Seckbach ist ein Stadtteil von Frankfurt am Main, eingemeindet am 1. Januar 1900.
Seckbach liegt am Fuß des Lohrbergs auch Frankfurter Weinberg genannt.
Der Lohrberger Hang ist der östlichste Ausläufer des Weinanbaugebiets Rheingau. Am östlichen Rand Seckbachs an der Berger Warte auf dem Berger Rücken liegt mit 212 m ü.NN. der höchste natürliche Punkt Frankfurts. Am Lohrberg entspringt der Mühlbach, der in das Seckbacher Ried fließt.
Lage und Umgebung
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"Der Quellenwanderweg im Frankfurter GrünGürtel" beginnt am "Atzelberg" und führt mit insgesamt 20 Quellen von dort 6 km über den Lohrberg nach Bergen-Enkheim.
Der Stadtteil liegt im Osten von Frankfurt am Main. Er liegt zwischen dem sehr städtisch geprägten Bornheim im Westen und dem ländlichen Bergen-Enkheim im Osten, welches gleichzeitig der östlichste der Frankfurter Stadtteile ist. Im Nordwesten grenzt Seckbach an Preungesheim und Berkersheim, im Norden an die Stadt Bad Vilbel und im Süden an den Riederwald. Im Westen verläuft die Stadtteilgrenze in etwa entlang der Bundesautobahn 661, im Süden entlang der Straße „Am Erlenbruch“ und der „Borsigallee“. Die restlichen Grenzverläufe sind nicht eindeutig zu beschreiben, da sie durch unbebautes Land führen.
Infrastruktur
Der Stadtteil besteht aus einem zusammenhängenden Wohngebiet, welches etwa in der Mitte des Stadtteilgebietes liegt und einem Industriegebiet im Südosten, das an Bergen-Enkheim und
Fechenheim grenzt. Die wichtigste Straße im Wohngebiet ist die „Wilhelmshöher Straße“, die im Westen den Namen „Heinz-Herbert-Karry-Straße“ trägt (benannt nach Heinz-Herbert Karry, FDP-Politiker und ehemaliger hessischer Wirtschaftsminister, der bis zu seiner Ermordung 1981 in Seckbach wohnte) und im angrenzenden Bornheim als „Seckbacher Landstraße“ fortgesetzt wird und in Bergen-Enkheim auf die „Vilbeler Landstraße“ einmündet. Eine weitere wichtige Straße ist die „Borsigallee“, die aus der Straße „Am Erlenbruch“ abzweigt und auf der 100m hinter der Seckbacher Ostgrenze die
Bundesautobahn 66 beginnt.
Der Stadtteil hat Anschluss an das Netz der U-Bahn Frankfurt. Im Süden liegt die als Stadtbahn ausgebaute Trasse der U7. Seckbach und Riederwald teilen sich hier die Stationen „Johanna-Tesch-Platz“ und „Schäfflestraße“. Dazu kommen die nachfolgenden Stationen „Gwinnerstraße“ und „Kruppstraße“, welche allein auf Seckbacher Gebiet liegen. Etwa 500m von der Westgrenze Seckbachs entfernt, in Bornheim, liegt der U-Bahnhof „Seckbacher Landstraße“, welcher seit 1980 die Endstation von Frankfurts einziger komplett unterirdischen U-Bahnlinie U4 ist. Nach den aktuellen Ausbauplänen des Frankfurter U-Bahn-Netz, soll die U4 in absehbarer Zeit nach Seckbach Atzelberg verlängert werden.
Geschichte
- 880 erste urkundliche Erwähnung als Seckibah. Es gibt jedoch prähistorische Funde und Reste einer Jupitergigantensäule aus römischer Zeit, jetzt im Historischen Museum in Frankfurt.
- 1178 erste urkundliche Erwähnung der Bergkirche am Lohrberg, die für Seckbach, Bergen und Enkheim zuständig war.
- 1438 Frankfurter Burgrechtsrolle. Die Seckbacher erhalten das Recht, in Kriegszeiten hinter den Stadtmauern von Frankfurt Zuflucht zu nehmen.
- 1635 Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges zerstören kaiserliche Truppen Seckbach zu zwei Dritteln. Die Einwohner waren geflohen, sie kehrten erst anderthalb Jahre später wieder zurück. Es gab in dieser Zeit 129 Tote, etwa ein Drittel der Bevölkerung.
- 1709 erste Schule in Seckbach
- 1710 Einweihung der lutherischen Marienkirche.
- 1736 Seckbach kommt von der Grafschaft Hanau an das Fürstentum Hessen-Kassel. In der Folgezeit kommt es zu relativem Wohlstand durch den Verkauf von Obst, Gemüse, Milch und Eiern an das nahe Frankfurt, und nicht zuletzt durch den Wein vom Lohrberg.
- 1757 wird die Bergkirche abgerissen, sie war katholisch und baufällig.
- 13. April 1759 Schlacht bei Bergen im Siebenjährigen Krieg. Der Angriff der Preußen wird zurückgeschlagen.
- 1764 wird die reformierte Peterskirche aus den Steinen der Bergkirche errichtet. Der genaue Standort der Bergkirche ist heute unbekannt, vermutlich bei der heutigen Buchhändlerschule.
- 1790 Zur Krönung von Kaiser Leopold II. wird an der Berger Warte ein Heerlager errichtet, wo er sich mit Wilhelm IX., Landgraf von Hessen traf. Zur Erinnerung daran wurde dort ein Denkmal errichtet.
- 1815 Nach den Napoleonischen Kriegen ist Seckbach hoch verschuldet.
- 1818 Nach der Vereinigung der evangelischen Kirchen wird die Peterskirche zu einer Schule umgebaut.
- 1848 gründen die Seckbacher eine Krankenkasse. Beitrag 3 Kreuzer pro Woche.
- 1879 Die Zentgrafenschule wird erbaut
- 1. Januar 1900 Seckbach wir in Frankfurt eingemeindet, gleichzeitig mit Oberrad und Niederrad.
- 1905 Seckbach erhält wie versprochen eine Straßenbahnverbindung, Linie 2.
- 1943 Die Marienkirche wird durch Bomben zerstört. Durch den Bombenkrieg gab es in Seckbach 33 Tote.
- 1950 entsteht die Zentgrafensiedlung, erbaut von Heimatvertriebenen und Ausgebombten.
- 1952-1953 Abriss der alten und Neubau der Zentgrafenschule.
- 1953 Die katholische Kirche Maria Rosenkranz wird eingeweiht.
- 1966 wird die Peterskirche abgerissen und an der Stelle von einem Privatmann ein Mietshaus errichtet.
- 1968 Der Atzelberg wird bebaut, u.a. mit zwei 17-stöckigen Wohnblocks.
- 1973 Die Fachschule des Deutschen Buchhandels wird eröffnet.
- 1980 Die Linie U4 der U-Bahn Frankfurt bis zur Seckbacher Landstraße wird eröffnet.
- 11. Mai 1981 Der hessische Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry wird in seinem Wohnhaus in Seckbach erschossen.
- 2003 Der VGF-Betriebshof-Ost wird eröffnet und erhält Anschluss an das Schienennetz der Linie U4 und U7
Bevölkerungsentwicklung
BergerWarte.jpg
| Jahr
| Einwohnerzahlen
| -
| 1477 | 245
|
| 1632 | 435
|
| 1636 | 300
|
| 1686 | 460
|
| 1753 | 630
|
| 1820 | 1.115
|
| 1900 | 2.800
|
| 1950 | 5.268
|
| 1960 | 8.000
|
| 1973 | 10.438
|
| 1997 | 9.806
|
| 2004 | 9.896
|
Sehenswürdigkeiten
- Das Seckbacher Rathaus von 1542, eines der schönsten Fachwerkhäuser in Frankfurt. Das Gebäude zeigt ein Fachwerk im Renaissance-Stil. Das Erdgeschoss wurde nachträglich ausgebaut. Bis zur Eingemeindung (1900) diente es als Rathaus, nun fungiert es als Bürgertreff.
- Die Berger Warte, ein Beobachtungsturm von 1552.
- Der Lohrberg
Der Lohrberg
Der Lohrberg ist einer der schönsten Aussichtspunkte in Frankfurt. Auf dem 1919 zum Volkspark umgewandelten Höhenrücken wird immer noch Wein angebaut - wie schon zu Zeiten der Römer.
Nach Schließung des alten Beratungssgartens ist nun das MainÄppelHaus Lohrberg, Streuobstzentrum e.V. ein Informationszentrum mit Hofladen und Erlebnisgarten. Hier bekommen die Bürger Hilfe zu dem Themen: Obstanbau und Streuobst-Garten-praktische Landschaftspflege-Naturschutz. Ein Ausflugslokal, die Lohrberg-Schänke bietet auch das Frankfurter Tradionsgetränkt, des Stöffche an.
Persönlichkeiten
Sonstiges
- Das Seckbacher Ried ist seit 1937 ein Naturschutzgebiet und heute ein Silberweiden-Naturwald (Salix alba).
- Es gibt einen kleinen Teich, den "Sausee" oder "Säusee". Er ist - wie auch das Ried - Rest eines Altarms des Mains. Er wurde früher als Schweinetränke genutzt. In heißen Sommern trocknet er zeitweise aus.
- Im 19. Jahrhundert gab es am Lohrberg einen Kohleabbau, der jedoch wegen mangelnder Rentabilität wieder eingestellt wurde. In einer Schicht fand man Knochen eines Tieres aus dem Eozän, das dann als neue Art beschrieben wurde, Anthracotherium seckbachense, die Seckbacher Kohlensau. Anthracotherien (engl. terrorpigs) sind eine mit den Schweinen verwandte ausgestorbene Gattung. Die Knochen sind heute im Senckenbergmuseum.
Weblinks
Stadtteil von Frankfurt am Main