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Franz I. Stephan von Lothringen (* 8. Dezember 1708 in Nancy; † 18. August 1765 in Innsbruck), Herzog von Lothringen (1729-1737), Großherzog von Toscana (1737-1765) und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation von 1745 bis 1765 und von 1740 bis 1765 Mitregent in den Habsburger Landen (Erzherzogtum).

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Leben


Kindheit und Jugend

Franz Stephan war der zweite Sohn des Herzogs von Lothringen, Leopold Joseph und dessen Frau Elisabeth Charlotte. Seine Großmutter Eleonore war die Tochter von Kaiser Ferdinand III.. Er hatte also habsburgische Vorfahren.

Im Alter von fünfzehn Jahren kam er 1724 an den Hof von Karl VI., der ihn wie einen Sohn aufziehen ließ und ihn nach dem Tod Klemens', des Bruders von Franz I., als seinen künftigen Schwiegersohn und Gatten seiner Tochter Maria Theresia vorsah.

Herzog von Lothringen

1729 wurde er Nachfolger seines Vaters als Herzog von Lothringen. Allerdings wollte sein Schwiegervater nach dem polnischen Thronfolgekrieg seinem Kandidaten Stanislaus I. Leszczynski einen Ausgleich für den Verlust der Krone verschaffen und überredete Franz Stephan daher, auf Lothringen zu verzichten. Andernfalls wäre ihm die Hochzeit mit Maria Theresia verweigert worden (Zitat seines Beraters Johann Christof Bartenstein: Keine Abtretung, keine Erzherzogin). Als Ausgleich erhielt er das Großherzogtum Toskana.

Im Auftrag seines späteres Schwiegervaters Karl VI. unternahm er 1731 eine Reise nach Holland, England und Preußen. In Den Haag wurde er Anfang Juni 1731 von John Theophilus Desaguliers in die Freimaurerei aufgenommen, der eigens von der Großloge von London und Westminster abgesandt wurde. Franz Stephan reiste nach England und erhielt in der Maid's Head Lodge im Landhaus des Staatsmannes Robert Walpole in Norfolk den Meistergrad. England verließ er wieder am 9. Dezember.

Hochzeit mit Maria Theresia

Am 12. Februar 1736 fand die Hochzeit Franz Stephans mit Maria Theresia statt. Im Unterschied zu den üblichen dynastischen Gepflogenheiten der Zeit war es eine echte Liebesheirat. Das Paar blieb drei Monate in der Toskana und kehrte dann nach Wien zurück.

Der Kaiser räumte Franz Stephan zwar einen Sitz in der Geheimen Konferenz ein, er konnte sich dort aber nicht durchsetzen. Auch als Soldat war er nicht erfolgreich. 1738 zog er in den Türkenkrieg, kehrte aber schon bald wegen eines Nervenzusammenbruchs zurück.

Österreichischer Erbfolgekrieg

1740 starb Karl VI. Da er keinen männlichen Nachfolger hatte, erbte gemäß der 1713 erlassenen pragmatischen Sanktion seine Tochter Maria Theresia die habsburgischen Lande. Das bot den Anlass für den österreichischen Erbfolgekrieg, der mit dem Einmarsch Friedrichs des Großen in Schlesien begann. Als Nachfolger Karls VI. wurde 1742 der bayrische Kurfürst Karl Albrecht, der Maria Theresias Ansprüche bestritt, zum Kaiser Karl VII. gekrönt.

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Mitregent und Kaiser

Nach dem Tode Karls VII. 1745 erklärte dessen Sohn Maximilian Joseph sein Einverständnis mit der Wahl Franz Stephans zum Kaiser. Diese fand am 13. September 1745 in Frankfurt am Main statt. Franz Stephan erhielt die Stimmen von sieben der neun Kurfürsten und wurde daraufhin am 4. Oktober in der Bartholomäuskirche gekrönt.

Franz Stephan, seit 1740 auch Mitregent in den habsburgischen Erblanden, überließ allerdings die Politik lieber seiner Frau, so dass seine Funktion eher der eines Sekretärs entsprach.

Persönliche Interessen

Daher fand er genügend Zeit, sich seinen eigentlichen Neigungen zu widmen, nämlich den Naturwissenschaften und seiner Münz- und Mineraliensammlung. Mit seinem Lothringischen Kreis war er ein wichtiger Anreger für die Naturwissenschaften in Österreich. So konnte er auch Gerard van Swieten, den Begründer der Ersten Wiener Schule der Medizin nach Wien holen. Auch die Anlage des Tiergartens Schönbrunn geht auf ihn zurück.

Durch geschickte Finanztransaktionen gelang es ihm, ein riesiges Vermögen anzuhäufen, mit dem sein Sohn und Nachfolger Joseph II. das Staatsbudget sanieren konnte.

Tod und Nachfolge

Franz Stephan starb 1765 nach der Hochzeit seines Sohnes Leopold II. in Innsbruck plötzlich an einem Schlaganfall. Sein ältester Sohn Joseph trat die Nachfolge als Kaiser an.

Kinder


Franz Stephan und Maria Theresia hatten insgesamt 16 Kinder, 11 Mädchen und 5 Knaben.

Weblinks


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