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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ist eine liberalkonservative überregionale deutsche Abonnement-Tageszeitung. Die FAZ hat die Rechtsform einer GmbH. Sie gehört mehrheitlich der unabhängigen FAZIT-Stiftung, die Zeitung selbst ist ebenfalls von keiner Partei oder Organisation abhängig.

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Die täglich verkaufte Auflage Montag-Samstag beträgt laut IVW 370.777 Exemplare (Stand 1. Quartal 2006). Die Zeitung hat die höchste Auslandsverbreitung aller deutschen Qualitäts-Zeitungen.

Die Linie der Zeitung wird nicht von einem Chefredakteur, sondern von den fünf Herausgebern kollegial bestimmt.

Geschichte


Die erste Ausgabe der FAZ erschien am 1. November 1949, Gründungsherausgeber waren Hans Baumgarten, Erich Dombrowski, Karl Korn, Paul Sethe und Erich Welter. Einige Redakteure der FAZ arbeiteten zuvor schon bei der 1943 verbotenen Frankfurter Zeitung und bei der Allgemeinen Zeitung in Mainz. Die Zeitung sieht sich als Nachfolgerin der Frankfurter Zeitung, deren Namen sie seit dem 18. Dezember 1958 als Untertitel im Impressum führt.

Die FAZ wird heute elektronisch hergestellt; dafür wurde eigens eine digitale Frakturschrift angefertigt. Unter der Leserschaft wurde die Einführung farbiger Informationsgrafiken und Fotografien kontrovers diskutiert. Ebenso sind Titelbilder in der FAZ traditionell nur eine Ausnahme.

Profil


Nach eigener Zielsetzung besteht die Aufgabe der Zeitung darin, zum Denken anzuregen. Die Wahrheit müsse ihr heilig sein, daher ist die genaue Trennung zwischen Nachrichten und Kommentar bei der FAZ sehr wichtig. Politisch ist sie liberal-konservativ orientiert, jedoch scheut sie sich nicht, anders gesinnten Kommentatoren ein Forum zu bieten. Der ehemalige Leiter der Redaktion Innenpolitik Friedrich Karl Fromme nannte das Profil der FAZ "Schwarz-Rot-Gold": Schwarz für den konservativen Politikteil, rot für das linkstendierende Feuilleton und gold für den sehr liberalen Wirtschaftsteil.

Die FAZ hat ein sehr umfangreiches Netz eigener Korrespondenten im In- und Ausland (u.a. Brüssel, Rom, Washington, Wien, Zürich). In größeren Metropolen (London, Paris, New York) gibt es zum Teil sogar mehrere spezialisierte Auslandskorrespondenten für Politik, Wirtschaft und Feuilleton.

Besondere Beachtung finden regelmäßig die in der FAZ abgedruckten Leserbriefe. Die FAZ bringt tagesaktuell auch Beiträge zu juristischen Themen. Unter anderem für Juristen gilt die FAZ daher als inoffizielles Pflichtblatt.

Die FAZ verkaufte im Zuge der Konzentration auf die Kernkompetenz im September 2005 ihre Buchverlage Kösel-Verlag und Deutsche Verlags-Anstalt mit dem Manesse-Verlag an Random House.

Gesellschaftliche Wirkung


Als eine der auflagenstärksten Zeitungen Deutschlands spielt die FAZ in vielen gesellschaftspolitischen Diskussionen nicht nur eine meinungsbildende Rolle; vielfach löste die Zeitung grundlegende Diskussion erst aus. So wurden etwa wesentliche Debattenbeiträge des Historikerstreits, u. a. von Ernst Nolte und Michael Stürmer, zunächst hier veröffentlicht.

Auch in der Diskussion über die Rechtschreibreform von 1996 spielten Beiträge von FAZ-Redakteuren und Gastautoren eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt durch die Entscheidung, nach einer anfänglichen Umstellung auf die neue Rechtschreibung bereits nach einem Jahr wieder auf die alte Rechtschreibung zurückzustellen, hat die FAZ direkten Einfluss auf die Auseinandersetzung genommen. (Allerdings verwendet die FAZ seit November 2004 in ihren Überschriften, soweit sie in Fraktur geschrieben sind, nicht mehr das lange s, wohl ein Zugeständnis an den Zeitgeist.)

In jüngerer Zeit mischte sich einer der Herausgeber der Zeitung, Frank Schirrmacher, mit einer Reihe von Artikeln und einem Buch („Das Methusalem-Komplott“) in die laufende Diskussion über die Überalterung der deutschen Gesellschaft und die einhergehenden sozialen, wirtschaftlichen, politischen und auch städtebaulichen Konsequenzen ein.

Eine Sonderstellung für die gesellschaftspolitische Bedeutung der FAZ nimmt die Leserbriefseite der Zeitung ein, in der sich immer wieder prominente Diskussionsteilnehmer zu Wort melden.

Herausgeber


Bekannte Mitarbeiter


Die aktuellen Mitarbeiter der FAZ werden in dem Buch "Die Redaktion stellt sich vor" (früher: "Sie schreiben und redigieren die FAZ") vorgestellt. Dieses Werk enthält auch einen Schlüssel zu den Namenskürzeln, mit denen alle Artikel in der FAZ gekennzeichnet sind, die nicht mit dem vollen Namen auf den Verfasser hinweisen oder von Agenturen übernommen sind.

Ehemalige Herausgeber

Preisträger der FAZ bei Journalistenpreisen

Theodor-Wolff-Preis

Verwandte Publikationen


FAZ.NET

Seit 2001 ist die F.A.Z. mit einem eigenständigen redaktionellen Nachrichten-Portal im Internet vertreten: http://www.faz.net

Frankfurter Anthologie

Siehe speziellen Artikel Frankfurter Anthologie.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS)

Die FAS ist die Sonntagsausgabe der FAZ. Ursprünglich nur als Regionalzeitung in der Region Rhein-Main vertrieben, ist sie seit dem 30. September 2001 bundesweit erhältlich. Trotz der gemeinsamen Nutzung u.a. redaktioneller Ressourcen tritt die FAS eigenständig auf. Dies wird auch im Erscheinungsbild deutlich, das sich von der FAZ in der Satzgestaltung - der durchgängigen Vierfarbigkeit und einer eigenen Brotschrift, der Janson - unterscheidet.

Hochschulanzeiger

Der Hochschulanzeiger ist eine Zeitschrift, die sechsmal jährlich im Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheint. Er wendet sich speziell an Studenten, Hochschulabsolventen und Berufseinsteiger, die sich über Branchen und Unternehmen informieren wollen, ihren zukünftigen Arbeitgeber suchen oder Tipps für die Bewerbung wünschen. Er kann einzeln oder zusammen mit einem Studentenabonnement der FAZ abonniert werden. Außerdem ist er am Kiosk erhältlich. Zwei Wochen nach Erscheinungstermin wird er kostenlos an vielen Hochschulen in Deutschland und Österreich verteilt bzw. dort ausgelegt. Die verbreitete Auflage des Hochschulanzeigers beträgt 238.790 Exemplare, davon 114.840 verkauft (IVW II/2005).

FAZ Weekly

Die FAZ Weekly war die englischsprachige Wochenzeitung der FAZ. In ihr waren hauptsächlich Leitartikel der Tageszeitung zusammengefasst. Sie lag jeweils freitags der International Herald Tribune bei und erschien vom Sommer 2002 bis zur Mitte des Jahres 2005. Vom 3. April 2000 bis zum 29. Juni 2002 gab es sogar eine tägliche erscheinende Beilage FAZ English Edition.

Literatur


  • Die Frankfurter Allgemeine. Die Trutzburg der glücklichen Krieger wider den Zeitgeist, in: Spiegel Reporter 12/1999.
  • Alles über die Zeitung. Frankfurter Allgemeine, Zeitung für Deutschland, 24. Aufl. Frankfurt: Frankfurter Allg. Zeitung, 1998.
  • Die Redaktion stellt sich vor, Frankfurter Allg. Zeitung, 2004.
  • Friedemann Siering: Zeitung für Deutschland. Die Gründergeneration der "Frankfurter Allgemeinen", in: Lutz Hachmeister/ Friedemann Siering (Hrsg.): Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945, München 2002
  • Hermannus Pfeiffer (Hrsg.): Die FAZ: Nachforschungen über ein Zentralorgan. 1988.
  • Alfred Estermann (Hrsg.): Zeitungsstadt Frankfurt am Main. Zur Geschichte der Frankfurter Presse in fünf Jahrhunderten. Herausgegeben im Auftrag der Frankfurter Sparkasse, 315 Seiten, Frankfurt am Main 1994.
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland (Hrsg.): Die Reform als Diktat. Zur Auseinandersetzung über die deutsche Rechtschreibung. Frankfurt am Main: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Oktober 2000, 119 Seiten

Siehe auch


Weblinks


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