Franz Blei (* 18. Januar 1871 in Wien; † 10. Juli 1942 in Westbury, USA) war ein österreichischer Schriftsteller, Übersetzer und Literaturkritiker.
Leben
Nach einem Studium der Philosophie war Franz Blei ab 1900 Redakteur der Zeitschrift Die Insel.
Sein bekanntestes Werk als Schriftsteller und Kritiker ist "Das große Bestiarium der deutschen Literatur", erschienen 1923 bei Rowohlt. Dort beschrieb Blei spöttisch alle wichtigen Autoren in alphabetischer Ordnung als exotische Tiere. In späteren Auflagen wurde dieses Werk jeweils erweitert.
Als Herausgeber publizierte er u.a. Robert Walser, Franz Kafka sowie Robert Musil und übersetzte Charles Baudelaire, Paul Claudel Choderlos de Laclos, Marcel Schwob, André Gide, Nathaniel Hawthorne und Oscar Wilde.
Zu seinen Pseudonymen als Autor zählen Medardus und Doktor Peregrinus Steinhövel
Werke (Auswahl)
- Die Puderquaste. Ein Damen-Brevier. Aus den Papieren des Prinzen Hippolyt. Verlag Hans von Weber, München 1908.
- Der Knabe Ganymed. Moralische Erzählungen, 1923
- Das große Bestiarium der Literatur, 1923
- Frauen und Abenteurer, 1927
- Himmlische und irdische Liebe in Frauenschicksalen, 1928
- Ungewöhnliche Menschen und Schicksale, 1929
- Erzählung eines Lebens, 1930 (Autobiographie; Neuauflage Paul Zsolnay, Wien 2004, ISBN 3-552-05310-7)
- Männer und Masken, 1930
- Die göttliche Garbo - mit einem Nachwort von Greta Garbo, 1930
- Talleyrand oder der Zynismus, 1932
- Zeitgenössische Bildnisse, 1940
- Franz Blei: Briefe an Carl Schmitt 1917-1933. In Zusammenarbeit mit Wilhelm Kühlmann hrsg. u. erläutert v. Angela Reinthal. Manutius Verlag, Heidelberg 1995, ISBN 3-925678-53-0.
- Franz Blei - André Gide. Briefwechsel (1904-1933), 1997
Übersetzungen (Auswahl)
- William Beckford, Vathek. Zus. mit Robert Picht. Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1964.
- Jacques Cazotte, Biondetta. E. Hoffman, 1961.
- Paul Claudel, Die Musen. Leipzig: Kurt Wolff, 1917.
- Paul Claudel, Der Tausch. München: Hyperion, 1910.
- André Gide, Der schlechtgefesselte Prometheus. Zus. mit Pierre Bonnard. Frankfurt am Main: Dielmann, 2003.
- Nathaniel Hawthorne, Der scharlachrote Buchstabe. München: DTV, 2004.
- Nathaniel Hawthorne, Der Garten des Bösen. Berlin: Maschler, o.J.
- Nathaniel Hawthorne, Ein tragischer Sommer. Potsdam: Müller, 1922
- Nathaniel Hawthorne, Ein Mann namens Wakefield und andere Erzählungen. Zus. mit Hans Hennecke. Potsdam: Müller & Kiepenheuer, 1949.
- Jules Laforgue, Pierrot, der Spassvogel. Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1965.
- Walt Whitman, Hymnen für die Erde. Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1958.
- Oscar Wilde, Die Erzählungen und Märchen. Zus. mit Felix Paul Greve. Frankfurt am Main: Insel-Verl., 1986.
- Oscar Wilde, Das Gespenst von Canterville. Leipzig: Reclam, 1984.
- Oscar Wilde, Bunbury. Leipzig: Reclam, 1965.
- Oscar Wilde, Der glückliche Prinz und andere Erzählungen. Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1964.
- Oscar Wilde, Lehren und Sprüche. Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1963.
Literatur
- Gregor Eisenhauer: Franz Blei: Der Literat. Ein biographischer Essay. Mit Texten von Franz Blei über Robert Walser, Eugen Arram, Frank Wedekind, Karl Kraus und Buck Whaley auf CD. Elfenbein Verlag, Berlin 2004.
- Dietrich Harth (Hrsg.): Franz Blei. Mittler der Literaturen. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1997, ISBN 3-434-52002-3.
- Helga Mitterbauer: Rastloser Ruhestand. Zur Emigration von Franz Blei; in: "Mit der Ziehharmonika. Zeitschrift für Literatur des Exils und des Widerstands", 14 Jg., Nr. 3, Wien, November 1997.
- Helga Mitterbauer: Ein Mann mit vielen Eigenschaften. Studie zur Rolle Franz Bleis als Kulturvermittler, 2000.
Weblinks
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Mann | Österreicher
Geboren 1871 | Gestorben 1942