Das Bahnhofsviertel ist ein Stadtteil von Frankfurt am Main.
Geographie
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Das
Bahnhofsviertel ist mit knapp 0,5 km² nach der
Altstadt der zweitkleinste Stadtteil von
Frankfurt am Main. Die längste Grenzlinie ist gerade einmal knapp 1 km lang. Fast trapezförmig liegt das Viertel zwischen dem
Frankfurter Alleenring im Westen, der
Mainzer Landstraße im Norden und dem
Anlagenring im Osten. Im Süden bildet der
Main die natürliche Grenze. Benachbarte Stadtteile sind im Westen das
Gutleut- und das
Gallusviertel mit dem
Hauptbahnhof, im Norden das
Westend-Süd, im Osten die
Frankfurter Innenstadt und im Süden auf der gegenüberliegenden Mainseite
Sachsenhausen-Nord. Der Stadtteil liegt zentral im
Frankfurter Innenstadtbezirk.
Geschichte
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Das Gebiet zwischen der Frankfurter Stadtmauer und dem
Galgenfeld war noch im frühen
19. Jahrhundert kaum bebaut. Auf dem Gebiet lagen nur Gutshöfe. Die Nähe zum städtischen
Galgen und die ungeschützte Lage außerhalb der Stadtmauern ließen lange Zeit keine Bebauung zu. Als mit der
Industrialisierung Stadtmauer und Galgen abgerissen wurden, entstanden erste Villen mit großen Gärten. Der technische Fortschritt machte sich hier besonders bemerkbar. Als
1839 die
Taunusbahn in die damals noch
nassauische Stadt
Höchst am Main in Betrieb genommen wurde, entstand am Anlagenring der erste Bahnhof der Stadt. Das Gleisvorfeld des
Taunusbahnhofs verlief mitten durch das Gebiet des heutigen Bahnhofsviertels. Später kamen noch die Bahnhöfe der
Main-Neckar-Bahn und der
Main-Weser-Bahn hinzu. Die Westbahnhöfe waren bis
1888 in Betrieb, dann wurden sie durch den neuen
Centralbahnhof Frankfurt ersetzt, der sich etwa 500 m weiter westlich befand. Dadurch wurden auch die Gleisanlagen überflüssig, und
1889 konnte mit der
Parzellierung des Gebietes begonnen werden.
1891, als noch kaum Wohnbebauung existierte, wurde das Bahnhofsviertel zum Ausstellungsgelände der
Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung, die
Oskar von Miller leitete. Die
großbürgerliche Bebauung im Stil der
Gründerzeit wurde inzwischen unter Denkmalschutz gestellt. Im
Zweiten Weltkrieg wurde das Viertel zwar nicht so stark wie die Innenstadt getroffen, trotzdem wurden vor allem im Norden viele Gebäude zertrümmert. In der Zeit der Besatzung durch die amerikanischen Streitkräfte entwickelte sich ein aktives
Nachtleben.
Infrastruktur und Architektur
Nizza, Frankfurt.jpg
Durch seine zentrale Lage ist das Bahnhofsviertel sehr gut an das Verkehrsnetz angebunden. Der Hauptbahnhof, der selbst nicht mehr zum Stadtteil gehört, bietet eine Anbindung an den Regional- und Fernverkehr. Im Nahverkehr ist das Bahnhofsviertel durch eine
Straßenbahnstrecke auf der
Münchner Straße an die Linien 11 und 12 (siehe
Nahverkehr in Frankfurt am Main) angebunden. Der
U-Bahnhof Willy-Brandt-Platz und die
S-Bahn-Station
Taunusanlage sind ebenfalls gut erreichbar. Im Straßenverkehr hat die berühmte
Kaiserstraße an Bedeutung verloren, durch den
Kaisersack ist die Einfahrt aus Richtung Alleenring/Hauptbahnhof nicht mehr möglich. Stattdessen ist die Hauptverkehrsader heute die
Gutleutstraße, die in den
Theatertunnel mündet und eine Verbindung zur Altstadt bietet. Die schachbrettartig angeordneten Straßen ermöglichen eine leichte Orientierung. Die breiten Ost-West-Straßen sind als
Boulevards ausgebaut und vermitteln Großstadtcharme. Die Bebauung teilt sich in Gründerzeit- und in Hochhäuser auf. Die bekanntesten Hochhäuser sind der
Silvertower und das
Gallileo am
Jürgen-Ponto-Platz (benannt nach dem ermordeten Vorstandsvorsitzenden der
Dresdner Bank,
Jürgen Ponto), der
Skyper und das
Gewerkschaftshaus in der
Wilhelm-Leuschner-Straße. Das letztgenannte wurde
1931 gebaut und war das erste größere Hochhaus der Stadt. Das bekannteste der vielen
Hotels im Bahnhofsviertel ist das
InterContinental, ebenfalls in der
Wilhelm-Leuschner-Straße.
In dem kleinen Stadtteil gibt es keine großen, zentralen Parks wie in den anderen Frankfurter Stadtteilen. Die meisten Grünflächen befinden sich im Süden am Ufer des Mains. Das Nizza-Ufer hat seinen Namen von dem mediterranen Klima, das dort im Sommer herrscht.
Leben
Münchner-Straße,-Frankfurt.jpg |
Rotlichviertel_Frankfurt_Main.JPG von
Frankfurt am Main bei Nacht]]
Der Schwerpunkt der Frankfurter Betriebe aus dem Bereich „Rotlicht“ (Eros-Center, Peepshows etc.) ist im Bahnhofsviertel beheimatet. Außerdem wird das Viertel seit langem von der sog. offenen Drogenszene („Junkies“) bevölkert; auch die meisten Drogenhilfsangebote liegen in dieser Gegend. Einen krassen Kontrast hierzu bildet das Frankfurter Banken-Hochhaus-Viertel, in welches das Bahnhofsviertel unmittelbar übergeht.
Das Straßenbild im Bahnhofsviertel ist multikulturell: Neben zahlreichen ausländischen Restaurants, Imbissen, Lebensmittel- und anderen Geschäften existiert z.B. auch ein islamisches Kulturzentrum mit Moschee.
Das ZDF berichtete 2004 in einer zweiwöchigen Doku-Soap über das Leben in und mit dem Bahnhofsviertel.
Im September 2005 führte die Polizei im Bahnhofsviertel eine Großrazzia durch bei der 291 Personen überprüft wurden. Bei dem Polizeieinsatz wurde die gesamte Münchner Straße abgeriegelt und der Straßenbahnverkehr eingestellt.
Weblinks
Stadtteil von Frankfurt am Main | Bahnhofsviertel (Frankfurt am Main)