Franz Bopp (* 14. September 1791 in Mainz; † 23. Oktober 1867 in Berlin), deutscher Sprachwissenschaftler und Sanskritforscher, gilt als Begründer der historisch-vergleichenden sowie der indogermanischen Sprachwissenschaft.
In der Schrift Über das Konjugationssystem der Sanskritsprache... anhand der Verbalstrukturen dieser Sprachen den methodischen Beweis für ihre Verwandtschaft, die der englische Orientalist William Jones entdeckt hatte. Später erweiterte er den Kreis der indogermanischen Sprachen um das Slawische, Litauische, Albanische und Armenische.
Vom König Maximilian I. von Bayern erhielt er die Mittel, nach London zu gehen. Hier trat er zu dem damaligen preußischen Gesandten Wilhelm von Humboldt, der sein Schüler im Sanskrit wurde, in nahe Berührung, erweiterte sein Konjugationssystem zu einer auch die Deklination umfassenden englischen Darstellung und gab den Text mit lateinischer Übersetzung von Nalas, einer Episode aus dem Mahâbhârata (London 1819), heraus.
Nach Bayern zurückgekehrt, erhielt er auf Humboldts Veranlassung 1821 eine außerordentliche Professur an der Universität zu Berlin, wurde 1822 Mitglied der dortigen Akademie der Wissenschaften und 1825 ordentlicher Professor der orientalischen Literatur und allgemeinen Sprachkunde in Berlin.
Seine umfassende, einen Sprachkreis nach dem anderen in zahlreichen Einzelschriften erobernde Tätigkeit fand seit 1833 ihren Ausdruck in dem Werk Vergleichende Grammatik des Sanskrit, Zend, Griechischen, Lateinischen, Litauischen, Gotischen und Deutschen (Berlin 1833–52, 6 Bde.; 3. Aufl. 1868–71, 3 Bde.; auch ins Englische wie 1866 von Bréal ins Französische übertragen).
Daneben verfasste er ein Ausführliches Lehrgebäude der Sanskritsprache (Berlin 1828), woran sich die lateinische Grammatica critica linguae sanscritae (Berlin 1829–32) und die auch durch ihre praktische Anordnung ausgezeichnete Kritische Grammatik der Sanskritsprache in kürzerer Fassung (Berlin 1834, 4. Aufl. 1868) anschlossen.
In seinem Glossarium sanscritum (Berlin 1830, 3. Aufl. 1866) lieferte er ausreichendes Material für die erste Lektüre des Sanskrits und ein seine vergleichende Grammatik geschickt ergänzendes sprachvergleichendes Glossar. Dem Mahâbhârata entnahm er außer dem Nalas die mit Sorgfalt edierten Episoden: Indralokâgama, Ardschunas Reise zu Indras Himmel (Berlin 1824); Die Sündflut nebst drei andern der wichtigsten Episoden des Mahâbhârata (Berlin 1829).
Zu seinen weiteren Schriften gehören unter anderem:
Der 16. Mai 1866 wurde als der 50. Jahrestag des Erscheinens seines Konjugationssystems festlich begangen und die Feier der Begründung der vergleichenden Sprachwissenschaft durch eine besondere, der Förderung ihrer Zwecke geltende Stiftung, die Bopp-Stiftung bezeichnet, deren Mittel sich aus Beiträgen der deutschen Fürsten und der Philologen etc. der ganzen Welt bildeten.
Bopp starb in Berlin am 23. Oktober 1867.
Mann | Deutscher | Orientalist | Pour le Mérite (Friedensklasse) | Geboren 1791 | Gestorben 1867
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