusammen das Königtum gestürzt hatten. Im Konvent wurden sie 1793 in die Opposition gedrängt, da man sie ungerechtfertigterweise verdächtigte, sich gegen die Revolution verschworen zu haben. Ihre Führer und viele ihrer Mitglieder wurden 1793/94 während der Schreckensherrschaft Robespierres hingerichtet.
Der Nationalkonvent trat erstmals am 20. September 1792 zusammen, beschloss am folgenden Tag die Abschaffung der Monarchie und am 22. September die Einführung einer neuen Jahreszählung gemäß derer das laufende als "Jahr I der Republik" gelten sollte. Im folgenden Jahr beschloß der Nationalkonvent dann, diese neue Zählweise zu radikalisieren und führte ganz neue, "republikanische" Bezeichnungen bzw. Unterteilungen für Tage, Wochen und Monate ein. Dabei wurde rückwirkend der 22. September 1792 als Startpunkt des Revolutionskalenders bestätigt, derweil alle früheren Daten weiterhin nach dem Gregorianischen Kalender bezeichnet wurden. In historischen Darstellungen ist es durchaus bis heute üblich, für wichtige Ereignisse der französischen Geschichte, die zwischen dem 22. September 1792 (1. Vendémiaire I) und dem 31. Dezember 1805 (10. Nivôse XIV) stattfanden, die Daten sowohl nach dem Gregorianischen wie nach dem Revolutionskalender anzugeben.
Die dritte gewählte Nationalversammlung, der Nationalkonvent, spaltete sich in die Montagnarden (von französisch la montagne, Berg) oder zu deutsch Bergpartei und die aus dem Jakobinerklub ausgetretenen Girondisten, die als gemäßigte bürgerliche Revolutionäre in Opposition zu den Montagnarden standen. Zur Bergpartei gehörten die radikalsten Wortführer der Jakobiner wie Maximilian Robespierre und Georges Danton, die zunehmend auch mit den Sansculotten kooperierten. Die große Menge der Abgeordneten, die mal mit der einen, mal mit der anderen Gruppe stimmten, bezeichneten beide Gruppen als amorphen Sumpf (Marais) oder Ebene.
Eine kleine Minderheit um Robespierre forderte die sofortige Behandlung des Königs als Verräter, also dessen Tötung ohne Prozess. Die Mehrheit entschied sich für einen Prozess, wobei der Konvent als Gerichtsinstanz bestimmt wurde. Mitte Januar 1793 sprach der Konvent fast einstimmig den König des Hochverrats schuldig, aber nur eine sehr knappe Mehrheit von einer Stimme entschied sich in einer offenen und namentlichen Abstimmung für die Todesstrafe.
Die Girondisten beantragten zunächst eine Volksbefragung zum Urteil und dann ein Moratorium für die Vollstreckung der Strafe. Beides wurde mit der Stimmenmehrheit der Montagnarden unter Führung der Jakobiner abgelehnt. Am 21. Januar 1793 (2. Pluviôse I) wurde Ludwig XVI. vor den Augen des Volkes auf der Place de la Revolution, der heutigen Place de la Concorde, hingerichtet.
Stattdessen führten die Aufstände der Girondisten in der Provinz und die Ermordung Marats am 13. Juli 1793 (25. Messidor I) zu heftiger Erregung in Paris und zu Vergeltungsmaßnahmen gegen vermeintliche und tatsächliche Konterrevolutionäre in ganz Frankreich. Geleitet wurde der sogenannte "Krieg der Freiheit gegen ihre Feinde" (St.Just) vom Wohlfahrtsausschuß, dessen Mitglieder jeden Monat neu vom Konvent gewählt wurden. An der Spitze des Wohlfahrtsausschuß stand vom 27. Juli 1793 bis zum 27. Juli 1794 Robespierre. Die angeblichen Maßnahmen zur Rettung der Revolution richteten sich jetzt nicht mehr nur gegen Aristokraten und gemäßigte Politiker, sondern auch gegen das Großbürgertum und alle diejenigen, die die Fortführung der Revolution ablehnten. Auch Danton und Desmoulins wurden am 5. April 1794 (16. Germinal II) als "Verräter" und "Feinde des Vaterlands" guillotiniert. Diese Bemühungen, alle Feinde der Revolution im Inneren aufzuspüren und zu bekämpfen wurden mehr und mehr auch von Anhängern der Republik als Terrorherrschaft empfunden.
Am 27. Juli 1794 (9. Thermidor II) wurden Robespierre und seine Anhänger im Konvent angeklagt und festgenommen. Einen Tag später, am 28. Juli 1794 (10. Thermidor II) wurden sie, nach einem fehlgeschlagenen Befreiungsversuch, hingerichtet.
Mit dieser Armee besiegte er 1796 in einem regelrechten Blitzfeldzug von knapp sechs Monaten die österreichischen Truppen in Italien und zwang den Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation Franz II. zum Frieden. Italien erhielt durch Napoléon ein neues Gesicht: aus den vielen monarchischen Kleinstaaten wurden neue größere Republiken, wie die Ligurische oder die Cisalpine Republik, gebildet. Der Kirchenstaat wurde für aufgehoben erklärt und der Papst ging als Gefangener nach Frankreich.
Um die Vormachtstellung der englischen Flotte im Mittelmeerraum zu beschneiden, plant Napoléon einen Ägyptenfeldzug, zu dem er im Mai 1798 aufbricht. Innerhalb von nur drei Wochen erobert er zunächst Alexandria und dann Kairo, doch nur eine Woche später schlägt Admiral Nelson die französische Flotte bei Abukir vernichtend. Napoléon bricht 1799 noch zu einem Syrienfeldzug auf, bei dem er zwar Gaza und Jaffa erobert, aber dann aufgrund großer Verluste umkehren muss. Dies tut seiner Popularität in Frankreich jedoch keinen Abbruch. Als er 1799 nach Frankreich zurückkehrt, wird er als Nationalheld verehrt.
Nun nutzte Napoléon die Gunst der Stunde, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1799 (18./19. Brumaire VIII) stürzt er im Rahmen eines Staatsstreiches das Direktorium und ernennt sich selbst zum ersten Konsul und Emmanuel Joseph Sieyès und Roger Ducos zu seinen Mitkonsulen. Er lässt sich sein Amt sogar im Rahmen einer, im Nachhinein durchgeführten, Volksabstimmung bestätigen. Dem Namen nach blieb Frankreich zwar Republik, doch Napoléon herrschte bereits wie ein absoluter Monarch.
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