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Heddernheim ist ein Stadtteil von Frankfurt am Main, im nordwestlichen Teil der Stadt gelegen und grenzt an die Stadtteile Praunheim, Niederursel, Eschersheim und Ginnheim an.

Der Stadtteil Heddernheim ist eine Fastnachtshochburg. Der Umzug am Fastnachtsdienstag durch Heddernheim (frankfurterisch: „Klaa Paris“) und Alt-Heddernheim zieht jährlich mehr als 100.000 Besucher an.

Zu dem Stadtteil gehören auch die gesamte Siedlung Römerstadt sowie Teile der Nordweststadt einschließlich des NordWestZentrums.

Geschichte


Römerzeit

Gemaabump2.JPGPeterundPaul1.JPGBereits in römischer Zeit war das Gebiet von Heddernheim wegen seiner Nähe zum Flüsschen Nidda besiedelt und unter dem Namen Nida Standort eines Militärlagers für Auxiliartruppen und später einer zivilen Siedlung, des Hauptorts der Civitas Taunensium. Bekannt ist das aus römischer Zeit stammende so genannte Mithräum, ein Heiligtum des indoiranischen Gottes Mithras. Diese römische Epoche dauerte von 83 bis um 260, als die Römer von den Germanen verdrängt werden. Zahlreiche Werkzeugfunde aus der Steinzeit belegen aber eine weitaus länger zurück reichende Siedlungsgeschichte.

Mittelalter

Im Jahre 802 wird der Ort erstmals urkundlich als Phetterenheim erwähnt, und zwar als Schenkung an das Kloster Lorsch. Die Endung - heim deutet auf fränkischen Ursprung; die Franken hatten das Rhein-Main-Gebiet im 6. Jahrhundert für sich erobert. Häuser, Höfe und Mauern wurden aus den Steinen des verfallenen römischen Nida errichtet. Einzelne römische Bauteile sind noch heute im alten Ortskern von Heddernheim sichtbar.

1132 kaufte Erzbischof Adalbert von Mainz u.a. den Zehnten zu Heddernheim (das Mainzer Domkapitel belehnte damit die Herren von Praunheim): Von da an gehört die Gemarkung bis 1803 zu Kurmainz, danach (bis 1866) zum Fürstentum Nassau, dann im Landkreis Frankfurt zu Preußen und schließlich ab 1910 zur Stadt Frankfurt.

Neuzeit

1584 ließen die Herren von Praunheim am westlichen Ortsrand Burg und Hofgut Phillippseck auf den Funadamenten einer römischen Villa erbauten, woran heute noch die Straße Am alten Schloss erinnert; dieser Straßenname greift allerdings nur den alten, gleich lautenden Flurnamen auf, das Schloss selbst stand im Bereich der heutigen Straße An der Ringmauer. Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.

1618 ging Heddernheim durch Erbfolge an die Herren von Riedt. 1740 ließ Philliph Wilhelm von Riedt das Neue Schloss im Ortskern von Heddernheim erbauen (heute in der Straße Alt Heddernheim gelegen). 1764 gelangte das Gebiet als mainzisches Lehen durch Erbfolge an die Herren von Breidbach-Bürresheim. 1803 gelangten die Mainzer Hoheitsrechte im Reichsdeputationshauptschluss an das Fürstentum Nassau (ab 1806: Herzogtum Nassau; im gleichen Jahr wird Heddernheim "Flecken").

19. Jahrhundert

1823 erfolgten die ersten Ausgabungen in der antiken Römerstadt Heddernheim-Nida durch den Verein für Nassauische Altertumskunde. Eine Tafel an der Gemaa-Bumb, dem 1839 errichteten, ersten öffentlichen Gemeindebrunnen in der Ortsmitte, lässt wissen, dass die Errichtung des Brunnens Anlass zum ersten Fastnachtsumzug gewesen sein soll. Die seitlich verschieden hoch angebrachten Schwengel ermöglichten es auch Kindern ihre Eimer zu füllen.

1840 hatte Heddernheim 1.894 registrierte Einwohner. 1853 wurde am stetig Wasser führenden und gefällereichen Urselbach ein Kupferhammer eröffnet, aus dem später die Firma Heddernheimer Kupferwerke vormals F. A. Hesse Söhne AG hervorging, deren Rechtsnachfolger Vereinigte Deutsche Metallwerke (VDM) bis Mitte der 1980er-Jahre an gleicher Stelle große Werksanlagen unterhielten. Ab 1908 wurde von der VDM als einem der ersten deutschen Werke auch Leichtmetall verarbeitet.

Nachdem die Gemeinde 1866 mit dem nassauischen Territorium an Preußen gefallen war, wurde sie dem Landkreis Frankfurt zugeordnet und erhielt 1878 ein neues, großes (noch immer bestehendes) Schulhaus sowie 1888 Anschluss an die lokale Pferdebahn Frankfurt - Eschersheim - Heddernheim. 1882 wurde der Fastnachtsverein Heddemer Käwwern gegründet, 1889 wurde im Neuen Schloss ein Stift für alleinstehende adelige Damen eingerichtet. 1890 hatte die Gemeinde dank der zwischenzeitlich erfolgten Industrieansiedlung 3.225 registrierte Einwohner. Aufgrund der zugezogenen Ortsansässigen wurde nun auch eine evangelische Kirche errichtet, die 1898 geweihte St. Thomas-Kirche.

1899 wurde die im Volksmund "Knochemihl" genannte Dampfbahn zwischen Frankfurt und der Hohemark eingerichtet (1910 elektrifiziert), 1904 wurde am Rande der Riedwiesen eine Gasanstalt in Betrieb genommen, die bis in die 1960er-Jahre bestand. 1905 entstanden die Eigenheime an der Nesselbuschstraße.

20. Jahrhundert

Am 1. April 1910 endete die Selbständigkeit der Gemeinde: Sie wurde mit 244 Hektar Land und 5.400 Einwohnern nach Frankfurt eingemeindet. Bestandteil des Eingemeindungsvertrags, der aber erst nach dem Ende des Weltkriegs umgesetzt wurde, war u.a. der Bau von öffentlich geförderten Wohnungen: In den 1920er Jahren entstand die Gartensiedlung Römerstadt, eine moderne Wohnsiedlung nach den Plänen von Ernst May. 1936 erfolgte der Ausbau der Siedlung Brühlfeld.

In der Zeit des Nationalsozialismus bestand in Heddernheim ein Arbeitserziehungslager der Gestapo mit Außenstellen in Hundstadt und Hirzenhain. Am 23. April 1945 wurden im Zuge von Kriegsendphasenverbrechen 82 Frauen nach Hirzenhain transportiert und dort von SS erschossen. Infolge massiver Luftangriffe auf die Industrieanlagen der VDM wurden auch zahlreiche Heddernheimer Wohngebäude zerstört. Die Siedlung Römerstadt wurde 1945 von der US-Armee beschlagnahmt; die deutschen Einwohner mussten weichen, und bis 1956 waren Militärangehörige einquartiert.

1954 hatte Heddernheim 10.000 Einwohner, ein Jahr später wurde am südlichen Rande der Römerstadt die Heddernheimer Realschule (heute: Geschwister-Scholl-Schule) eröffnet. Ebenfalls 1955 wurden die Dillenburger Straße und die Hessestraße als nördliche Ortsumgehung ausgebaut; der geradelinige Anschluss der dann auf vier Spuren erweiterten Dillenburger Straße an die Eschersheimer Landstraße erfolgte 1972 nach Fertigstellung der Maybachbrücke."Chronik von Heddernheim", erstellt vom Stadtarchiv im April 1980

In der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre beschloss die Stadt Frankfurt, auf dem bis dahin als Ackerland genutzten Gelände zwischen den Ortskernen von Heddernheim, Praunheim und Niederursel eine Großsiedlung in der Tradition der so genannten Gartenstädte der 20er-Jahre zu errichten, die Nordweststadt. Hierdurch wuchs Heddernheim bis Ende der 60er-Jahre mit dieser Trabantensiedlung und seinen beiden historischen Nachbarorten zu einem einheitlichen, großstädtischen Wohngebiet zusammen, dessen alte Gemarkungsgrenzen nirgends mehr erkennbar sind.

Hundertwasser-Kindergarten from North.JPG-Kindergarten von Norden]] Hundertwasser-Kindergarten from Southwest.JPG-Kindergarten von Südwesten]]

Seit den 1990er-Jahren entstanden am nordwestlichen Rand von Heddernheim weitere, große Neubausiedlungen auf dem ehemaligen, aufwändig bodensanierten VDM-Gelände (Mertonviertel und Riedwiese). Hier befindet sich, nahe der U-Bahn-Station Zeilweg direkt am Urselbach gelegen, die für Touristen sehenswerte Attraktion eines von Friedensreich Hundertwasser geplanten Kindergartens. Inzwischen hat - an diese Siedlungen in Hanglage anschließend - der Aufbau des Wohngebiets Riedberg begonnen, so dass Heddernheim in einigen Jahren selbst mit dem weiter entfernten Kalbach ein zusammenhängendes Wohngebiet bilden wird.

Weblink


Quellen


Stadtteil von Frankfurt am Main

Heddernheim (Frankfurt am Main)

 

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