Victor Frankenstein oder der moderne Prometheus, ist ein Roman von Mary Shelley, der 1819 erstmals anonym veröffentlicht wurde. Er erzählt die Geschichte des jungen Schweizer Arztes Victor Frankenstein, der an der damals berühmten Universität Ingolstadt einen künstlichen Menschen erschafft. Dieser rebelliert, und tötet den Bruder und die zukünftige Ehefrau Frankensteins, Elisabeth. Das Monster ist jedoch während des ganzen Romans im Status des einerseits Unwissenden, andererseits Unglücklichen. Vergeblich fordert es von seinem Schöpfer Verantwortlichkeit und Unterstützung, bevor es in durchaus verzweifelter Aggression reagiert. Es will Frankenstein nicht töten, sondern ihm genauso viele seelische Schmerzen bereiten, ihn in genau so schreckliche Einsamkeit stoßen, wie es selbst fühlt. Die Handlung ist wie damals nicht unüblich in einen Briefroman eingebettet. Viktor Frankenstein erzählt seine Geschichte dem Leiter einer Forschungsexpediton, einem Mann namens Walton, der ihn in der Arktis antrifft. Der Roman wird so auch zu einem Lehrstück. Denn Frankenstein gibt deutlich zu verstehen, dass seine Erzählung auch eine Warnung an den Zuhörer und damit auch die Leser sein soll. Er warnt vor einer entgrenzten Vernunft, die sich zu einem Gott aufschwingt, und es sich anmaßt, lebendige Materie zu schaffen. Die Figur des Dr. Frankenstein weist damit Verwandtschaft zum Faustischen einerseits und zum Prometheus-Mythos andererseits auf.
Shelley entlehnte den Namen des Monster-Erschaffers vermutlich von einer Burg Frankenstein an der Bergstraße in der Nähe des südhessischen Darmstadt. Shelley hatte ihre Reise von Basel zurück nach London auf dem Rhein unternommen, der in Sichtweite zu dem Berg fließt, auf welchem die Ruinen der Burg zu sehen sind. Verbürgt ist auch, dass Shelley in einem Gasthaus im nahen Darmstadt-Eberstadt eingekehrt war. Es erscheint wahrscheinlich, dass sie sich zudem von der Person des Alchemisten Johann Konrad Dippel (1673–1734), der in früheren Zeiten in der Burg ein Labor besessen haben soll, inspirieren ließ.
Dieser experimentierte oben in der Burg. Da dies dem Pfarrer im Dorf missfiel, setzte er das Gerücht in die Welt, der junge Dippel würde Leichen ausgraben und mit ihnen Versuche machen. Aus Menschenteilen habe er einen Unhold geschaffen, ihn mit Zauberkräften zum Leben erweckt und ihn in seinem Kerker eingesperrt. Da dieser Unhold aber groß und stark sei, habe er sich nach drei Tagen aus seinem Gefängnis befreit und seinen Erschaffer erschlagen. Danach sei er in die Wälder geflüchtet und fange junge Mädchen und kleine Kinder, um mit ihnen zu spielen. Wenn er genug gespielt habe, koche er sie bei lebendigen Leibe und fresse sie auf.
Irgendwann waren die Brüder Grimm unterwegs und sammelten Märchen im ganzen Land. Dabei stießen sie auch auf diese Geschichte, die sich auch in die erste Ausgabe ihrer Märchensammlung einfügten. Daraufhin kam es zu einem Streit zwischen den Brüdern. Die Märchen waren dazu gedacht, im Kreise der Familie vorgetragen zu werden. Die blutrünstige Frankenstein-Geschichte passte jedoch nicht in dieses Konzept und wurde deshalb wieder aus der Sammlung entfernt. Die Fassung mit Frankenstein hatten sie jedoch bereits nach England geschickt, um sie dort übersetzen zu lassen. Die Übersetzerin war Mary Shelleys Stiefmutter.
Ingolstadt wählte die Autorin mutmaßlich als Handlungsort, da sich hier bis 1800 eine berühmte medizinische Fakultät befand. In Ingolstadt wurde 1776 auch der Illuminatenorden gegründet, denen u. a. Goethe, Knigge und Herder angehörten. Shelleys Mann Percy Bysshe Shelley wird eine geistige Nähe zu den Idealen des Geheimbundes nachgesagt. Percy Bysshe Shelley, Mary Shelley und Goethe verbindet auf jeden Fall eine intensive Beschäftigung mit dem Prometheus-Stoff. Zum anderen stand die Universität Ingolstadt unter einem starken Einfluss des Jesuitenordens und war ein wichtiger Ort der Gegenreformation. In Ingolstadt erinnert heute noch eine nächtliche Frankenstein-Stadtführung (seit 1995) an den berühmten Studenten. 1800 wurde die Universität nach Landshut und 1826 nach München verlegt - die direkte Nachfolgerin der Universität Ingolstadt ist somit die heutige Ludwig-Maximilians-Universität München.
Viktor Frankenstein
Er erschuf das Monster (im Buch Unhold genannt). Er lebt in Genf und studiert in Ingolstadt. Während der Zeit auf der Universität erschafft er das Monster, vor dem er flieht. Das Monster fordert Frankenstein auf, noch ein Monster zu erschaffen, weil der Unhold von allen gehasst wird. Als Frankenstein die zweite Schöpfung abbricht, flieht das Monster nach Russland. Es wird von Viktor verfolgt, der das Monster um jeden Preis töten will. Am Ende wird Frankenstein von seinem Monster ermordet.
Frankensteins Monster (Unhold)
Er wird von Viktor Frankenstein erschaffen. Das Monster ist am Anfang nicht böse, weil es noch glaubt, dass es von den Menschen akzeptiert wird. Er hilft heimlich einer Familie beim Holz hacken über ein Jahr und die als er sich zu erkennen geben will, flieht die Familie vor ihm. Das macht ihn böse und er ist auf der Suche nach seinem Schöpfer. Da der Unhold das Tagebuch Frankensteins mitgenommen hatte, weiß er nun, wo sein Schöpfer lebt. Nach einer langen Jagd in Russland tötet das Monster schließlich Frankenstein. Im ersten Frankenstein- Film setzte man zur Kennzeichnung des Monsters Schrauben in den Hals, da es zu dieser Zeit noch keine farbigen Filme gab. Zusätzlich dienten sie als Stromleiter. In den Filmen wird das Monster durch ein Gewitter zum Leben erweckt. Das Monster hat nach dem Buch keine Schrauben und wurde nicht durch Blitze zu Leben erweckt.
R. Walton
Er ist Kapitän eines Schiffes, das eine Expedition zum russischen Eismeer macht. Das ganze Buch berichtet er als Brief. Viktor Frankenstein ist nämlich auf der Jagd nach seinem Monster und berichtet Walton seine Geschichte. Dieser schreibt die ganze Geschichte auf und verfasst es in einem Brief an seine Schwester. Walton beobachtet am Ende, wie sich das Monster in die Fluten des Eismeeres stürzt.
Elisabeth Lavenza
Die Familie Frankenstein hat sie adoptiert. Sie ist Viktor Frankensteins Halbschwester. Später soll sie Viktor heiraten. In der Hochzeitsnacht wird sie von Frankensteins Monster ermordet, als Viktor sich auf die Suche nach dem Monster begibt.
Alphonse Frankenstein
Er ist der Vater von Viktor Frankenstein. Im Verlauf des Buches stirbt er an einer Krankheit.
Wilhelm Frankenstein
Er ist der richtige Bruder von Viktor Frankenstein, somit ist er nicht adoptiert. Als er beim Versteck spielen auf das Monster trifft, wird er vom Monster umgebracht. Da Wilhelm ein Medaillon trug, nahm das Monster dies mit und hängte es Viktor und Wilhelms Halbschwester um. Für das Gericht sah es dann so aus, als habe sie Wilhelm umgebracht.
Justine Frankenstein
Sie ist ein von der Familie Frankenstein adoptiertes Kind. Sie wird des Mordes an ihren kleinen Halbbruder Wilhelm bezichtigt.
Henri Clerval
Er ist der beste Freund Viktor Frankensteins. Er reist mit Viktor nach England, um sich dort weiterzubilden. Während Viktor an seinem zweiten Geschöpf arbeitet, reist er in den gleichen Ort und wird von Frankensteins Monster ermordet. Viktor Frankenstein wird dafür beschuldigt, aber es stellt sich heraus, dass er es nicht gewesen sein kann.
Ernest Frankenstein
Er ist wieder ein Adoptivkind der Familie Frankenstein. Im Buch spielt er eine Nebenrolle. Es wird nicht von seinem Tod berichtet.
Das Buch erfuhr seine erste filmische Adaption bereits 1910 als eine Produktion der Edison Company. 1931 adaptiert dann James Whale in dem Film Frankenstein den Stoff relativ frei für Universal Pictures unter Aufgriff filmexpressionistischer Ästhetiken und Verfahrensweisen mit Boris Karloff in der Hauptrolle und verhilft dem Wesen, dank des unverwechselbaren Make-ups von Maskenbildnerlegende Jack Pierce, zu seinem bis heute emblematischen Antlitz. 1935 folgt die Fortsetzung Frankensteins Braut, die im vorangegangenen Film übersehene Aspekte der literarischen Vorlage aufgreift und nahtlos an die Ereignisse des ersten Films anschließt. In zahlreichen weiteren Filmen der 1930er und 1940er Jahre wird der Stoff meist weiterhin mit Boris Karloff in der Hauptrolle kommerziell für zum Teil nur zweitklassige Produktionen ausgeschlachtet. Erst 1958 gelingt es den britischen Hammer-Studios mit dem Film Frankensteins Fluch das Motiv unter Rekurs auf die klassischen Filme der Universal-Periode wieder zu popularisieren. Der Film nimmt in mehrererlei Hinsicht eine Schlüsselposition ein: Er ist nicht nur Auftakt einer kaum überschaubaren Serie von Horrorfilmen und Serials, für die der Name der Produktionsgesellschaft trotz zahlreicher Ausflüge in andere Genres bis heute Synonym ist, er stellt auch die Weichen der eng miteinander verknüpften Karrieren von Peter Cushing und Christopher Lee. Beide sind in den folgenden Jahren oft, meist als Antipoden, vor der Kamera zu sehen. Ferner wird das erstmalige Auftauchen von tiefrotem Blut in diesem Film von der heutigen Kulturwissenschaft als des Anheben des Splatterfilms gewertet. Dem großen finanziellen Erfolg des Films folgen weitere Sequels, in denen die Geschichte lose weiter erzählt, aber auch variiert und durchdekliniert wird. In den 70er Jahren kommt die Serie schließlich, wie auch der klassische Horrorfilm an sich, unter den Eindrücken des erstarkenden Splatterfilms und den ungleich spekulativeren so genannten Eastern zum Erliegen. Der Stoff scheint ausgebrannt und nurmehr für zweitklassige Fernsehstücke verwertbar. Im Jahr 1994 kommt schließlich der Film Mary Shelley's Frankenstein mit Robert de Niro als Kreatur in die Kinos, der sich damit Legitimiation verleiht, die Geschichte erstmals dicht an der literarischen Vorlage filmisch aufzubereiten. Trotz einiger nach wie vor attestierbarer Abweichungen kann der ambitionierte, aber nicht immer gelungene Film vor dieser Selbsteinschätzung im wesentlichen standhalten. Regie führte Kenneth Branagh.
Wiewohl die Bezeichnung Frankensteins Monster ausgehend von der literarischen Vorlage mit die passende wäre, bürgerte sich im Zuge der zahlreichen Filme auch für die Kreatur selbst der Name Frankenstein ein. Eine Verschiebung, die von den Filmen nach Whales Erfolgsfilm perpetuiert wurde: Dort taucht der Name mithin bereits im Titel als Synonym für die Kreatur auf (Beispiel: Frankenstein meets the Wolf Man (1943)).
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