Die französische Sprache ist in den USA durch Einwanderung und Kolonialisierung durch Franzosen und französischsprachige Bewohner regional verbreitet. Die Anzahl der Sprecher schwankt in den Schätzungen zwischen 550.000 und 600.000 . Über 13 Millionen Amerikaner haben französische Vorfahren, aber nur 1,5 Millionen sind der Sprache mächtig.
Französisch ist die zweitmeist gesprochene Sprache in vier Bundesstaaten: Louisiana, Maine, New Hampshire and Vermont. Die Mehrzahl der Sprecher befindet sich daher auch in diesen Regionen. In Louisiana wird u.a. die Variante Cajun gesprochen, während in den Staaten von New England vor allem kanadisches Französisch gesprochen wird. Weiterhin gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl von Rentnern aus der kanadischen Provinz Quebec, die ihren Altersruhesitz in Florida haben. Die Stadt Miami hat zudem viele aus Haiti stammende Einwohner, die ebenfalls Französisch sprechen.
In anderen Gegenden der USA gibt es nur eine geringe Verbreitung des Französischen.
Auch wenn Amerikanisches Englisch heute die klar dominierende Sprache in den USA ist, so hatte Französisch zumindest in der Vergangenheit erheblichen Einfluss. Drei Staaten haben auf das Französische zurückgehende Namen:
Viele Ortsnamen zeugen zudem davon, dass es französische Siedler waren, die bei der Gründung mitgewirkt haben. Bekannte Beispiele sind:
Als traditionell wichtigste erste Fremdsprache für englische Muttersprachler war Französisch auch in den USA bis in die 1980er-Jahre hinein die Fremdsprache, die am häufigsten von Schülern erlernt wurde. Obwohl die Sprache nach wie vor eine wichtige Rolle spielt und an praktisch allen Schulen angeboten wird, ist heute Spanisch die wichtigere Sprache, wohl auch wegen der großen Anzahl der Einwanderer aus Lateinamerika.
Manche Gebiete der USA sind besonders bei französischsprachigen Touristen aus Quebec beliebt und werden in den typischen Ferienzeiten im Winter und Sommer stark von diesen besucht. Am bekanntesten sind vor allem Florida und Old Orchard Beach in Maine.
Zwischen 1840 und 1930 wanderten insgesamt 500.000 frankophone Kanadier in die Neuengland-Staaten aus. Zwei Gründe waren dafür maßgeblich:
Das Französische konnte sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts relativ gut behaupten. Mit der abnehmenden Bedeutung der Industrie, dem Beginn des Dienstleistungszeitalters und der Auflösung ursprünglicher Wohn- und Sozialformen ging eine zunehmende Anglisierung einher.
Von 1970 bis 1990 ging die Zahl der Muttersprachler von 906.000 auf 339.000 zurück.
Dennoch gibt es nach wie vor viele Orte in Maine, in denen die Hälfte oder gar eine große Mehrheit der Bewohner Französisch spricht:
Im Zuge der Sklavenaufstände in Haiti, flüchteten zwischen 1791 und 1810 etwa 10.000 Weiße und Schwarze nach Louisiana. Von 1800 bis 1803 fällt Louisiana noch einmal in französischen Besitz, dann wurde die Kolonie von Napoleon an die USA verkauft.
Die als frankophon geltende Bevölkerung Louisianas setzt sich aus drei Gruppen zusammen:
Creoles (blancs): hierbei handelt es sich um Nachkommen der ersten aus Frankreich stammenden Kolonisten. Ihre Anzahl wird auf 3.000 bis 4.000 Sprecher geschätzt.
Cajuns: das sind die Nachkommen der aus Akadien vertriebenen französischen Kolonisten und die in ihrer Gruppe aufgegangenen Zuwanderer anderer Herkunft (z. B. Italiener, Deutsche, Iren). Nach der Volkszählung des Jahres 2000 sprechen 194.000 Bewohner Louisianas das sogenannte Cajun French.
Creoles (noirs): sie sind Nachfahren der Sklaven (Schwarze oder Mischlinge), die zwischen 1791 und 1810 aus der französischsprachigen Karibik kamen. Ihre Zahl wird auf 40.000 geschätzt.
In Louisiana haben die Creoles und die Cajuns eine stark karibisch geprägte, eigene Kultur:
Das Französische wurde lange Zeit durch die englischsprachige Umgebung beeinflusst oder sogar verdrängt. Seit den 1970er Jahren erkannte man die Wichtigkeit der französischen Sprache und Kultur und unterstützt diese seitdem z.B. durch die staatliche Agentur CODOFIL (Council for the Development of French in Louisiana). In Louisiana ist Französisch offiziell zweite Amtssprache.
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