Ginnheim ist ein Stadtteil von Frankfurt am Main, der über 15.000 Einwohner zählt.
Lage
Ginnheim gehört zu den nördlichen Stadtteilen, die an die durchgehende innenstadtnahe Gründerzeitbebauung anschließen. Es ist mit den Stadtteilen
Eschersheim im Norden und
Dornbusch im Osten städtebaulich verwachsen. Letzterer Stadtteil gehörte bis
1946 zur Hälfte zu Ginnheim und gehört auch heute noch zu dessen
Gemarkung.
Im Westen schließen – durch das
Ginnheimer Wäldchen und den
Volkspark Niddatal getrennt – die Stadtteile
Hausen und
Praunheim an.
Heddernheim liegt durch die
Nidda abgegrenzt nordwestlich von Ginnheim.
Im Süden bildet die Wilhelm-Epstein-Straße, unter deren Straßendecke der ehemalige Marbach verrohrt verläuft, die Grenze zum jetzigen Stadtteil Bockenheim. Der Teil von Bockenheim, der zwischen besagter Straße und der Bundesautobahn 66 liegt, wird oft fälschlicherweise zu Ginnheim gezählt. Dort befinden sich auch der von der Bevölkerung Ginnheimer Spargel genannte Europaturm und die Zentrale der Deutschen Bundesbank.
Geschichte
Der Name Ginnheim stammt wohl von einem gewissen
Genno, dem mutmaßlichen Begründer Ginnheims. 772 wurde
Gennenheim (
Heim von Genno) anlässlich einer Schenkung an das
Kloster Lorsch genannt. Am 1.April
1910 wurde Ginnheim mit allen übrigen Gemeinden des bisherigen Landkreises Frankfurt in die Großstadt eingemeindet. Bereits ein Jahr später fuhr die erste Straßenbahn von
Frankfurt-Bockenheim her kommend nach Ginnheim, ab 1911 gab es eine zweite Linie, die vom Dornbusch über die Raimundstraße zur Ginnheimer Schule verlief.
Ginnheimkirche2.JPG
War Ginnheim jahrhundertelang ein kleines Dorf mit wenigen Familien an der Nidda, so leben heute über 15.000 Einwohner „unter dem Fernsehturm“. Bauprojekte wie die May-Siedlung Höhenblick, die 1926/27 an der Hügelstraße von der Gemeinnützigen Kriegerheimstätte errichtete Siedlung Friede oder die in derselben Straße nach dem Zweiten Weltkrieg von der Bank deutscher Länder errichtete Siedlung haben den Stadtteil enorm wachsen lassen. Ernst May hat sich 1923 im Höhenblick in der Ludwig-Tieck-Str. 11 ein eigenes Haus gebaut, sein Baudirektor Martin Elsaesser, der unter anderen Bauten die Frankfurter Großmarkthalle schuf, 1925 im Höhenblick 37. Für die Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte entstand 1954/55 auf 65 Hektar zwischen Raimundstraße und Hügelstraße die Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Siedlung, 17 Gebäude mit 268 Wohnungen. Nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte wurden ihre Wohnungen neu vermietet und die Einwohnerzahl stieg nochmals kräftig an.
1989 fand auf dem heutigen Niddapark-Gelände die Bundesgartenschau statt.
Sehenswertes
Die Bethlehemkirche in Ginnheim ist eine
barocke Saalkirche. Ihre Ersterrichtung datiert auf die Jahre 1699/1700. Im Jahre 1910 wurde sie zur Gemeindekirche umgebaut. Der sie umgebende Kirchplatz wurde erst 2003 umgestaltet und erneuert. Beachtenswert ist auch das Anwesen Woogstraße 43 aus dem 17. Jahrhundert, das als baulich gut nachvollziehbare Fränkische Hofreite erhalten ist und unter Denkmalschutz steht. Dort befand sich die erste Bierbrauerei Ginnheims, die aber nicht ganzjährig betrieben wurde.
Verkehr
Ginnheim hat Anschluss an die U-Bahnlinie
U1, welche dort ihre Endstation hat. Sollten die Anwohner den Ausbau der D-Strecke von der
Bockenheimer Warte nach Ginnheim nicht kippen, erhält der Stadtteil in absehbarer Zeit auch Anschluss an die Linie
U4, was mit dem Wegfall der sogenannten „Krückstockfahrt“ - wegen des Routenverlaufs von Heddernheim im Bogen nach Norden zum Nord-West-Zentrum und wieder nach Südwesten bis Station Ginnheim - der U1 verbunden wäre. Ebenfalls ist Ginnheim Endstation der Straßenbahnlinie 16 von Offenbach-Stadtgrenze über Sachsenhausen und Hauptbahnhof; die 16 wird mit Beginn der Bauarbeiten für die U-Bahn eingestellt. Die Buslinien 34, 39 und 64 verbinden Ginnheim mit dem Rebstockgelände, Bornheim, Berkersheim und dem Nordend.
Es wird diskutiert, mit dem viergleisigen Ausbau der
Main-Weser-Bahn etwa ab dem Jahr 2008, in der Nähe des jetzigen U-Bahnhofs
Niddapark einen zusätzlicher
Haltepunkt Frankfurt-Ginnheim zu bauen, der einen Übergang zur S-Bahnlinie
S6 ermöglichen würde.
Eine Fahrradroute führt von der Nordweststadt zur Innenstadt über die Woogstraße, Raimundstraße und Platenstraße.
Wirtschaft und Handel
Im Stadtteil Ginnheim sind keine Großbetriebe angesiedelt, jedoch viele kleine und mittelständische Gewerbebetriebe. Viele von ihnen haben sich im Gewerbering Ginnheim mit derzeit ca. 55 Mitgliedern zusammen geschlossen, der mit einer eigenen Zeitung
Ginnemer Blättche regelmäßig über Ginnheimer Interna, Vereinsleben, Veranstaltungen, Historie berichtet.
Politik
Ginnheim bildet zusammen mit den Stadtteilen Eschersheim und Dornbusch den Ortsbezirk 9. Der Ortsbeirat 9 setzt sich aus 19 Mitgliedern zusammen, der Ortsvorsteher wird bisher stets von der CDU gestellt.
Trivia
Ginnheim war auch der Name eines Überseefrachters der URAG (Unterweser Reederei), einer Tochtergesellschaft der
Metallgesellschaft in Frankfurt am Main, der 1937 vom Stapel lief. Richard Merton, Sohn des Firmengründers, liess die Dampfer der URAG nach Frankfurter Vororten benennen. Die erste
Ginnheim wurde 1945 durch Luftangriffe versenkt, 1955 wurde die zweite als Erzfrachter auf Linien zwischen Nordwesteuropa, Kanada und den USA in Betrieb genommen. 1971 wurde sie nach Griechenland verkauft und fuhr dann mit neuem Heimathafen Piräus unter dem neuen Namen
Eternity.
Weblinks
Literatur
Stadtteil von Frankfurt am Main
Ginnheim (Frankfurt am Main)