Die Frankfurter Messe zählt zu den bedeutendsten Messen der Welt und ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für Frankfurt am Main und das Rhein-Main-Gebiet.
Frankfurt am Main ist heute einer der größten (3. Platz) Messeplätze in der Welt: 578.000 m² Grundfläche, mit 321.754 m² Ausstellungsfläche in den zehn Hallen und "Galleria", sowie 83.000 m² im Freigelände für meist international bedeutende Messeveranstaltungen. Jährlich über 100 Messen und Ausstellungen weltweit kennzeichnen die Messe Frankfurt GmbH als ein führendes Unternehmen der Messeindustrie.
Das Messegelände im Westen der Mainmetropole liegt in den Stadtteilen Bockenheim und Westend-Süd und hat direkten Autobahnanschluss (A 648), zahlreiche Parkplätzen am Rebstockgelände, eine Straßenbahnhaltestelle mit zwei Linien (16, 17), seit 1999 den S-Bahnhof Messe und dann auch eine U-Bahn-Station Messe-Festhalle.
Bei Großmessen fahren auch Sonderzüge der Straßenbahn und der U-Bahn.
Das Messegelände und die Veranstaltungen stehen unter der Verantwortung der Messe Frankfurt GmbH, die zu 60 % im Besitz der Stadt Frankfurt und zu 40 % im Besitz des Landes Hessen sind.
So heißt seit 2006 die erste konzertierte Aktion einer Messe gegen Produktpiraterie. Sie macht geschätzte acht Prozent des Welthandels aus und führt bei Markenherstellern zu riesigen Verlusten. Die Aktion "...against copying" ergänzt die üblichen Informationsbroschüren der Messe mit Registrierungsmöglichkeiten, Anwaltkontaktdaten, etc. "Messe Frankfurt against copying" hat bei Messen einen Informationsstand, meist vor Halle 4.1: Dort treffen sich amtliche Muster-, Marken-, Zoll-, Patentschutz-Vertreter aus Deutschland für einen Tag, beantworten abwechselnd Fragen von geschädigten Betroffenen und begegnen deren Sorgen persönlich.
Der Stand zeigt neben Plagiaten auch "echte" Markenprodukte im Vergleich: Radiergummis von Faber-Castell sind nur ein Beispiel. Diese Firma berichtet über mafiaähnlich geprägte Produktionen in Südamerika (Bolivien, Brasilien, Paraguay). Diese Länder sind zugleich Drehscheibe für Importe aus China. Dort einschreitende Polizisten setzen sich häufig lebensgefährlichen Situationen aus.
In Saudi-Arabien und Deutschland selbst erscheinen immer häufiger Plagiate. Um diese von echten Artikeln zu unterscheiden, bedient sich der europäische Zoll grosser Datenbanken mit geheimen Herstellerinformationen. Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind winzige und sehr schwer zu kopierende Hologramme.
Ein besonderes Flair bieten die asiatischen Messe-Hallen auf der Ambiente, wo auch sehr billige und leicht zu entlarvende Imitate ausgestellt sind. In Asien ist eine perfekte Kopie hoch angesehen.
Die Frankfurter Messe wurde im Talmud-Kommentar (“Ewen ha Ezer” = ”Stein der Hilfe”) des Rabbi Elieser ben Nathan aus Mainz (ca. 1090 - 1170) um 1160 erstmals erwähnt. Und es sind sogar Urkunden erhalten, aus denen sich der Rückschluss ziehen lässt, dass die Messe bereits ein Jahrhundert zuvor eine gefestigte Institution war. Im Jahr 1034 wurde dem St.-Ferrutius-Kloster zu Bleidenstadt und im Jahr 1074 den Einwohnern von Worms in Frankfurt Freiheit von Zöllen gewährt.
Die Frankfurter Messe hatte zunächst nur regionale Bedeutung und diente damals als Umschlagplatz für die Produkte aus den Regionen Frankfurt und Untermain; deshalb fand sie immer am Ende der Erntezeit statt, nämlich an Mariä Himmelfahrt (15. August). Damit war die Frankfurter Herbstmesse entstanden.
Schon im Jahre 1240 zeigt sich aber eine allmählich wachsende überregionale Bedeutung der Herbstmesse. In diesem Jahr gewährte Kaiser Friedrich II. nämlich – vom Kriegslager zur Belagerung von Ascoli aus - am 11. Juli 1240 mit einem Messeprivileg, dessen Urkunde erhalten ist allen zur Messe nach Frankfurt Reisenden sicheres Geleit. Damit war Frankfurt am Main die erste Messestadt der Welt. Und in den Jahrbüchern des Frankfurter Bartholomäusstiftes finden sich bereits 1270 Herkunftsnamen von Kaufleuten aus Frankreich, Italien, Ungarn, Böhmen und Polen.
Die fortschreitende wirtschaftliche Erschließung Osteuropas führt zu einer erheblichen Ausweitung des europäischen Fernhandels. Die Messen in der Champagne verlieren an Bedeutung; andere Messeplätze treten in den Vordergrund: Brügge, Gent, Chalon-sur-Saône und Genf, später auch Lyon, Paris, Padua und Brabant.
Die größte Bedeutung gewinnt aber die Frankfurter Messe, die zur Drehscheibe des Fernhandels wird. Das gilt einmal für die alte Herbstmesse, dann aber auch für die 1330 gestartete neue Fastenmesse oder Frühjahrsmesse. Diese hatte Kaiser Ludwig der Bayer der Stadt Frankfurt am 25. April 1330 gewährt. Sie war hauptsächlich für Wintererzeugnisse wie Wolle oder Wein gedacht. Auch diese Messe sollte 14 Tage andauern; alle Messebesucher standen jeweils acht Tage vor und nach der Messe, also bei An- und Abreise, unter dem Schutz des Reiches. So wie zur Herbstmesse galt auch für die Frühjahrsmesse das Privileg der Messefreiheit.
Die Messe in Frankfurt wird in den Folgejahren durch eine Reihe von weiteren Privilegien abgesichert, auch vor etwaiger Konkurrenz. 1337 lässt sich die Stadt vom Kaiser zusichern, dass weder Mainz noch einer anderen Stadt Messen verliehen werden, die Frankfurt schädlich sein könnten. 1385 schließt der Rat mit dem Mainzer Erzbischof einen Vertrag über die Sicherung der Straßen rund um Frankfurt (Geleitschutz). 1360, 1376 und 1465 garantieren kaiserliche Privilegien den Gerichtsschutz der Messebesucher. Gegen eine Abgabe gewährt schließlich Papst Sixtus IV. den Frankfurtern und ihren Messegästen 1478 eine Lockerung der Fastengebote.
Die Frankfurter Buchmesse entsteht im Jahre 1485 und wird ein großer Erfolg. Schon kurze Zeit danach hat Frankfurt den Ruf eines Zentrums des deutschen und europäischen Buchdrucks. 1596 werden zur Buchmesse neunzig Buchdrucker und Buchhändler empfangen.
Trotz allmählich stärker werdender Konkurrenz der Leipziger Messe kann Frankfurt zunächst seine starke Position als Messestadt wahren. Im Jahre 1604 finden sich auf der Herbstmesse etwa 460 Stände mit Händlern und Besuchern aus aller Herren Länder. Gehandelt werden Seidenstoffe, Tuche, Leder, Manufakturwaren, Juwelen, Silber, Gold und Bücher; hinzu tritt ein florierender Geldhandel. Der Besucherstrom zieht auch Gaukler, Spielleute und auch Theatergruppen englischer Komödianten an, die für die Unterhaltung der Messegäste sorgen.
1785 findet anlässlich der Herbstmesse die erste Luftreise in Deutschland statt. Von der Bornheimer Heide steigt vor Zehntausenden von Zuschauern Jean-Pierre Blanchard in einem Wasserstoffballon auf und fliegt damit in seinerzeit sensationellen 39 Minuten nach Weilburg an der Lahn.
Die Zeit der Französischen Revolution führt zum Beginn des Niederganges der Frankfurter Messe; Ursache sind insbesondere die Annexion der linksrheinischen Gebiete und die Kontinentalsperre. In der Folgezeit wirken die Gründung des Deutschen Zollvereins und die steigende Industrialisierung ebenfalls negativ. Die Frankfurter Messen haben ab ca. 1830 nur noch Jahrmarktscharakter; hiervon zeugt noch heute die “Dippemeß”,
Ab Dienstag der Folgewoche zogen die Kaufleute mit Geleit wieder aus Frankfurt ab. In der Herbstmesse handelten auch in der dritten Woche noch bis zum Samstag Kleinhändler mit landwirtschaftlichen Produkten. Einen festen Messeplatz oder ein Messegebäude gab es damals nicht. Als Handelsplätze wurden das Mainufer, der Römerberg, die Neue Kräme, der Liebfrauenberg, der Heumarkt und der Rossmarkt genutzt.
Nach der Reichsgründung im Jahre 1871 stellen zunächst die Ledermesse und der Rossmarkt kleinere erfolgreiche Messen dar. Mit der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung im Jahre 1891 gelingt es der Frankfurter Messe, wieder Zehntausende von Besuchern anzuziehen. Die ersten Automobilausstellungen in den Jahren 1900 und 1904 sind ebenfalls große Erfolge.
1907 wird die Frankfurter Messe- und Ausstellungsgesellschaft neu gegründet. Man entschließt sich zum Bau eines festen Ausstellungsplatzes. Nach einer überaus kurzen Bauzeit wird 1908 die Festhalle – errichtet nach einem Entwurf von Friedrich von Thiersch – eröffnet. Diese Halle bietet über 18.000 Menschen Platz. Ein Höhepunkt vor dem Ersten Weltkrieg ist im Jahre 1909 die Internationale Luftschiffahrtsausstellung, auf der Zeppeline, Ballons und Flugzeuge bewundert werden können. Die Ausstellung hat über 1,5 Millionen Besucher.
In den 20er und 30er Jahren scheitert wegen der Weltwirtschaftskrise der Versuch der Wiederbelebung der Frankfurter Messen, die zunächst als “Mustermessen” neu gestartet werden. Schließlich konzentriert man sich auf Fachmessen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg im Herbst 1948 findet die erste provisorische Nachkriegsmesse in Zelten, Baracken und Hallen statt und ist ein voller Erfolg. Seitdem werden wieder regelmäßig Frühjahrs- und Herbstmessen in Frankfurt abgehalten. In der Paulskirche wird 1949 die erste Buchmesse nach dem Kriege veranstaltet. Sie entwickelt sich in den nächsten Jahren, nun auf dem Messegelände, zur wichtigsten alljährlichen Begegnung der internationalen Literaturwelt.
Während das Kirchenzentrum auf der Messe mit Harfenmeditation allzu abgelegen ist, nehmen die Messegäste sehr gern Entspannungs-Angebote (Massagen etc.) an. Sie sind weit überbucht, oft kostenlos und von der Messe hochrangig bis hin zu Klangschalen... eingesetzt, wenn grosse, vermietete Flächen beispielsweise wegen Konkurs plötzlich sonst leer blieben.
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