Reichsritter Franz von Sickingen (* 2. März 1481 auf Burg Ebernburg bei Bad Kreuznach; † 7. Mai 1523 auf Burg Nanstein bei Landstuhl) war Anführer der rheinischen und schwäbischen Ritterschaft. Als Unterstützer von Anhängern der Reformation stritt er für die Säkularisation der kirchlichen Güter und führte 1522/23 den Pfälzischen Ritteraufstand an. Nach Übergabe seiner Burg Nanstein starb er dort an einer schweren Verwundung, die er bei der Belagerung erlitten hatte.
Trotz des geltenden Landfriedens von 1495 führte Sickingen ab 1515 zahlreiche Fehden auf der Grundlage des altdeutschen Fehderechts, das ein Faustrecht darstellte. Das im Reich dominierende Römische Recht lehnte er ab, weil es die Bauern und den niederen Adel, zu dem auch die Ritter zählten, benachteiligte. Meist fanden seine Unternehmungen die Tolerierung des Pfalzgrafen. Als er aber 1515 wegen eines Streits mit der Reichsstadt Worms (bei dem ihn Götz von Berlichingen unterstützte) von Kaiser Maximilian I. geächtet wurde, musste er für einige Jahre in die Dienste des französischen Königs treten, um politisch zu überleben.
Im selben Jahr lernte Sickingen Ulrich von Hutten kennen, der ihm die Idee einer Reformation der Kirche an "Haupt und Gliedern" vermittelte, einer radikalen Beschneidung der weltlichen Rolle der Kirche und Reduktion auf die reine Predigt des Evangeliums.
Im Gegensatz zu Sickingen konnte jedoch sein Gegenspieler Richard von Greiffenklau zu Vollrads, Kurfürst und Erzbischof von Trier, auf eine breite Unterstützung durch Landesfürsten bauen. Sogar einige Ritter und Unterstützer der Kirchenreformation standen hinter Greiffenklau, z. B. der hessische Landgraf Philipp der Großmütige, der noch eine alte Rechnung mit Sickingen offen hatte. Die kaiserliche Unterstützung, auf die Sickingen gehofft hatte, blieb indessen aus, die Aufständischen wurden sogar mit der Reichsacht belegt.
Die Belagerung Triers scheiterte bereits im September 1522. Nach dem Winter holte die Fürstenkoalition, zu der neben Hessen auch Kurtrier und die Kurpfalz gehörten, zum Gegenschlag aus, und Sickingen musste sich Ende April 1523 unter dem Druck einer starken Streitmacht auf seine pfälzische Burg Nanstein bei Landstuhl zurückziehen. Dem massiven Beschuss der Belagerer hielt die Burg gerade mal zwei Tage stand, dann musste Sickingen kapitulieren. Am 7. Mai starb er an den Folgen einer Verwundung, die er am 1. Mai beim Einsturz eines zerschossenen Turms erlitten hatte - ungebeugt und getreu seinem Wahlspruch "Allein Gott die Ehr - lieb den gemeinen Nutz - beschirm die Gerechtigkeit!"
Bereits 1510 hatte Sickingen auch einen Ganerbenanteil an der Burg Drachenfels im Wasgau erlangt. Deswegen wurde diese Burg am 10. Mai 1523 von den Siegern zerstört, obwohl der Burgvogt, der mit acht Knechten allein anwesend war, sie angesichts der gewaltigen Übermacht kampflos übergeben hatte.
Mann | Ritter Militärperson (HRR) | Westpfalz | Geboren 1481 | Gestorben 1523
Franz von Sickingen | Franz von Sickingen | Зиккинген, Франц фон | Franz von Sickingen
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