Franz Wilhelm, Reichsgraf von Wartenberg (* 1. März 1593 in München; † 1. Dezember 1661) zählt zu den bedeutendsten Bischöfen von Osnabrück. Ferner war er Fürstbischof von Minden, Verden sowie Regensburg.
1614 wurde zunächst Präsident des Geistlichen, ab 1619 des bayerischen Geheimen Rates in München, 1621 wechselte er in den Dienst des Kölner Kurfürsten, seines Vetters Ferdinand von Bayern, als Präsident des Geheimen Rates, später als Obersthofmeister.
Schon 1604 erhielt er die Propstei Altötting, 1617 wurde er Domherr in Regensburg und 1618 in Freising weitere kirchliche Pfründen folgten. 1625-1661 war er Bischof von Osnabrück. Die Annahme und päpstliche Bestätigung der Wahl verzögerte sich bis 1628 weil während ihrer Besatzungsherrschaft in Osnabrück die Dänen versuchten Einfluss auf die Wahl zu nehmen. Franz Wilhelm setzte mit eiserner Hand das Reformwerk seines Vorgängers Eitel Friedrich von Hohenzollern im Hochstift Osnabrück fort. Er entließ den protestantischen Stadtrat, baute das Gymnasium Carolinum zur Jesuitenuniversität aus, und lud regelmäßig den Diözesanklerus zu Synoden ein, um die Reformbeschlüsse des Trienter Konzils zu verkünden und umzusetzen. Im Niedersächsischen Kreis wurde Franz Wilhelm kaiserlicher Kommissar, der nun das Restitutionsedikt umsetzte.
An der päpstlichen Kurie fand Franz Wilhelms Leistungen große Beachtung. Papst Urban VIII. verlieh ihm 1630 zusätzlich die nahezu säkularisierten Bistümer Verden und Minden und bestellte ihn zum päpstlichen Administrator im Bistum Hildesheim. Mit dem Vordringen der Schweden in Norddeutschland (1633 besetzten sie das Bistum Osnabrück), waren die Reformbemühungen zunächst einmal gestoppt worden. Wartenberg zog sich nach Köln zurück, wurde dort 1634 zum Diakon und 1636 zum Priester und Bischof geweiht. 1645 wurde er zum Apostolischen Vikar für Bremen ernannt und 1649 zum Bischof von Regensburg.
Während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden von Osnabrück und Münster 1643-1648 vertrat Franz Wilhelm als Unterhändler zeitweise die Interessen von katholischen 17 Stifte und Abteien.
Die Bestimmungen für Osnabrück, dass sich nach seinem Tode ein katholischer und protestantischer Bischof abwechseln sollten, konnte Franz Wilhelm nicht verhindern. Für 800.000 Taler erkaufte er sich den Abzug der Schweden aus Osnabrück. Die Konfessionsverhältnisse in Osnabrück wurden auf den Stand von 1624 (sog. Normaljahr) zurückgeführt.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte der in seinem Reformeifer nicht nachlassende Bischof Franz Wilhelm abwechselnd in Regensburg und Osnabrück. Papst Alexander VII., der als Fabio Chigi während seiner Zeit als Nuntius in Köln und päpstlicher Friedensunterhändler in Münster Wegbegleiter von Franz Wilhelm war, ernannte ihn wenige Monate vor seinem Tod auf kaiserlichen Vorschlag am 5. April 1660 zum Kardinal.
Mann | Deutscher | Kardinal (17. Jh.) | Römisch-katholischer Bischof (17. Jh.) | Geboren 1593 | Gestorben 1661
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