Frankenrechen.svg – Das Wappen Frankens.]] Franken bezeichnet heute eine Region in der Bundesrepublik Deutschland, die sich größtenteils über das nördliche Bayern, nord-östliche Baden-Württemberg und südliche Thüringen erstreckt. Sie liegt im östlichen Teil des historischen Herzogtums Franken.
Franken ist eine der am dünnsten besiedelten Gegenden Westdeutschlands. Wegen der lieblichen Landschaft sowie seiner in vielen historischen Gebäuden präsenten langen Geschichte und Kultur und gleichzeitig vergleichsweise wenig industrieller Ansiedlungen gilt Franken vor allem aber als romantisch. Schließlich gilt es wegen des Frankenweins und der reichen Biertradition auch als genussfreudig, so dass es ein beliebtes Touristenziel in Deutschland ist. Einige der touristischen Glanzlichter im Westen Frankens werden durch die Romantische Straße, die bekannteste deutsche Themenstraße, sowie die gesamte fränkische Region mit ihren zahlreichen Burgen und anderen mittelalterlichen Bauten durch die Burgenstraße verbunden.
Franken stellte heute keine einheitliche politisch-administrative Einheit dar. Das lose Band des Fränkischen Reichskreises zerbrach Anfang des 19. Jahrhunderts, die genaue Abgrenzung ist umstritten. Franken wird daher heute administrativ definiert, sondern durch
Teile des Landkreis Eichstätt, die erst seit der Gebietsreform im Jahre 1972 zu Oberbayern gehören, werden ebenfalls zu Franken gezählt.
Bis 2003 gab es in Baden-Württemberg eine „Region Franken“, die durch die Novellierung des Landesplanungsgesetzes jedoch zum 20. Mai 2003 in „Region Heilbronn-Franken“ umbenannt wurde (siehe auch Niederfranken und Niederfränkisch).
Des weiteren die wichtigsten Henneberg-Fränkischen Städte Meiningen,Suhl und Schleusingen, welche im heutigen Land Thüringen liegen.
Franken war eines der fünf Stammesherzogtümer im Ostfrankenreich. Das heutige Franken umfasst nur den östlichen Teil des ostfränkischen Herzogtums Franken. Bis zum 10. Jahrhundert bestand Franken auch aus Rheinfranken (umfasste das heutige Hessen, Rheinland, Pfalz und Nordbaden) sowie aus Teilen Thüringens südlich des Rennsteigs mit den heutigen Landkreisen Sonneberg, Hildburghausen, Suhl-Land, Schmalkalden-Meiningen sowie dem südlichen Wartburgkreis. Diese südthüringischen Landkreise gehörten früher alle zur Grafschaft Henneberg.
Im Frühmittelalter bis ins 6. Jahrhundert lag die ostfränkische Region im Spannungsfeld zwischen Thüringern und Schwaben. Im 7. Jahrhundert wurde sie zunächst nur lose als östliche Mark dem Fränkischen Reich angegliedert. Im Ostfrankenreich entstand ab Mitte des 9. Jahrhunderts das Stammesherzogtum Franken. Bis zur Wahl des Sachsenherzogs Heinrich war es dann zum Stammland und Machtzentrum der ostfränkischen bzw. deutschen Könige geworden. So fanden in der fränkischen Pfalz Forchheim die Königswahlen statt: 900 (Ludwig das Kind), 911 (Konrad I.), 919 (Gegenkönig Arnulf von Bayern) und letztmalig 1077 (Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden). Nuernberg-duererhaus-v-no.jpg in Nürnberg]]
Im Jahr 1500 teilte Kaiser Maximilian I. das Kaiserreich zur besseren Verwaltung in Reichskreise ein - was 1512 zur Entstehung des Fränkischen Reichskreises führte. Dieses gemeinsame Verwaltungsgebiet, das bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 bestand, gilt als wichtige Grundlage für die Entstehung eines bis heute bestehenden fränkischen Gemeinschaftsgefühls in dieser ansonsten politisch sehr zergliederten Region. Zwar führten die Bischöfe von Würzburg den alten Titel der "" fort, doch blieb dieser Führungsanspruch bedeutungslos. Stattdessen war Franken im späten Mittelalter und in der Neuzeit besonders stark von der Kleinstaaterei in Deutschland betroffen. Völlig unterschiedliche Herrschaftsformen drängten sich eng aneinander. So waren Nürnberg und Schweinfurt freie Reichsstädte, während die Gegenden um Würzburg und Bamberg als religiöse Fürstbistümer regiert wurden. Teilweise hatte schon der Nachbarort einen anderen - unmittelbar nur dem Kaiser unterstellten - Herrn mit seinem eigenen, kleinen Herrschaftsgebiet. Typisch für die Landesherrschaft in Franken war weiterhin das "Territorium non clausum" (wörtl. "nichtabgeschlossenes Gebiet"), also das räumlich nicht exakt umrissene Herrschaftsgebiet. Vielmehr realisierte sich Landesherrschaft in der Region durch rechtliche Einzeltitel. So gab es Orte, in denen Grund- und Gerichtsherrschaft bei verschiedenen Herren lagen. Ein Musterbeispiel hierfür ist Fürth, wo sowohl die Reichsstadt Nürnberg, die Ansbacher Markgrafen als auch der Bischof von Bamberg Herrschaftstitel besaßen. Ab 1791 sicherte Hardenberg als preußischer Provinzstatthalter von Ansbach und Bayreuth mit miltärischem Druck die alleinige Herrschaft Preußens in jenen gemischtherrschaftlichen Gebieten mit preußischen Herrschaftsrechten und erzwang damit das "Territorium clausum" zugunsten der Großmacht. ChapelBavaria.JPG Dazu waren die Herrschaftsgebiete entsprechend dem reichrechtlichen Grundsatz cuius regio eius religio ("Wessen Land, dessen Religion") in katholische und protestantische Territorien geteilt. Damit war entsprechend der konfessionellen Bindungen der Landesherrn territoriale Gegensätze innerhalb des Fränkischen Reichskreises als auch Bruchlinien im Bezug auf die Reichspolitik vorgezeichnet.
Diese Zersplitterung und der Status als klassische Reichslandschaft machten Franken Anfang des 19. Jahrhunderts zur Konkurs- und Dispositionsmasse des Alten Reiches im Anschluss an den Frieden von Lunéville. So erhielt Bayern, das vorher weder historisch noch politisch mit Franken verbunden gewesen war, durch den Reichsdeputationshauptschluss den Löwenanteil der Region, wenngleich Preußen vorerst massiv territorial in Franken präsent blieb und ebenfalls die Verbreiterung seiner dortigen Machtbasis anstrebte. Erst 1806 konnte Bayern das preußische Fürstentum Ansbach gegen das Herzogtum Berg von Preußen eintauschen. 1810 erwarb Bayern das zwischenzeitlich französische Fürstentum Bayreuth und verdrängte damit endgültig Preußen als bisherige Vormacht der Region. Das Haus Habsburg sicherte sich 1805 das Gebiet des Hochstifts Würzburg als Fundierung seiner toskanischen Nebenlinie. Bayern wiederum tauschte das Würzburger Gebiet auf dem Wiener Kongress gegen seine Territorien rechts des Inn von Habsburg ein. 1920 entschied sich der Freistaat Coburg gegen einen Beitritt zu Thüringen und kam stattdessen zu Franken. Coburg ist damit der jüngste Teil von Franken und genießt durch den Beitrittsvertrag von 1920 mit dem Freistaat Bayern innerhalb Bayerns eine gewisse administrative und kulturelle Sonderstellung. Z. B. ist Coburg von der Zuständigkeit des oberfränkischen Staatsarchivs Bamberg ausgenommen und verfügt über ein eigenes Staatsarchiv.
Während der Nazi-Diktatur erhielten Teile Frankens mit den Gauen Mainfranken und Franken eigene Parteistrukturen der mittleren Parteiebene. Oberfranken bildete dagegen mit Teilen Niederbayerns und der Oberpfalz die Bayerische Ostmark. Die evangelischen Gegenden Frankens hatten sich für den Nationalsozialismus als besonders empfänglich erwiesen. Im Wahlbezirk Rothenburg-Land erreichte die NSDAP 1929 ein Ergebnis von 83 Prozent (Gesamtbayern: 32,9 Prozent). Im Rathaus der Stadt Coburg regierte ab 1929 die NSDAP mit absoluter Mehrheit unter dem Bürgermeister Franz Schwede, der später zum Gauleiter von Pommern aufsteigen sollte. Nürnberg spielte als Stadt der Reichsparteitage eine herausgehobene Rolle in der Selbstdarstellung der Nationalsozialisten, die durch die „Heimholung“ der Reichskrone bewusst reichsstädtische Sentimentalitäten und Reminiszenzen der Nürnberger bedienten. Die politische Zugehörigkeit zu Bayern blieb in der Nazi-Zeit außer Frage, war aber durch die Gleichschaltung der Länder belanglos.
In den 80er Jahren wurde von vielen Bewohnern Frankens eine Loslösung von Bayern als eigenes Bundesland gefordert, die sich unter anderem in der Organisation „Fränkischer Bundschuh“ und heute im Fränkischen Bund e. V. organisierten.
Die Hauptveranstaltung des ersten Tags der Franken 2006 findet auf der Landesausstellung "200 Jahre Franken in Bayern" in der Tafelhalle in Nürnberg statt.
Siehe auch: Franken (Volk), Franken (Weinanbaugebiet), Ostfränkische Dialektgruppe, Mainfränkische Dialekte, Frankenlied, Kärwa (Kirchweih)
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