Das Weinbaugebiet Franken liegt im Nordwesten der Region Franken. Mit ca. 6.100 ha Anbaufläche ist es eines der mittelgroßen Anbaugebiete Deutschlands. Der weitaus größte Teil der Rebflächen befindet sich im Bezirk Unterfranken, vor allem im Bereich der Täler von Main, Wern und Fränkischer Saale. Nennenswerte Anteile am Weinbaugebiet hat auch Mittelfranken, und zwar an den Hängen des Aischgrundes. Ein kleiner Teil liegt im Regierungsbezirk Oberfranken im Maintal nordwestlich von Bamberg.
Heute gibt es im Weinbaugebiet Franken etwa 6.000 Hektar Rebflächen; sie erstrecken sich von Bamberg bis Aschaffenburg. Wegen der oft strengen Winter und der Möglichkeit von Spätfrösten beschränkt sich das bewirtschaftete Gebiet auf geschützte Lagen entlang des Mains und an den Hängen des Steigerwalds. Von West nach Ost unterscheidet man drei Gebiete:
Am bayerischen Untermain, am westlichen Rand des Mainvierecks, sind die klimatischen und geologischen Bedingungen besonders geeignet für den in Franken seltenen Anbau von Rotwein.
Auf den hier vorhandenen Buntsandsteinböden werden deshalb seit Jahren vor allem Frühburgunder und Spätburgunder von oft hoher Qualität angebaut. Als beste Lage gilt der Centgrafenberg in Bürgstadt. Die dort produzierten Weine können sich mit nationalen und internationalen Burgundern messen. Der Weinführer Gault Millau WeinGuide hat im Jahr 2003 mit Paul Fürst (Weingut Rudolf Fürst, Bürgstadt) zum ersten Mal einen fränkischen Winzer zum Winzer des Jahres gewählt. Die wichtigsten Ortschaften sind Bürgstadt, Großheubach und Klingenberg am Main.
Das fränkische Rotwein-Anbaugebiet zwischen Großwallstadt und Bürgstadt ist seit dem Jahre 1990 durch den rund 55 Kilometer langen Fränkischen Rotwein-Wanderweg touristisch erschlossen.
Wichtige Orte dieses Gebiets sind unter anderem Würzburg, Randersacker, Sommerhausen, Frickenhausen am Main, Sulzfeld am Main, Nordheim, Volkach und Hammelburg (älteste Weinstadt Frankens).
Weine aus dem Baden-Württembergischen Tauberfranken werden ebenfalls als Frankenweine im traditionellen Bocksbeutel verkauft. Allerdings ist Tauberfranken offiziell Teil des Weinbaugebietes Baden.
Weine aus Franken werden häufig recht trocken ausgebaut und stehen allgemein im Ruf, trocken zu sein. Fränkisch trockene Weine dürfen nur halb soviel Restzucker enthalten wie die Weine anderer Anbaugebiete (vier statt neun Gramm je Liter). Jährlich werden 12.000 bis 14.000 Frankenweine amtlich geprüft, der Anteil der „fränkisch trockenen“ Weine liegt bei 40 %. Viele Weingüter stellen aber neben dem traditionellen „fränkisch trockenen“ Silvaner auch gute „international trockene“ Weine aus Rebsorten wie Riesling, Weißburgunder oder Grauburgunder her.
Traditionell spielt die Lage für den Frankenwein eine ebenso große Rolle wie der Winzer. Da die Lageangaben für Laien außerhalb Frankens aber nur wenig aussagekräftig sind, wurde in letzter Zeit versucht, den Wein auch unter bestimmten Markennamen zu verkaufen. Ein Beispiel hierfür ist der Tilman der Gebietswinzergenossenschaft Franken. Dahinter verbergen sich unterschiedliche Weine und Schaumweine aus unterschiedlichen Lagen, teilweise auch von unterschiedlichen Rebsorten.
Die Trinkreife fränkischer Weine ist sehr unterschiedlich. Einfache Qualitätsweine und Kabinettweine sollten möglichst früh getrunken werden, da bei ihnen mit der Zeit die Säure abnimmt und die für Frankengewächse typische Frische verloren geht. Gute trockene Spätlesen, restsüße Weine und hochwertige Rotweine (z. B. aus dem Barriquefass) sollten frühestens ein bis zwei Jahre nach der Abfüllung geöffnet werden (viele kommen ohnehin erst nach einem Jahr in den Verkauf) und können bei ordentlicher Lagerung auch nach mehr als zehn Jahren noch hervorragend schmecken. Edelsüße Weine, vor allem aus den Rebsorten Silvaner, Riesling, Rieslaner und Scheurebe, können bei sehr guten Jahrgängen Jahrzehnte überdauern.
Rotweine spielen nur eine geringe Rolle (etwas mehr als 5 % der Fläche).
Die wichtigsten Rebsorten des Anbaugebiets nach Flächenanteilen (aus „Wein & Küche in Franken“ von Jochen Freihold):
Seit 1989 ist der Bocksbeutel in der EU geschützt und darf nur noch für fränkische Weine verwendet werden. Eine Ausnahme bildet Tauberfranken im Weinbaugebiet Baden, das ebenfalls Weine in Bocksbeutel abfüllen darf, sowie eine Weinbauregion in Portugal.
Beliebt sind auch die Häcker- oder Heckenwirtschaften (in anderen Anbaubaugebieten Strauß- oder Besenwirtschaft genannt). In diesen dürfen Winzer ihren eigenen Wein sowie kleinere Speisen verkaufen. Im Sommer wird dort Wein ausgeschenkt, im Frühherbst überwiegend frischer Bremser (Federweißer).
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