Zeilsheim ist der westlichste Stadtteil von Frankfurt am Main.
Geographie
Zeilsheim grenzt im Westen an die Gemeinde
Kriftel (
Main-Taunus-Kreis), im Norden an die Gemeinde
Liederbach am Taunus (Ortsteil
Oberliederbach, Main-Taunus-Kreis), im Nordosten an den Stadtteil
Frankfurt-Unterliederbach, im Osten an den Stadtteil
Frankfurt-Höchst und im Südosten an den Stadtteil
Frankfurt-Sindlingen.
Im Norden und Westen wird der Stadtteil durch die
Bundesautobahn 66 Wiesbaden-Frankfurt begrenzt.
Infrastruktur
Die Hauptstraße des Stadtteils ist die
Landesstraße 3018, die über die
L 3016 von
Kelkheim über
Frankfurt-Unterliederbach durch Zeilsheim bis nach
Hofheim am Taunus führt. Dabei trägt sie innerhalb des Stadtteils die Namen
Pfaffenwiese und
Hofheimer Straße. Sie ist auch die Hauptverkehrsstraße des
ÖPNV. Zeilsheim ist durch drei Frankfurter
Omnibuslinien zur
Bockenheimer Warte im
Westend, nach
Griesheim und nach
Niederrad, sowie einer regionalen Buslinie nach
Schwalbach am Taunus,
Main-Taunus-Zentrum und Hofheim verhältnismäßig gut angebunden.
2007 soll ein Haltepunkt der
S-Bahn Rhein-Main am Bahndamm der
Main-Lahn-Bahn hinzukommen.
Siedlungen
Zeilsheim hat weitgehend dörflichem Charakter und besitzt neben dem historischen Ortskern an der bezeichnend benannten Straße
Alt-Zeilsheim mehrere Siedlungen aus verschiedenen Epochen.
Kolonie
Die
Zeilsheimer Kolonie war die erste Siedlung, die das Wohnungsangebot innerhalb des damaligen Dorfs spürbar erhöhte. Sie wurde ab
1899 vor den damaligen
Farbwerken Höchst in Auftrag gegeben und sollte den Mitarbeitern günstiges Wohnen in unmittelbarer Nähe zum Werksgelände ermöglichen. Eine ähnliche Siedlung ist das
Heimchen in
Unterliederbach. Es gab verschiedene Häusertypen mit unterschiedlicher Ausstattung. Der geläufigste war eine Doppelhaushälfte mit kleinem Garten, Stall und Toilette. Diese Häuser sind im
Jugendstil erbaut und fallen durch ihre durchgängige Backsteinfassade auf. Heute stehen sie unter
Denkmalschutz. Die Hauptstraße der Siedlung heißt
Neu-Zeilsheim. Fast alle Querstraßen dazu sind alphabetisch von Süden nach Norden geordnet. Den Mittelpunkt bildet heute die
1912 errichtete Kirche. Am westlichen Rand steht das Gebäude der
1902 erbauten
Käthe-Kollwitz-Schule.
Steinrutsch
Am Welschgraben, der westlichen Grenze der Stadt Frankfurt entstand in den
1930er Jahren mit finanzieller Unterstützung der
IG Farben eine Siedlung, die sich im Stil klar gegen den Trend des
Bauhaus richtete.
Taunusblick und Märchensiedlung
Im Norden und Südosten des Stadtteils entstanden die Siedlungen
Taunusblick und
Märchensiedlung. Der Name der nördlichen Siedlung kommt daher, dass man mangels Bebauung der angrenzenden Gemeinden bei gutem Wetter die Berge des
Taunus erkennen kann. Seit 40 Jahren sieht man allerdings auch die Leuchtreklame des nicht weit entfernten
Main-Taunus-Zentrums. Ein Nachteil der guten Verkehrslage ist die direkt angrenzende Bundesautobahn 66. Die Märchensiedlung befindet sich südlich der
Pfaffenwiese. Der Name erschließt sich jedem, der die Fassaden der Häuser betrachtet. Sie enthalten Bilder aus Märchen der
Gebrüder Grimm. Beide Siedlungen gelten allerdings mittlerweile als soziale Brennpunkte.
Geschichte
Der Stadtteil wurde wie die Stadt
Frankfurt am Main 794 als eigenständiges
Dorf Ciolfesheim erstmal urkundlich erwähnt.
1917 war es mit der Eigenständigkeit vorbei und Zeilsheim wurde von der Stadt Höchst eingemeindet. 1928 wurde Höchst mitsamt seinen Stadtteilen selbst von der Stadt Frankfurt eingemeindet.
Berühmt wurde Zeilsheim durch sein DP-Lager für so genannte Displaced Persons, das 1946 vom späteren israelischen Premierminister David Ben Gurion und von der ehemaligen amerikanischen First Lady Eleanor Roosevelt als Repräsentantin der Vereinten Nationen besucht wurde. Ein kleines Denkmal im Park hinter der Stadthalle zeugt von dem dort ehemals vorhandenen Auffanglager.
Ein kleines Museum mit wechselnden Ausstellungen zur Stadtteilgeschichte ist der Öffentlichkeit zugänglich. Beheimatet ist das Museum an Anfang der Pfaffenwiese gegenüber dem alteingesessenen Gärtnereibetrieb Merz und dem Kaufhaus Schmitt in dem ursprünglichen Feuerwehrhaus.
Verwaltung
Zeilsheim ist in drei Stadtbezirke unterteilt:
Nord, Süd und West.
Der Stadtteil gehört dem Ortsbeirat 6 an. Bei Bundestagswahlen ist Zeilsheim Teil des Wahlkreises Frankfurt I.
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Kirchen
Neben den beiden evangelischen und katholischen Großkirchen gibt es in Zeilsheim die
Freie evangelische Gemeinde Zeilsheim. Mitglieder und Besucher treffen sich jeden Sonntag um 17 Uhr in der Kegelbahn 54. Die Gemeinde ist Mitglied im
Bund Freier evangelischer Gemeinden (KdöR), der in der
Vereinigung evangelischer Freikirchen ist.
Freiwillige Feuerwehr
Der Stadtteil verfügt seit 1913 über eine Freiwillige Feuerwehr. Das heutige Areal der Feuerwehr befindet sich in der
Klosterhofstraße 38. In der Einsatzabteilung der Feuerwehr sind rund 44 Mitglieder wochentags von 18 - 06 Uhr und das ganze Wochenende über Funkmeldeempfänger in Bereitschaft. Die Feuerwehr verfügt über 2 Löschfahrzeuge sowie ein Mannschafts-Transport-Fahrzeug.
Weblinks
Stadtteil von Frankfurt am Main