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Franz Pfeffer von Salomon (* 19. Februar 1888 in Düsseldorf; † 12. April 1968 in München) war Weltkriegshauptmann und Gutsbesitzer, Führer des "Freikorps Westfalen", hoher SA- und NSDAP-Funktionär und Reichstagsabgeordneter.

Pfeffer von Salomon beteiligte sich nach dem Ersten Weltkrieg mit seinem "Freikorps Westfalen" am Kapp-Putsch und bekämpfte die Aufstände im Ruhrgebiet gegen die dortige Rote Ruhrarmee, in Oberschlesien und im Baltikum.

Zwischen 1923 und 1925 organisierte er sich im politisch-militärischen Konflikt mit der französisch-belgischen Armee im Ruhrgebiet und wurde von französischer Seite zum Tode verurteilt. 1924 gründete er er gemeinsam mit Josef Goebbels und Karl Kaufmann den Gau Westfalen. Hitler ernannte Franz Pfeffer von Salomon am 1. November 1926 zum Obersten Führer der SA (OSAF). Heinrich Himmler wurde in München Pfeffers Sekretär.

Im August 1930 wurde sein Amt von Ernst Röhm übernommen. Von 1932 bis November 1941 war Pfeffer Reichstagsabgeordneter der NSDAP und gehörte dem "Verbindungsstabs des Führers" in der Reichskanzlei an. Aufgrund parteiinterner Querelen mit Josef Wagner und seiner Bekanntschaft mit Rudolf Hess, der sich nach England abgesetzt hatte, fiel er in Ungnade.

Franz Pfeffer von Salomon ist verwandt mit Friedrich "Fritz" Pfeffer von Salomon (* 19. Mai 1892, Charlottenburg), Polizeipräsidenten in Kassel und Leiter der dortigen Gestapo.

Ideologische Ausrichtung


Nach Roger Griffin vertrat Pfeffer eine für den Nazismus typische völkische "totalitäre Ethik" mit der der liberale Humanismus überwunden werden sollte. In einem Weihnachten-Memorandum von 1925 an die höherer Führerschaft der NSDAP formulierte er einen laut Griffin "rücksichtslos antiegalitären Standpunkt bei der Frage, wie man bessere Deutsche hervorbringen könne":

"In dieser Grundauffassung letzten Endes zu wurzeln, bezichtige ich das Strasserische Programm (und fürchte ich nur allzu viele Gedanken bezichtigen zu müssen, die in unserem Lager 'Sozialistisch' benannt werden). Es ist die jüdisch-liberal-demokratisch-marxistisch-humanitäre Grundauffassung. solange unser Programm auch nur mit einer kleinen Wurzelfaser daraus saugt, ist es der Vergiftung, der Verkümmerung und dem elenden Untergang verfallen."

Im diesem Memorandum verkündete er auch, wer nicht Teil der neuen Volksgemeinschaft zu sein habe:

"Kein Erbarmen mit den letzten Stufen innerhalb dieser minderwertigen Gruppe. - Krüppel, Epileptikern, Blinden,Irren, Taubstummen, Trinkerheilanstalten- (sic), Fürsorgezöglingen, Waisen, Verbrechern, Dirnen, Sexualgestörten u. s. w. Jede Leistung für sie muß nicht nur den Leistungen an richtiger Stelle abgezogen werden, sondern wirkt unmittelbar der geplanten Zuchtwahl entgegen. aber auch Dummen, Schwachen, Haltlosen,Energielosen, Erblich-Belasteten, Krankhaft-Veranlagten dürfen wir nicht nachweinen, weil sie 'schuldlos' untersinken. (...) Die letzte Stufe heißt Untergang und Tod. Gewogen und zu leicht gefunden.Fruchtlose Bäume sollt ihr aushacken und ins Feuer werfen." (Zitiert nach Griffin: In: Kaufmann u.a., Völkische Bande.)

Literatur


  • Hermann Weiß (Hg.): Biografisches Lexikon zum Dritten Reich. Frankfurt/Main 1998, S. 348-349,
  • Kershaw, Ian: Hitler 1889-1936. Stuttgart 1998, S. 355-356, 431-432.
  • Griffin: In: Kaufmann u.a., Völkische Bande, 2005

Weblinks


  • http://www.historisches-centrum.de/einblicke/03/200303.shtml Ralf Blank - Konstruierte Geschichte und museale Erinnerungskultur. Einblicke - Zeitschrift für Regionalgeschichte, 3. Jahrgang, 2003, Ausgabe 3 (Juli)

Mann | NSDAP-Mitglied | Freikorps-Mitglied | Deutscher | Geboren 1888 | Gestorben 1968

Franz Pfeffer von Salomon | Franz Felix Pfeffer von Salomon

 

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