Mk Frankfurt Rundschauhaus 2.jpgDie Frankfurter Rundschau ist eine linksliberale deutsche Tageszeitung. Die FR gehört gemeinsam mit der ebenfalls in Frankfurt erscheinenden konservativ-liberalen FAZ und der in München erscheinenden Süddeutschen Zeitung zu den wichtigen meinungsbildenden Tageszeitungen in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Redaktion der FR hatte ihren Sitz mehr als 51 Jahre lang im Rundschau-Haus am Eschenheimer Tor, mitten in der Frankfurter Innenstadt. Am 16. Juli 2005 zog die Redaktion und ein Teil des Verlages in das Bürogebäude Colosseo in den linksmainischen Stadtteil Sachsenhausen um. Andere Abteilungen wurden an den Druckstandort nach Neu Isenburg verlegt. Das Rundschau-Haus wurde 2006 abgerissen. Auf dem Grundstück entsteht ein Einkaufszentrum. Die Ausgabe der FR vom 18. Juli 2005 entstand erstmals in Sachsenhausen. Einen langfristigen Standort soll die Redaktion ab 2008 in der westlichen Halle des bis dahin umgebauten Sachsenhäuser Depots bekommen.
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste die Frankfurter Rundschau 2003 vom Land Hessen durch eine Landesbürgschaft unterstützt werden. Es wurde ein Investor gesucht. Anfang Mai 2004 übernahm die SPD-eigene Medienholding DDVG 90% der Anteile am Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main (DUV) als Herausgeberin der FR. Begleitet wurde dies durch eine heftige öffentliche Diskussion, da die Zeitung nun zu den wichtigsten SPD-Medienbeteiligungen gehört. Die Sozialdemokraten betonten, man wolle eine der wenigen linksliberalen Tageszeitungen Deutschlands erhalten. Nach Versicherungen von SPD-Politikern, es werde kein Einfluss ausgeübt werden, gibt es kaum Anzeichen dafür, dass Einflussnahme stattfindet.
Spätestens bis 2006 wollen die Sozialdemokraten ihre Beteiligung wieder auf deutlich unter 50% reduziert haben. Um das Haus vor der drohenden Insolvenz zu retten, fährt die Hamburger Holding mit Hilfe der hanseatischen Unternehmensberatergruppe Schickler & Partner einen drastischen Sparkurs.
Durch Entlassungen und Outsourcing ist die Zahl der Beschäftigten binnen drei Jahren von rund 1700 auf 750 Stellen gesunken.
Zum DUV gehört auch eine moderne Großdruckerei im benachbarten Neu-Isenburg. Ein Problem besteht allerdings darin, dass der Druckbetrieb zu 75% von Fremdaufträgen der Axel Springer AG lebt.
Am 16. Mai 2006 gab die Gesellschafterversammlung des Druck- und Verlagshauses Frankfurt bekannt, dass sie sich mit sofortiger Wirkung von dem bisherigen Chefredakteur der Zeitung, Wolfgang Storz trennen werde. Als Nachfolger wurde zum 1. Juli 2006 der bisherige Chefredakteur der Berliner Zeitung, Uwe Vorkötter berufen.
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